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    KEGELN: 2. BUNDESLIGA

    Zeils zarter Traum vom Aufstieg übersteht auch das Derby in Schweinfurt

    Auch in Schweinfurt lassen die Gut-Holz-Kegler nichts anbrennen. Warum die Eisenbahner als Tabellenletzter die Saison abgehakt haben und dennoch positiv bleiben.
    Holte den einzigen Schweinfurter Punkt im Derby gegen Zeil: Holger Hubert. Foto: Steffen Krapf

    KEGELN

    2. Bundesliga N/M Männer, 120 Wurf

    KV Liedolsheim – FSV Erlangen-Bruck 5:3
    SKC GH SpVgg Weiden – SC Luhe-Wildenau 1:7
    SKV OS Kaiserslautern – TSV Großbardorf 1:7
    ESV Schweinfurt – SKK GH Zeil 1:7
    SKC Victoria Bamberg II – TSG Kaiserslautern 2:6

    1. (1.) TSG Kaiserslautern 13 69 20 : 6
    2. (2.) TSV Großbardorf 13 64.5 19 : 7
    3. (3.) SKK GH Zeil 13 57.5 18 : 8
    4. (5.) KV Liedolsheim 13 56 16 : 10
    5. (4.) SKC Victoria Bamberg II 13 58 15 : 11
    6. (6.) FSV Erlangen-Bruck 13 51.5 11 : 15
    7. (7.) SKC GH SpVgg Weiden 12 46 10 : 14
    8. (8.) SKV OS Kaiserslautern 13 41.5 10 : 16
    9. (9.) SC Luhe-Wildenau 13 36 6 : 20
    10. (10.) ESV Schweinfurt 12 32 3 : 21

    ESV Schweinfurt – SKK GH Zeil 1:7

    Für die Einen ging es um nichts mehr, für die Anderen darum, die Saison vielleicht noch mit einer kleinen Kegel-Sensation zu beenden. Spannung bekamen die Zuschauer beim Zweitliga-Derby zwischen dem ESV Schweinfurt und dem SSK Gut Holz Zeil demnach keine geboten. Die Gastgeber aus Schweinfurt befinden sich derzeit – nach elf Jahren Bundesliga – auf ihrer Abschiedstour. Nach der Runde geht es für den ESV runter in die Bayernliga.

    Rechnerisch ist noch was drin, an den Ligaverbleib, der aufgrund der Ligenreform in dieser Saison einen verschärften Abstiegskampf erfährt, glaubt bei den Schweinfurtern Keglern keiner mehr. „Wir haben die letzten zwei Spiele gegen direkte Konkurrenten um den Klassenverbleib verloren. Jetzt müssten wir quasi alles gewinnen und selbst dann wäre nicht gesagt, dass wir drin bleiben“, erklärt ESV-Kegler Markus Krug die sportlich schier aussichtslose Lage.

    Erwartet schwere Spielzeit

    Es wurde die erwartet schwere Spielzeit, die mit bislang nur einem Sieg, einem Unentschieden und zehn Niederlagen sportlich alles andere als zufriedenstellend verläuft. Krug ist es aber trotzdem wichtig hervorzuheben, „dass die Stimmung im Verein trotzdem positiv ist“. Immerhin spielt die zweite Mannschaft in der Bezirksoberliga noch um den Aufstieg mit. Dementsprechend traten am Wochenende bereits einige Zweitliga-Kegler für die Reserve an.

    Auflösungserscheinungen machen sich beim ESV, auch wenn das Aushängeschild eine Talfahrt durchlebt, nicht breit. 2020/21 möchte dann auch die erste Mannschaft wieder Erfolgserlebnisse verbuchen. „Es sieht gut aus, dass wir zusammenbleiben“, verkündet Krug. Wenn es eintritt, dass man von einem neuerlichen personellen Aderlass verschont bleibt, ist laut Krug „die Mission Wiederaufstieg“ das ausgemachte Ziel. Bis dahin gilt es sich noch gebührend aus der 2. Bundesliga zu verabschieden.

    Im Main-Derby gegen Zeil, bei dem die mitgereisten Zeiler Zuschauer für eine Heimspiel-Atmosphäre für die Gäste sorgten, gelang es zumindest im ersten Drittel, gut mitzuhalten (1:1). Anschließend zog das Überraschungsteam der Saison auf 7:1 davon.

    Am Ende war es für die Zeiler nicht mehr und nicht weniger als der zu erwartende Pflichtsieg vor dem Saisonendspurt. „Wir haben etwas darauf gehofft, dass die TSG Kaiserslautern in Bamberg patzt“, ärgert sich der Zeiler Patrick Löhr hinterher etwas. Der Spitzenreiter aus der Pfalz stolperte aber nicht und siegte souverän mit 6:2 in Oberfranken. „Unser Ziel ist es dennoch, weiterhin Kaiserslautern zu ärgern“, gibt sich Löhr kämpferisch.

    Restsaison für Zeil als Bonus

    Alles was jetzt noch kommt, sieht das Team sowieso als Bonus an. Das vor der Saison gesteckte Ziel „Klassenerhalt“ gilt für den derzeitigen Tabellen-Dritten als erreicht. „Falls wir die Chance kriegen aufzusteigen, würden wir es auf jeden Fall probieren. Das Abenteuer würden wir mitnehmen“, so Löhr: „Ob unsere Qualität für die Bundesliga ausreicht, weiß ich nicht. Vielleicht würden wir ja dann auf dem Transfermarkt zuschlagen, um uns zu verstärken.“

    Das aktuelle Team ist seit vier Jahren zusammen, erreichte 2018 nach knapp 20 Jahren in der Bayernliga den Aufstieg. „Der Zusammenhalt in der Truppe ist einfach wahnsinnig gut, dadurch kommt auch der Leistungsschub, den wir gerade erleben“, erklärt Löhr.

    Ein Ende der Erfolgswelle scheint nicht in Sicht. Zwei Punkte beträgt derzeit der Rückstand auf Platz eins. Das Restprogramm mit noch fünf ausstehenden Spieltagen könnte Zeil in die Karten spielen. Viermal geht es dabei gegen Vereine aus der unteren Tabellenhälfte. Das Spitzenspiel auswärts gegen den aktuellen Tabellenzweiten TSV Großbardorf könnte laut Löhr zum Schlüsselspiel werden, auch wenn er leise zweifelt, ob Ligaprimus TSG Kaiserslautern überhaupt noch einmal Federn lässt. „Wir nehmen es wie es kommt, mal schauen was noch passiert. Wir sind nicht in der Situation, Meister werden zu müssen“, gibt der Zeiler sich locker. Aus solchen Situationen entspringen im Sport ja nicht selten faustdicke Überraschungen.

    Ergebnisse: Lucas Willacker – Marco Endres 0:4 (531:612), Holger Hubert – Marcus Werner 3:1 (611:556), Andreas Ruhl – Bastian Hopp 2:2 (560:589), Stefan Roth – Olaf Pfaller 2:2 (543:566), Markus Krug – Oliver Faber 0:4 (526:572), Karl-Heinz Nenninger – Patrick Löhr 1:3 (579:582). Gesamt: 8:16 (3350:3477).

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