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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    FC 05 verliert Punkte und gewinnt Mut

    Da ist er noch auf dem Platz: 05-Kapitän Steffen Kleineheismann (im Vordergrund). Mit ihm verteidigen hier Lukas Billick... Foto: Petra Reith

    Unentschieden Nummer elf. Und das bei Viktoria Aschaffenburg schmerzt den FC 05 mehr als alle anderen unnötigen Punktverluste in der bisherigen Saison. Denn diesmal hat sich die Mannschaft nichts, aber auch gar nichts vorzuwerfen. Nach dem Platzverweis gegen Kapitän Stefan Kleineheismann hat sie alles richtig gemacht, bis zur Pause das Spiel dominiert, anschließend hervorragend verteidigt und dann in der 89. Minute das 1:1 kassiert. Die Schweinfurter, die sich allenfalls den Vorwurf machen konnten, trotz bester Chancen nur durch Marco Fritscher getroffen zu haben, gehen nun als Tabellendritter ins das Verfolgerduell am Freitag beim FC Bayern München II – und müssen da unbedingt gewinnen, um das Rennen um Platz eins halbwegs offen halten zu können.

    Liveticker: Der Verlauf der Partie zum Nachlesen

    „In Unterzahl kannst du nicht besser spielen, ich bin so stolz auf die Jungs“, sprach Linksaußen Steffen Krautschneider, der in der Anfangsphase zweimal das 0:1 hatte liegen lassen, dem ganzen Team aus der Seele. „Nachdem, was wir hier abgerissen haben, ist das einfach nur bitter, nur mit einem Punkt dazustehen.“ Denn ab der elften Minute waren die Gäste bereits dezimiert. Als der Aschaffenburger Björn Schnitzer sich allein Richtung Tor hätte aufmachen können, holte ihn 05-Kapitän Stefan Kleineheismann von den Beinen. Foul? Klar. Aber Rot? „Nein“, sagten Krautschneider und sein Trainer Timo Wenzel. Jein trifft´s wohl am besten. Denn es waren noch zwei Schweinfurter auf gleicher Höhe, zwar weit weg, aber Schnitzer hätte auch noch 40 Meter zu Laufen gehabt.

    Stau auf A3 sorgt für Verspätung

    Übrigens nicht das einzige Missgeschick des FC 05, der rechtzeitig losgefahren, dann aber auf der A3 zwischen den Anschlussstellen Marktheidenfeld und Rohrbrunn in eine Sperrung geraten war, weil kurz vor dem Bus ein Unfall passiert war. So kamen die Nullfünfer erst um 14 Uhr an, als die Partie eigentlich angepfiffen werden sollte. Den Schiedsrichter hatte es auch erwischt, los ging´s dann kurz nach Halbdrei, gerade noch rechtzeitig, dass vor Einbruch der Dunkelheit Schluss sein konnte.

    „Das hat uns aber nicht irritiert“, so Wenzel. „Wir waren voll fokussiert, haben uns eine halbe Stunde intensiv warm gemacht.“ Und auf Platz übernahmen die Gäste auch gleich das Kommando, ließen sich selbst vom Platzverweis nicht stören. Aschaffenburg agierte auch in Überzahl mit Fünferkette (SVA-Coach Jochen Seitz: „Wir wollten nichts durcheinanderbringen, haben abgewartet“). So konnten die Schweinfurter, die sich mit viel Leidenschaft zahllose Bälle schon kurz nach der Mittellinie krallten, ein beeindruckendes Kombinationsspiel aufziehen. Und wenn die Viktoria doch mal durchkam wie bei Silas Tom Zehnders Schuss (28.), war 05-Keeper Alexander Eiban auf dem Posten.

    Die besseren Chancen hatte der FC 05, allen voran Adam Jabiri. Der traf, völlig frei, die falsche Entscheidung, passte, statt selbst zu vollenden, rüber zu Dominik Weiß, doch der kam nicht ganz ran (35.). Und doch klappte es wenigstens mit dem einen Tor vor der Pause. Fritscher zog aus 20 Metern ab, sein abgefälschter Ball zwängte sich zwischen den Handschuhen von Ricardo Döbert und dem linken Pfosten ins Netz zum 0:1 (39.).

    Wenzels Gebete nicht erhört

    Mit Wiederbeginn sah Seitz den richtigen Zeitpunkt für Offensive, stellte um auf 4-2-3-1 – und seine Mannschaft, die als Aufsteiger immerhin im Mittelfeld und im Pokal-Halbfinale gegen 1860 München steht, mobilisierte letzte Reserven. Jetzt nahmen die Schweinfurter den Abwehrkampf an, verteidigten mit den letzten Körnern. Bei Zaki Ech Chads Kopfball hatten sie Eiban (69.), bei Pasqual Verkamps Versuch aus spitzem Winkel Glück und Fritschers Abwehrbein (82.). Dann aber überlegte es sich Fortuna doch noch anders: Ein eigentlich schon abgewehrter Ball landete bei Clay Verkay, der zog hart ab und das Ding landete im Winkel zum 1:1 (89.). „Ich hatte schon einen Herzkasper, habe gebetet, lass uns heute mal Glück haben“, so Wenzel. „Und dann haut der so eine Fackel raus.“

    Dass seine Mannschaft hernach kopflos auf das 2:1 rannte, sich bei etwas mehr Zielgenauigkeit der Aschaffenburger auch noch eine Niederlage hätte einhandeln können, war das Einzige, was Wenzel dann nicht so ganz gefallen hatte. In der Kabine gab´s dann erstmal Aufmunterung: „Die Jungs haben mir so leidgetan, nach der tollen Leistung. Die waren danach mausetot.“ Dass sich dieser Gemütszustand auswirken könnte auf das Bayern-Spiel am Freitagabend, glaubt Wenzel indes nicht: „Für diese letzten 90 Minuten vor Weihnachten muss ich wahrhaftig keinen Einzelnen extra motivieren.“

    Eine Steigerung, eine Entwicklung, auch mit neuer Spielkonstellation klar zu kommen, hat der FC 05 in Aschaffenburg zeigen können. Der Lohn freilich hält sich in Grenzen. Durch das Memminger 0:1 in Buchbach und das Burghausener 1:1 in Bayreuth ist der FC 05 Dritter, hat aber weiter an Boden verloren gegenüber die siegreiche Konkurrenz aus München und Eichstätt. Verlieren die Schweinfurter in München, gehen sie mit neun Punkten Minus auf dieses Duo in die Weihnachtsferien – und die Bayern haben zwei Spiele weniger. Mut, diese Partie aber gewinnen zu können, den haben sie trotz der beiden verlorenen Punkte gewonnen.

     

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Regionalliga Bayern

    SV Viktoria Aschaffenburg – FC 05 Schweinfurt 1:1 (0:1)

    Aschaffenburg: Döbert – Fritsch (46. Harrer), Ech Chad, Boutakhrit, Dähn, Zehnder – Desch (75. Oppermann), Verkaj, Cheron – Verkamp, Schnitzer.

    Schweinfurt: Eiban – Messingschlager (70. Philp), Strohmaier, Kleineheismann, Fritscher – Jelisic, Billick – Weiß (78. Maderer), Trinks, Krautschneider – Jabiri.

    Schiedsrichter: Luka Beretic (TSV Friedberg). Zuschauer: 1222. Tore: 0:1 Marco Fritscher (39.), 1:1 Clay Verkaj (89.). Rot: Stefan Kleineheismann (Schweinfurt/11., Notbremse). Gelb: Desch, Verkamp, Boutakhrit – Strohmaier, Billick, Trinks.

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