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    FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Kommentar: Längst fällige Großspurigkeit des FC 05

    Es mag großspurig klingen, wenn Präsident Markus Wolf und Trainer Tobias Strobl ihre Überzeugung artikulieren, der FC 05 könnte noch Meister werden. Aber: Warum nicht?

    Es mag großspurig klingen, wenn FC-05-Präsident Markus Wolf seine Überzeugung artikuliert, die Schweinfurter könnten trotz acht Punkten Rückstand noch Meister der Regionalliga Bayern werden. Das mag selbst auf die dezentere Einschätzung von Trainer Tobias Strobl und etlichen Spielern zutreffen. Aber: Warum nicht? Nur wer sich Ziele setzt, kann Ziele erreichen. Ein Fehler ist es sicher nicht, noch nach den Sternen greifen zu wollen.

    Man mag im Schweinfurter Umfeld vielmehr sagen: endlich! Drei Jahre wurde von „oben mitspielen“ und „sich verbessern“ gefaselt. Nun hat Wolf, der zuvor als einziger vorgeprescht ist, mit seiner Philosophie sein Personal überzeugt. Rückblickend lagen die Fehler im zu relativierenden Formulieren der Titel-Ambition vor der Runde (Türkgücü sei kein normaler Aufsteiger, habe ganz andere finanzielle Möglichkeiten) und im nicht minder zaghaften Reagieren auf die brutale Oktober-Krise. Wenn wen nur der Titel zählt, dürfte es keine Rücksicht auf Sympathien geben.

    Das Fundament für die „neue Großspurigkeit“ ist freilich fragil. Nur wenn im März gleich einmal alle vier Partien gegen durchweg schlagbare Kontrahenten gewonnen werden, könnte ein Münchner Patzer Hoffnungen nähren. Ein eigener – und die Konkurrenz feixt. Mental scheint der FC 05 reif für die Herkules-Aufgabe: Weil er in Strobl einen Motivator par excellence hat, einen, der taktisch wie psychologisch neue Wege geht, der begeistert. Begeisterung kann Kräfte freisetzen – auch bei Spielern, die nicht beweisen konnten, dass sie sich allein durch Qualität oben behaupten können.

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