• aktualisiert:

    KEGELN

    Ein Kegel-Wettbewerb als Szenetreffen

    Landete mit seiner Mannschaft auf Platz vier: Timo Fiegerle (DCU-Landesverband Rheinhessen-Pfalz). Foto: S. Krapf

    Der Stolz war Ludwig Mai im großzügigen Ambiente des Kegelcenters in Geldersheim ins Gesicht geschrieben. Der Grund dafür war der DCU-Ländervergleich, den er als einer der Ausrichter mit dem Kegelverein Blau-Weiß Geldersheim erstmals austrug. Eine wahre Mammutaufgabe. Normal finden die Ländervergleiche auf größeren Anlagen mit sechs bis zehn Bahnen statt. In Geldersheim hat man nur vier zur Verfügung. Trotzdem bekam der Klub den Zuschlag, nachdem dort vor zwei Jahren bereits der U-18-Ländervergleich erfolgreich über die Bühne gegangen war.

    Beim Männer-Turnier, das am Samstag um 10 Uhr begann und bis in den Abend hinein ging, starteten Teams der Landesverbände Bayern, Baden, Hessen, Thüringen, Sachsen und Rheinhessen-Pfalz. Bei den Frauen tags drauf gingen Bayern, Baden, Hessen, Thüringen und Rheinhessen-Pfalz an den Start. Die Männer-Mannschaften bestanden aus jeweils vier Spielern, die der Frauen aus je fünf Akteurinnen. Doch was machen diese DCU-Kegler eigentlich genau?

    Fans des klassischen Systems

    Hinter dem Kürzel DCU steckt die „Deutsche Classic-Kegler Union“. Der 2012 gegründete Verband organisiert einen Spielbetrieb im traditionellen 200-Wurf-System. Dem entgegen steht die moderne, international verbreitetere 120-Wurf-Variante, bei der zwei Spieler jeweils ein Duell austragen, bei dem neben der Holzwertung auch Mannschaftspunkte vergeben werden. Bei der klassischen Variante hingegen werden die Punkte aller Spieler einer Mannschaft zusammengezählt – die Gesamtsumme entscheidet letztlich über Sieg und Niederlage. Zugegeben – das ist eine etwas verkürzte Ausführung. Aber um den „Glaubenskrieg“ zwischen den Keglern hinsichtlich des favorisierten Systems sollte es in Geldersheim ohnehin nicht gehen.

    Vielmehr glich das Ganze einem Szenetreffen, selbstverständlich mit sportlichen Anreiz – immerhin galt es für die Teams, die Flagge eines ganzen Landesverbands hochzuhalten. Mit Pascal Jestädt, der für das Team Rheinhessen-Pfalz startete, stand sogar der amtierende deutsche DCU-Einzelmeister in Geldersheim auf der Bahn. Ansonsten war das Teilnehmerfeld bunt gemischt – mit Keglern aus unterschiedlichen Spielklassen.

    Kegler tauschen sich aus

    „Wichtig ist uns bei so einer Veranstaltung natürlich vor allem auch der soziale Aspekt“, erklärte Mai – während des Wettstreits. Damit meinte er vor allem das gemeinsame Essen und Feiern nach dem Männerturnier am Samstagabend. „Das gehört alles dazu“, fügte er an. Kurz vor der Feier am Abend übergibt er zusammen mit Stefanie Lerner, der Vertreterin des DCU-Landesverbands Bayern, die Medaillen und Pokale an die Gewinner des Männer-Turniers. Ganz oben auf dem Treppchen landete erwartungsgemäß das Team aus Baden, gefolgt von dem aus Sachsen und Hessen auf Platz drei. Die bayerische Mannschaft, die mit Bastian und Maximilian Greif sowie Michael Kuhles mit drei Keglern aus Geldersheim ein Heimspiel hatte, landete auf dem letzten Platz. Der Geldersheimer Maximilian Greif war trotzdem froh, auf der heimischen Bahn Bayern vertreten zu dürfen: „Das ist ein tolle Erfahrung. Außerdem kann man hier viele starke Kegler kennenlernen und sich von denen auch etwas abschauen.“

    Nach dem Frauen-Turnier am Sonntag, ging der Siegerpokal an das Team aus Rheinhessen-Pfalz, es folgten auf dem Podium Sachsen und Hessen. Die Auswahl Bayerns, die mit Bettina Henneberger, Miriam Pöhlmann, Annette Dreßler, Nicola Grosch (alle SG Dittelbrunn) und Bianca Schraud (Blau-Weiß Geldersheim) mit Spielerinnen aus der Umgebung gespickt war, landete auf dem fünften und letzten Rang.

    Trotzdem war Mai hochzufrieden mit der geglückten Veranstaltung: „Wir hier in Geldersheim sind eine große Kegel-Familie. Wir haben hier eine tolle Anlage, die wir nutzen wollen, um den Leuten hier tollen und attraktiven Sport zu zeigen. Das ist uns am Wochenende mit den vielen tollen Gästen gelungen.“ Lobende Worte fand auch Stefanie Lerner vom DCU-Landesverband Bayern: „Ich bin sehr zufrieden. Geldersheim war ein toller Ausrichter. Der Ländervergleich hat einen sehr hohen Stellenwert für uns. Hier können sich auch die Kegler, die nicht höherklassig spielen, ein Mal im Jahr treffen und Freundschaften pflegen.“

    Die Ergebnisse im Überblick

    3. Ländervergleich der Männer: 1. Baden, 2. Sachsen, 3. Hessen, 4. Rheinhessen-Pfalz, 5. Thüringen. 6. Bayern.

    4. Ländervergleich der Frauen: 1. Rheinhessen-Pfalz, 2. Hessen, 3. Baden, 4. Thüringen, 5. Bayern.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!