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    Turnen

    Bayerns Turnerjugend kommt nach Schweinfurt

    Die Stadt hat sich mit dem Landesturnfest 2019 als Ausrichter von großen Events bewiesen. Nun ist der Nachwuchs an der Reihe und er kämpft nicht nur um Titel und Pokale.
    Vertragsunterzeichnung zum 36. bayerischen Turnerjugendtreffen (von links): Klaus Rehberger (Vorsitzender des Turngaus Schweinfurt-Haßberge), der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Marion Schmidt (Landesfachwartin Turnen). Foto: Michael Bauer

    Tuju - nein, das ist kein Wort irgendeiner karibischen Inselsprache. Auch nicht finnisch. Tuju ist das Kürzel der Turnerjugend.  Und die trifft sich im Juli in Schweinfurt, der Stadt, die 2019 beim 32. bayerischen Landesturnfestes einen Teilnehmer- und Besucherrekord hat feiern dürfen. Nun also das 36. bayerische Turnerjugendtreffen. Diese Veranstaltung findet, außer in Jahren mit einem Landesturnfest, jährlich statt und zum zweiten Mal nach 2002 in Schweinfurt. Letzter Austragungsort war 2018 die mittelfränkische Triathlon-Metropole Roth.

    "Ich freue mich, dass das Landesturnfest auf diese Art nachweht", sagte der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé bei der Vertragsunterzeichnung mit dem Bayerischen Turnverband (BTV). Da die Stadt diese Großveranstaltung so zuverlässig und mit enormem Herzblut abgewickelt habe, seien reihenweise Angebote für weitere, auch hochkarätige Events eingetrudelt, bestätigte Klaus Rehberger, der Vorsitzende des Turngaus Schweinfurt-Haßberge: "Wir waren einfach zu gut, man hat uns die Tür eingerannt."

    1200 Jugendliche aus über 50 Vereinen

    Entschieden habe man sich ganz bewusst für das Turnerjugendtreffen. Und so werden in Schweinfurt in den Tagen vom 17. bis 19. Juli rund 1200 Jugendliche aus mehr als 50 bayerischen Vereinen erwartet, an den sportlichen Entscheidungen jeweils rund 100 Mannschaften und Einzelwettkämpfer teilnehmen.

    Gruppengymnastik mit Handgerät - nur eine von vielen Disziplinen, die es im Juli in Schweinfurt zu sehen geben wird. Foto: Michael Bauer

    Ermittelt werden bayerische Meister und Landespokalsieger in den klassischen Turnerjugend-Wettkämpfen. "Im Mittelpunkt stehen dabei TGM und TGW", so Rehberger - schon wieder Abkürzungen. Die stehen für Turngruppen-Meisterschaften und Turngruppen-Wettkämpfe. Den Auftakt macht am Freitag der erste Teil des Einzel-Vierkampfs, bei dem die vier Disziplinen Bodenturnen, Minitrampolin, Sprint sowie Zeitschwimmen absolviert werden. Am Samstag kommen die Teamwettkämpfe hinzu.

    "Wer einmal in einer Halle gestanden hat, in der über 1000 Jugendliche etwas vorführen, weiß, welche Gänsehaut man da bekommt."
    Turn-Landesfachwartin Marion Schmidt über die Tuju-Party

    Dabei geht es für die meisten Mannschaften um die Qualifikation zum Deutschen Turnerjugendtreffen und die Chance, im Kampf um die deutsche Meisterschaft und den Bundespokal einzugreifen. Je nach Wettkampfklasse treten die Teams in drei oder vier Disziplinen gegeneinander an. Dabei haben sie die Auswahl aus technisch-kompositorischen (Turnen, Tanzen, Singen, Gymnastik) und leichtathletischen (Laufen, Schwimmen, Ballweitwurf) Disziplinen.

    Die einen turnen, die anderen feiern an: Beim Turnerjugendtreffen wird der Gruppengedanke groß geschrieben. Foto: Michael Bauer

    "Es geht darum, dass eine Gruppe von sechs bis zwölf Jugendlichen etwas gemeinsam macht. Das erfordert eine große gegenseitige Rücksichtsnahme", verwies BTV-Landesfachwartin Marion Schmidt auf den Inklusionsgedanken. "Der eine kann gut turnen, der andere eben singen. Da nehmen sich die Jugendlichen gegenseitig mit, das ist Teamgeist." Als Wettkampfstätten stehen das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium (wo auch viele Jugendliche übernachten), die Georg-Wichtermann-Halle (mit neuem Schwingboden), das Willy-Sachs-Stadion und das Silvana-Bad zur Verfügung.

    Gruppencharakter steht im Vordergrund

    Neben dem Wettkampf steht beim Turnerjugendtreffen, wie auch bereits beim Landesturnfest, immer der Gruppencharakter im Vordergrund: mit neuen Sportarten wie Sportstacking, Parkour oder Akrobatik, aber auch bei der gemeinsamen Tuju-Party am Samstagabend. Schmidt: "Wer einmal in einer Halle gestanden hat, in der über 1000 Jugendliche etwas vorführen, weiß, welche Gänsehaut man da bekommt."

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