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    Fußball: BFV-Pokal

    "FC 05 in der Dritten Liga gut aufgehoben"

    Sehen trotz der jüngsten 0:3-Niederlage bei Aufsteiger Viktoria Köln noch ganz zuversichtlich aus: die Ingolstadter Funktionäre Florian Zehe (links, technischer Direktor) und Michael Henke (Direktor). Foto: Stefan Bösl/imago

    Er ist gebürtiger Obereuerheimer, hat in der Jugend beim FC 05 Schweinfurt gespielt, später in der Landesliga für die Freien Turner. Seit dem Sommer ist Florian Zehe technischer Direktor bei Drittligist FC 04 Ingolstadt. Vor dem Zweitliga-Abstieg in der Relegation gegen Wehen-Wiesbaden (auswärts 2:1, zu Hause 2:3) war der 39-Jährige, der den Einstieg in  Profifußball nach seinem Sportökonomie-Studium als Praktikant beim Hamburger SV gefunden hatte, bereits knapp neun Jahre Chef-Scout bei den "Schanzern". Die lange Vereinstreue ist für Zehe quasi eine Selbstverständlichkeit, ist einer seiner fußballerischen Ziehväter doch FTS-Urgestein Ernst Gehling. Am Dienstag (18 Uhr; Willy-Sachs-Stadion) sind die Ingolstadter Gegner des FC 05 im Achtelfinale des BFV-Pokals. Anlass, mit Florian Zehe über die Ausgangslage für beide Mannschaften zu sprechen.  

    Frage: Schweinfurt. Für Sie nur ein sportlicher Ausflug oder auch ein bisschen Rückkehr in die alte Heimat?

    Florian Zehe: Beides. Ich bin privat ja immer wieder mal in Schweinfurt. Eine Rückkehr zum FC 05 ist es für mich aber eher weniger, die Zeit dort in der Jugend liegt ja schon etwas länger zurück.

    Sind Sie im Bilde, was Ihre Ex-Vereine FC 05 und FT Schweinfurt derzeit so treiben?

    Zehe: Auf alle Fälle. Gerade zu den Freien Turnern bestehen da noch enge Kontakte, ja sogar Freundschaften. Und wenn ich in der Nähe bin und es sich anbietet, gehe ich auch mal zu einem Spiel des FC 05.

    Und jetzt sind Sie mit der ersten Mannschaft des FC 04 Ingolstadt zu Gast beim FC 05. Die Vorzeichen sind ja recht unterschiedlich. Schweinfurt geht mit sieben Pflichtspiel-Siegen in Serie ins Spiel. Ingolstadt hat zuletzt zweimal nicht gewonnen, am Wochenende mit 0:3 in Köln verloren.

    Zehe: Das ist schon eine Delle, die wir aktuell durchleben. Das muss man ehrlich sagen. Deswegen sehe ich das Spiel in Schweinfurt als eines auf Augenhöhe, wenn man die Trends sieht. Das ist auch nicht als Floskel gemeint. Der Erste der Regionalliga ist sportlich schließlich nicht so weit entfernt vom Dritten der Dritten Liga. Bei uns gab es im Sommer einen großen Umbruch. Wir haben viele junge Spieler, die Mannschaft wurde neu zusammengestellt. Entsprechend haben wir damit gerechnet, dass es auch mal einen kleinen Rückschlag geben kann.

    Ist für Ingolstadt der Pokal überhaupt relevant? Der Fokus dürfte auf dem Wiederaufstieg liegen.

    Zehe: Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass wir sofort wieder hoch gehen. Deswegen nehmen wir den Pokal schon ernst. In der ersten und zweiten Runde sind wir noch mit einer gemischten Mannschaft angetreten. Ohne dass es despektierlich gegenüber diesen Gegnern klingen soll, werden wir das in Schweinfurt nicht mehr tun. Wir sind uns der Stärke des FC 05 bewusst. Dessen Mannschaft hat zwar auch einen Umbruch hinter sich, jedoch mit einem Plus an Qualität. Es war die richtige Entscheidung in Schweinfurt, am Trainer festzuhalten. Die Mannschaft tritt sehr stabil auf. 

    "Es war die richtige Entscheidung in Schweinfurt, am Trainer festzuhalten. Die Mannschaft tritt sehr stabil auf."
    Ingolstadts Florian Zehe über Pokal-Gegner FC 05

    Der Abstieg aus der Zweiten Liga wird in Ingolstadt vermutlich als Betriebsunfall gesehen. Gibt es langfristig wieder Bundesliga-Ambitionen? 

    Zehe: Wir haben es von mehreren Seiten zu hören bekommen, dass man mit der Qualität unserer Einzelspieler nie hätte absteigen dürfen. Wir sehen das auch selbstkritisch und vielleicht hat es auch ein Stück weit dazu beigetragen, dass es nicht gereicht hat. Am Ende hatten wir den vierten Trainer und sind in der Relegation abgestiegen aufgrund einer schwachen Halbzeit im Rückspiel zu Hause. Wenn das nach so einer Aufholjagd auf die Art und Weise zustande kommt, ist das schon ein Schock. Das zu verarbeiten, hat ein paar Wochen Zeit in Anspruch genommen. Jetzt tun wir gut daran, mittelfristig zu planen und es mit der nötigen Demut anzugehen. Der zweijährige Ausflug in die Bundesliga war schön, aber für so etwas muss auch alles perfekt passen. Dauerhaft sind wir, denke ich, in der Zweiten Liga gut aufgehoben. Dort sollten wir auf Sicht wieder hinkommen. Aktuell geht es aber noch darum, nach dem Umbruch Woche für Woche unsere Leistung in Liga drei abzurufen, nicht mehr und nicht weniger.

    Jetzt kennen Sie ja die Dritte Liga auch ein bisschen. Ist das eine Liga für den FC 05 Schweinfurt? Und ist da überhaupt Platz für zwei unterfränkische Klubs?

    Zehe: Ich glaube schon. Schweinfurt hat ein gutes Umfeld, ein schönes Stadion. Mit seinen Voraussetzungen wäre der FC 05 in der Dritten Liga gut aufgehoben. Die Würzburger Kickers machen das ja jetzt schon länger sehr gut und haben sich auf diesem Niveau stabilisiert. Ich denke, die Region verträgt zwei Drittligisten.

    Vielleicht gibt's nächste Saison ja ein Punktspiel Ingolstadt gegen Schweinfurt. Jetzt messen sich beide Vereine aber erstmal im Pokal. Sind Sie überrascht, dass der FC 05 überzeugt ist, gewinnen zu können?

    Zehe: In einem K.o.-Spiel ist es doch normal, dass beide Mannschaften weiterkommen möchten. Wir werden diesem Gegner ganz sicher Respekt zollen. Es sind ja keine glücklichen Siege, die Schweinfurt da einfährt. Die Mannschaft ist stabil. Selbst das 4:1 in Garching hätte höher ausfallen können. Wir haben die Schweinfurter einmal gesehen und auch analysiert. Es gibt ja auch Videos und andere technische Hilfsmittel, unser Trainerteam geht das sehr akribisch an.

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