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    Fußball: Regionalliga

    Erster kleiner Dämpfer für den FC 05

    Intensives Duell: Der Schweinfurter Sascha Korb (rot) ist vor dem Fürther Daniel Adlung am Ball. Foto: Michael Bauer

    Türkgücü München ist nach zwei Spieltagen schon mal Erster. Der Aufsteiger steht also da, wo er auch am Saisonende stehen will. Der FC 05 auch, ist aber zunächst nur Vierter, weil er in Fürth nicht sehr gut und letztlich nur 0:0 gespielt hat. Es ist nur die zweite Partie, es sind nur zwei Punkte, aber es ist der erste Rückstand - und folglich der erste Dämpfer. Ein nicht eben lässig beiseite zu schubsender, weil: Über 90 Minuten fanden die Schweinfurter kein Konzept, diese aggressive Fürther U23 entscheidend auszuspielen.

    Das ärgerte Trainer Timo Wenzel noch mehr als das Remis selbst: "Wir haben uns einerseits zu wenig bewegt, waren andererseits zu hektisch." Was klingt, als schließe es sich aus, liegt im Verhalten bei Ballbesitz begründet. Die von ihren Fans großartig angefeuerten Schweinfurter forderten zu wenig den Ball, brachten sich zu selten in anspielbare Position. Was wiederum zur Folge hatte, dass erkämpfte Bälle viel zu hastig nach vorn befördert wurden. "Natürlich muss der erste Blick tief sein, aber wenn's nicht geht, dann geht's nicht. Ich weiß auch nicht, was die Jungs da für einen Floh im Ohr haben", so Wenzel. "Wir müssen da einfach dominanter auftreten."

    Mohamad Awata vergibt Chance zur Führung

    Stattdessen taten das zu Beginn beider Hälften jeweils die mit einigen Profis angetretenen Fürther. Im zweiten Anlauf, die Schweinfurter zu überrumpeln, erarbeiteten sie sich auch ihre größte Chance - wenngleich mit Unterstützung von Schiedsrichter Elias Tiedeken. Der zeigte nämlich mit dem Arm Freistoß für Fürth an, soll aber verbal Schweinfurt begünstigt haben. So postierten sich gerade die Nullfünfer zum Ausführen, als die Gastgeber schneller schalteten - doch Can Caskun vergab freistehend überhastet (50.). Einmal war auch der FC 05 in ähnlicher Position. Nach langem Ball war Mohamad Awata mutterseelenallein vor SpVgg-Keeper Leon Schaffran, schloss aber so lax ab, das dieser parieren konnte (15.). "Wenn wir da das Tor machen, schaukeln wir auch das Spiel nach Hause", war sich Wenzel sicher.

    Wenige Strafraumszenen, noch weniger Torchancen: Auch hier klärt der Fürther Keeper Leon Schaffran (gelb) gegen den Schweinfurter Kapitän Stefan Kleineheismann (rot). Foto: Michael Bauer

    Ansonsten neutralisierten sich beide Teams mit intensiver Zweikampfführung im Mittelfeld. Lösungen fanden sie beide nicht. Einer, der sich das von hinten anschauen durfte, war Linksverteidiger Christian Köppel. "Wir haben zu wenig in die Offensive investiert", kritisierte der Ex-Löwe, der zwar den Wert des Zu-Null schätzte, aber auch in seiner Abwehrreihe noch Mängel ausmachte: "Da hat hie und da die Abstimmung gefehlt." So kamen die Fürther zwar zu ein paar Distanzschüssen, außer vielleicht dem von Luis Zwick souverän parierten Versuch von Daniel Steininger (24.), kam da aber auch nichts Gefährliches zu Stande.

    "Wir müssen hart am Fußballerischen arbeiten und uns im Spiel mehr trauen."
    FC-05-Linksverteidiger Christian Köppel zeigt sich selbstkritisch

    Auch, weil die Innenverteidigung mit Lukas Billik und Kapitän Kleineheismann, der nach einer Ecke nochmal Schaffran prüfte (41.), felsenfest stand. Was am Dienstagabend (19 Uhr) zu wenig sein dürfte, um den mit zwei Niederlagen komplett fehlgestarteten Mitfavoriten Wacker Burghausen zu bezwingen. "Wir müssen hart am Fußballerischen arbeiten und uns im Spiel mehr trauen", forderte Köppel. Auch Wenzel ("in den wenigen Momenten, wo wir Fußball gespielt haben, hatten wir auch Chancen") will dann erheblich mehr Aufwand, also ein variables Aufbauspiel, sehen: "Wenn wir den Aufwand nicht betreiben, dann haben wir es gegen jeden Gegner schwer."

    Verletzungen sorgen für zwei Umstellungen

    Zwei kurzfristig nötige Umstellungen wollte er jedenfalls nicht geltend machen für die im Vergleich zum Aubstadt-Spiel deutlich weniger kreative Vorstellung. Stefan Maderer musste ausgerechnet gegen seine Ex-Kollegen wegen einer Blessur im Hüftbeuger passen, der angeschlagene Torjäger Adam Jabiri konnte erst die letzte knappe halbe Stunde stürmen, am Morgen war ein Einsatz noch fraglich. Awata mühte sich als Vertreter redlich, hatte vor der Pause zwei Szenen und machte daraus nichts. "Das muss ein Stürmer abhaken können", glaubt Köppel nicht an "bleibende Schäden".

    Starker Support in Fürth: die Fans des FC 05 Schweinfurt. Foto: Michael Bauer

    Der zweite Nachrücker war Almar Suljic, der mit einigen Dribbling-Ansätzen zwar einer der wenigen mutigen war, dabei aber auffallend oft hinfiel. Ein möglicher Grund: Der trotz der drückenden Hitze nicht gewässerte Platz war ziemlich stumpf, ließ auch einige Flachpässe "verhungern". Die offenbar falsch eingestellte Zeitautomatik des Rasensprengers wollte dem eine Viertelstunde vor Schluss wohl ein Ende bereiten. Die Wasserfontänen sorgten für Heiterkeit auf den Rängen - für Frische in Schweinfurter (und auch Fürther) Spiel jedoch nicht.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball, Regionalliga Bayern
    SpVgg Greuther Fürth II - FC 05 Schweinfurt 0:0
    Fürth: Schaffran - Kratzer, Sollfrank, Ahrend, Ort, Lungwitz - Steininger (72. McLemore), Ferri, Adlung, Coskun (87. Subaric) - Parker (62. Wüst).
    Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Kleineheismann, Billick, Köppel - Korb, Fery - Laverty, Krätschmer (64. Jabiri), Suljic - Awata (72. Danhof).
    Schiedsrichter: Elias Tiedeken (TSV Neusäß). Zuschauer: 401. Gelb: Kratzer, Lungwitz - Laverty, Kleineheismann. Gelb-Rot: Kratzer (Fürth, 88.).

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