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    FUSSBALL: LANDESLIGA

    Dominik Popp macht den Unterschied

    Schoss die FTS zum Auswärtssieg: Goalgetter Dominik Popp (rechts), hier im Duell mit dem DJKler Jonas Wehner. Foto: Volker Hensel

    Fußball

    Landesliga Nordwest

    DJK Schwebenried/Schwemmelsbach – FT Schweinfurt 0:2 (0:1)

    „Auf der grünen Wiese steht ein gelber Omnibus. In dem sitzt die FTS, die Fußball spielen muss. Technisch wie Real Madrid, Abwehrbollwerk Uruguay, Brasiliens Temperament und die Härte der Türkei.“ Der jahrzehntealte Sieges-Schlachtruf der FT Schweinfurt hallte noch durch das Schwemmelsbacher Wiesengrundstadion, da waren die Kicker der DJK schon entschwunden. „Alle in die Kabine“ war zu hören. Das Klang nach Aussprache. „Wir wollen uns nicht erkälten“, sagte Trainer Dominik Schönhöfer, wirkte aber dabei reichlich angespannt und stapfte flugs hinterher. Schließlich gab es am verdienten 2:0 der Schweinfurter nichts zu rütteln.

    „Das Ergebnis geht in Ordnung“, stellte auch Schönhöfer fest. Während die DJK Schwebenried/Schwemmelsbach nun zum vierten Mal in Folge verloren hat und seit sieben Spielen auf einen Sieg wartet, punkteten die Turner zum siebten Mal in Folge und setzten ihren Marsch Richtung Tabellenspitze fort – bis auf Platz fünf. „Da gebe ich gar nichts drauf“, bremste Coach Adrian Gahn gleich ein, „das kann alles sehr schnell wieder nach unten gehen. Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt.“

    Torjäger Popp schlägt zu

    Von Beginn an traten die Gäste freilich mit der breiten Brust eines Seriensiegers auf. Auch wenn es beidseitig quasi keine Chancen gab: Die FTS hatte die Partie 90 Minuten lang klar im Griff. Wobei den Schwebenriedern das Bemühen und der Kampfgeist keineswegs abzusprechen waren. „Ich kann meiner Mannschaft überhaupt nichts vorwerfen“, sagte Schönhöfer einmal mehr. „Vor allem in der zweiten Halbzeit haben sie es toll gemacht.“ Nur so richtig gebrannt hat es vor dem Schweinfurter Tor fast nie.

    In der 38. Minute zog Kevin Markert ein Mal beherzt aus 15 Metern ab, visierte aber genau Keeper Simon Mai an, der dann wenig Mühe hatte. Die beste Chance für die DJK ergab sich nach der Pause: Marcel Kühlinger attackierte den ballführenden Mai, der in höchster Not die Kugel wegschlagen musste. Der Ball prallte von Kühlinger zu Jannik Göller, doch aus spitzem Winkel zischte dessen Schuss am leeren Tor vorbei. Mehr ließ die Turnerschaft nicht zu. „Wir haben bockstarke Innenverteidiger und giftige Außenverteidiger“, lobte Gahn seine Viererkette.

    So machte den Unterschied halt einmal mehr der Schweinfurter Torjäger Dominik Popp. Schon in der 37. Minute hatte der 22-Jährige eigentlich seinen ersten Treffer erzielt, wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen.

    Dabei lag das häufig unsichere Unparteiischentrio um Simon Winkler aber ebenso verkehrt wie in vielen anderen Szenen. Nichts zu mäkeln gab es dann in der 43. Minute: Ausgerechnet der sonst so sichere DJK-Abwehrchef Andreas Jazev leistete sich einen Blackout und spielte Popp den Ball genau in die Füße. Es folgte ein kleines Solo, an dessen Ende der Schweinfurter das Runde mühelos ins leere Eckige schob.

    Die FTS lässt Chancen liegen

    Sehenswert war dann auch Popps zweiter Streich – ein Drehschuss im Strafraum, bei dem sich der Turner-Goalgetter den Ball mehr oder weniger selbst vorlegte (68.). Davor konnte sich DJK-Keeper Leon Hartmann mehrfach auszeichnen, unter anderem bei Tyrell Waltons Solo (49.) oder Niklas Saals Knaller aus Mittelstürmer-Position (65.). „Wir hätten noch höher gewinnen können“, fand Gahn, der insgesamt „ein sehr gutes Spiel“ gesehen hatte. „Wir können auf diesen Sieg stolz sein, denn viele Teams werden hier nicht gewinnen. Die Schwebenrieder machen das richtig gut.“

    Endgültig entschieden war die Partie, als der DJKler Marcel Behr sich ein durchaus kartenwürdiges Foul an Pascal Rinbergas leistete. Dass Referee Winkler dem vorab uanauffälligen Schwebenrieder den dunklen Karton – anstelle einer Gelben Karte – vor die Nase hielt, war selbst aus Schweinfurter Sicht die falsche Wahl (73.).

    Schwebenried: Hartmann - Zöller (82. Reck), Jazev, Wehner, Stürmer - Kummer (57. Baum), Behr, Markert, Lichtlein (57. Marc Müller) - Kühlinger, Göller.

    Schweinfurt: Mai - P. Werner (57. Zeißner), Reuß, Mock, Aydin - Öztürk (80. Herrmann), Rinbergas, Mosandl - N.Saal (70. Lehfer), Popp, Walton. Schiedsrichter: Simon Winkler (Don Bosco Bamberg). Zuschauer: 250. Tore: 0:1, 0:2 Dominik Popp (43., 68.). Rot: Marcel Behr (73., Schwebenried, grobes Foulspiel).

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