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    FUSSBALL: LANDESLIGA

    Wie Mittelfeldmann Edisan Berisha nach Euerbach kam

    Hängt sich rein: Edisan Berisha (SV Euerbach/Kützberg, vorne), hier im Duell mit Simon Weiglein vom FC Geesdorf.
    Hängt sich rein: Edisan Berisha (SV Euerbach/Kützberg, vorne), hier im Duell mit Simon Weiglein vom FC Geesdorf. Foto: Alexander Rausch

    Fußball

    Landesliga Nordwest

    SV Euerbach/Kützberg – VfL Frohnlach (Sonntag, 14 Uhr)

    15 Punkte holte der SV Euerbach/Kützberg (10. Platz/25 Punkte) aus den letzten acht Partien, schob sich ins Tabellenmittelfeld und ist aktuell – vor dem Spiel gegen den VfL Frohnlach (15./18) in einer hervorragenden Ausgangsposition, sich bis zur Winterpause der größten Abstiegssorgen zu entledigen. Eine tragende Rolle in der Mannschaft von Coach Ulli Baumann spielt Dauerbrenner Edisan Berisha. Der Neue im SV-Mittelfeld ist einer der Wenigen, der bislang alle 18 Ligaspiele für die Euerbacher bestritt. Dabei war es eigentlich ein großer Zufall, dass Berisha vor der Saison überhaupt zum SV stieß.

    Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der 31-Jährige bis zum heutigen Tag eine bewegte Fußballerlaufbahn hinter sich hat. Zu Beginn legte er eine steile Karriere hin, denn von seinem Stammverein SC 04 Schwabach wechselte Berisha zunächst zum ASV Neumarkt in die Landesliga, um schließlich 2009 beim damaligen Drittligisten SSV Jahn Regensburg anzuheuern. „Ich habe komplett bei der ersten Mannschaft mittrainiert, meine Spiele habe ich allerdings vornehmlich bei der Zweiten in der Landesliga absolviert“, erinnert sich der jetzige Euerbacher.

    Bei den Profis war damals kein Geringerer als Markus Weinzierl Trainer, der Berisha allerdings kaum berücksichtigte. Die Gründe hierfür sieht der offensive Mittelfeldspieler allerdings nicht bei seinem damaligen Coach, sondern eher bei sich selbst: „Wenn ich ehrlich bin, hätte ich im Training doch ein bisschen mehr machen können. Fußballerisch hat es auf jeden Fall gereicht, aber körperlich habe ich mich nicht weiterentwickelt – und das wollte der Trainer damals wahrscheinlich von mir sehen.“

    Welche Qualitäten Berisha am Ball hat, zeigte er beispielsweise durch seine furiose Torausbeute in der Vorbereitung der ersten Regensburger Mannschaft. Hinzu kam jugendlicher Leichtsinn und die nicht einfache familiäre Situation aufgrund der elterlichen Scheidung: „Ich war im Kopf einfach noch nicht bereit und im zweiten Jahr war er auch nicht frei für Fußball. Aber ich trauere dem Ganzen schon ein bisschen nach, da ich mir schon denke, dass es mit dem heutigen Wissen anders laufen würde. Aber man ist jung und macht Fehler.“

    Zufälliger Kontakt zum SV-Keeper

    So blieb Berisha der Sprung in den bezahlten Fußball versagt, woraufhin er nach zwei Jahren beschloss, nach Nürnberg zurückzuziehen. Verschiedene Engagements folgten, unter anderem bei der SpVgg Ansbach, „aber da war mir auf Dauer der Weg von Nürnberg doch zu weit.“ Dennoch gingen Fußball und Geldverdienen Hand in Hand: „Ich habe leider keine Ausbildung gemacht, was ich auch ein wenig bereue, aber habe über die Vereine, bei denen ich war, eigentlich stets gute Jobs bekommen.“

    Als seine Mutter krank wurde, brach Berisha schließlich seine Zelte in Nürnberg ab und zog nach Schweinfurt, um sie zu pflegen. Dass es dann fußballerisch auf den SV Euerbach/Kützberg hinauslief, war eigentlich reiner Zufall: „Ich habe Euerbachs Keeper Irnes Husic in der Stadt getroffen, er erkannte mich und hat mich gefragt, ob ich einen Verein habe.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte Berisha schon beim Ost-Bezirksligisten TSV Gochsheim mittrainiert und war nicht war abgeneigt, zum TSV zu wechseln. Schnell hatte der Fußballer aber in Euerbach auch beruflich eine neue Heimat gefunden, ging zum Fusionsverein und arbeitet mittlerweile in der Lackiererei eines Euerbacher Betriebs.

    Dass es nun auch in der Landesliga gut läuft, ist laut Berisha kein Zufall. Die Mannschaft habe, auch aufgrund der vielen Verletzungen, einfach Zeit gebraucht, um sich zu finden. Zwar sei man noch immer auf der Suche nach einem richtigen Ersatz für Sturmtank Thomas Heinisch, jedoch wendet sich der Blick der SVler langsam in eine neue, angenehmere Richtung: „Frohnlach wird am Wochenende ein ganz harter Gegner, mit denen haben wir auch noch eine Rechnung offen. Sie haben Qualität, aber Ulli wird uns auf jeden Fall gut vorbereiten. Wir schauen schon noch ein wenig nach oben, denn sieben Punkte Rückstand auf den zweiten Platz sind nicht viel.“

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