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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    FC 05 will vorab Kraft aus dem Derby ziehen

    Kann auch rustikal: der Schweinfurter Mittelfeldspieler Nikola Jelisic (schwarz). Foto: Marion Wetterich

    FC 05 Schweinfurt – FC Memmingen (Freitag, 19 Uhr, Willy-Sachs-Stadion)

    „Wir sind wir!“ Das ist doch mal eine Aussage. Timo Wenzel hört es allerweil gar nicht gerne, wenn er auf Siege des FC Bayern München II und daraus resultierenden Druck auf die eigene Mannschaft angesprochen wird. „Die haben einen anderen Etat, andere individuelle Klasse. Wir wollen das im Kollektiv richten und schauen ausschließlich auf uns“, sagt der Trainer des FC 05 Schweinfurt nach zuletzt sechs verlorenen Auswärtspunkten und vor dem Spitzenspiel gegen den FC Memmingen.

    Ja, Spitzenspiel. Der Tabellenfünfte, der mit einem Sieg in der nachzuholenden Partie gegen Buchbach Zweiter wäre, empfängt den derzeit Dritten. An eine solche Konstellation hätte bei den Allgäuern nach dem gerade so vollbrachten Klassenerhalt wohl niemand gedacht. Der Schweinfurter Mittelfeldspieler Nikola Jelisic indes schon: „Die hatten letzte Runde schon eine gute Qualität, die stehen defensiv gut, haben ein starkes Umschaltspiel und schnelle Außen“, erinnert sich der 23-Jährige. Und verspricht: „Wenn wir 100 Prozent fokussiert auftreten, bin ich mir sicher, dass wir trotzdem die drei Punkte holen.“

    Damit wäre dann auch auf dem Platz Wiedergutmachung bei den Fans betrieben. Verbal versuchte Jelisic das schon mal vorab: „Ich entschuldige mich im Namen der Mannschaft bei unseren Fans, dass wir nach dem Rosenheim-Spiel nicht zu ihnen gekommen sind. Wir haben den späten Ausgleich bekommen, da waren die Köpfe unten. Das darf aber keine Ausrede sein, diese treuen Fans sind mehrere hundert Kilometer gefahren, um uns zu sehen.“ Das 2:2 in Rosenheim hätte bei der Mannschaft jedoch keine Spuren hinterlassen, so Jelisic weiter. „Wir hätten dort das 3:1 machen müssen. Hätten wir es gemacht, würde jetzt keiner von mentaler Schwäche reden“, konterte er auch ein bisschen seinen Trainer, der Willensdefizite durchaus erkannt hatte. Und genau dies mit etwas Abstand relativiert: „Auswärts sind wir fast immer der Favorit, gegen den man unbedingt gewinnen will. Das macht es enorm schwer. Aber daheim sind wir eine Macht“, hat er vor der Memmingen-Aufgabe einen kräftigen Schluck Optimismus genommen.

    Dass der FCM zuletzt drei Siege und ein Remis eingefahren hat, beeindruckt der Schweinfurter Coach dabei ebenso wenig wie die fünf Treffer von Stürmer Furkan Kircicek: „Die werden uns kaum pressen, die werden sich tief fallen lassen und dann kontern. Da müssen wir offensiver gegen den Ball spielen als sonst“, will Wenzel weit in des Gegners Hälfte attackieren lassen.

    Zur Verfügung stehen ihm alle Akteure außer Ronny Philp (Sprunggelenk) und Dominik Weiß (Adduktoren). Auch Angreifer Florian Pieper, der nach einer Margen-Darm-Infektion stark geschwächt war, konnte diese Woche wieder voll trainieren. Sturm-Kollege Adam Jabiri hat seine Schulter-Blessur auskuriert und ein eigenes Torabschluss-Training genossen. „Das hat ihm gut getan“, so Wenzel. „Wir sind froh einen so willensstarken Spieler im Team zu haben. Er braucht nur wieder ein Tor.“ Als ehemaliger Kickers-Stürmer fiebert er ganz besonders dem Wiedersehen im BFV-Pokal-Achtelfinale am 12. September entgegen. Dem Wenzel trotz der Doppelbelastung nur Positives abgewinnt: „Wir freuen uns auf das Derby. Das setzt Kräfte frei, Kräfte, die wir in das Memmingen-Spiel mit hineinnehmen müssen.“ Eine Über-Fokussierung auf diese Partie befürchtet der Trainer derweil nicht.

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