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    FUSSBALL: TESTSPIEL

    FC-05-Coach Wenzel redet Klartext

    In Bedrängnis: Der Schweinfurter Kevin Fery (schwarzes Trikot) wird vom Ulmer Luigi Campagna (links) attackiert. Sein Te... Foto: Dominik Großpietsch

    Fußball

    Testspiel

    SSV Ulm – FC 05 Schweinfurt 2:0 (1:0)

    „Man muss laufen, laufen, laufen! Sonst hat man da oben, wo wir hinwollen, nix verloren.“ Zwei Sätze und 15 Worte brauchte Stefan Maderer, um den Auftritt des FC 05 Schweinfurt beim SSV Ulm zu umschreiben.

    70 Minuten lang bot der Regionalliga-Dritte bei seinem ersten Härtetest eine erschreckend schwache Vorstellung, so dass die 0:2-Niederlage auf dem Kunstrasenplatz am Ulmer Donaustadion vollends verdient war.

    Die nach dem Abtswind-Spiel sehr defensiv aufgestellten Schweinfurter versuchten zunächst, kompakt zu verteidigen und über Konter zum Erfolg zu kommen. So weit die Theorie. Gegen den Fünften der Regionalliga Südwest, der sich von Anfang an recht zielstrebig präsentierte, war die Viererkette der Gäste gut beschäftigt, während vor allem Sturmspitze Florian Pieper und Maderer als Linksaußen meist völlig in der Luft hingen.

    Nach vorne geht lange nichts

    „Das war echt deprimierend. Man will das Beste für die Mannschaft geben – und dann hat man nur acht oder neun Ballkontakte“, so der Ex-Fürther Maderer weiter, der nach 33 Minuten mit ansehen musste, wie der SSV Ulm in Führung ging: Dominik Weiß verlor nach einer kleinen Berührung den Halt, sein Gegenspieler Marcel Schmidts hatte so freie Bahn und bediente David Braig, der abgeklärt einschob.

    „Da hatten wir wieder einmal nur Augen für den Ball. Zudem wurden da die Gegenspieler übergeben, obwohl im eigenen Strafraum eine klare Zuteilung herrschen muss“, echauffierte sich FC-Coach Timo Wenzel nach dem Schlusspfiff, während sein Ulmer Pendant Holger Bachthaler zufrieden lächeln konnte. „Die Mannschaft hat über 90 Minuten ein gutes und aktives Spiel abgeliefert. Besonders das Spiel gegen den Ball hat mir gut gefallen.“

    U-19-Spieler überzeugen

    Gegen teils behäbig wirkende Unterfranken hatte Bachthalers Elf immer wieder zündende Ideen im Spiel nach vorne, wenngleich ein Weitschuss des eingewechselten Albano Gashi (68.) herhalten musste, um die Weichen auf Sieg zu stellen.

    Nach dem erneuten Rückschlag wachten die Nullfünfer auf – für Schwung sorgten an diesem Nachmittag allerdings die wenig später eingewechselten U-19-Akteure Jonas Schmitt und Jannik Binder. Viel mehr als ein Freistoß von Adam Jabiri (71.) nach einem Foul des eingewechselten SSV-Schlussmanns Jerome Weisheit an Maderer sprang aber nicht heraus.

    „Dass wir viel trainiert haben, ist auf gar keinen Fall eine Entschuldigung. Wir haben in den letzten 20 Minuten schon besser gespielt, aber mit dem Ball war das viel zu wenig. In der ersten Halbzeit war der Ball jedes Mal nach nicht einmal vier Pässen in der gegnerischen Hälfte wieder beim Gegner“, erklärte der frühere Ulmer Wenzel.

    Viel Arbeit für den Schweinfurter Trainer

    Der 41 Jahre alte Ex-Profi, der ab und an noch in der Altherren-Mannschaft des SSV kickt, sieht sich nun mit dem Problem konfrontiert, dass momentan neue Schwachstellen auftauchen, wenn das Trainerteam gerade dabei ist, an einer anderen zu arbeiten.

    War es beim 2:1-Erfolg gegen den Bayernligisten TSV Abtswind vor allem das Umschaltspiel in Richtung Defensive, das nicht überzeugte – so enttäuschten diesmal die Offensivbemühungen, während Alexander Eiban und David Paulus im FC-Gehäuse je ein Mal hinter sich greifen mussten.

    „Heute hat neben der Bereitschaft, dem Gegner auch mal weh zu tun, noch die Laufbereitschaft gefehlt“, fasste Wenzel schonungslos zusammen. Er weiß, dass sich das am kommenden Samstag gegen den SV Elversberg unbedingt ändern muss, „denn dieses Team ist vom gleichen Kaliber wie Ulm – und wird unsere Fehler auch rigoros bestrafen.“

    Ulm: Hundertmark (46. Weisheit) – Stoll (46. Luibrand), Schindele, Krebs (46. Bradara), Schmidts (46. Nierichlo) – Campagna, Reichert (46. Gashi) – Gutjahr (46. Kammerbauer), Braig (46. Rathgeber), Jann (46. Higl) – Lux (46. Hoffmann). Schweinfurt: Eiban (46. Paulus) – Messingschlager, Billick, Kleineheismann, Lo Scrudato (72. Schmitt) – Fery, Andermatt – Weiß (72. Binder), Schorn (61. Jabiri), Maderer, Pieper (61. Jelisic). Schiedsrichter: Timo Lämmle (SpVgg Rommelshausen). Zuschauer: 200. Tore: 1:0 David Braig (33.), 2:0 Albano Gashi (68.).

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