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    Havertz bei Leverkusens Auftakt dabei

    Umworben       -  Noch trainiert Kai Havertz weiter bei Bayer Leverkusen.
    Noch trainiert Kai Havertz weiter bei Bayer Leverkusen. Foto: Marius Becker/dpa

    Zwischenzeitlich wirkte Kai Havertz abwesend. Beim Betreten des Trainingsplatzes sah er nicht nach links und rechts, zwischenzeitlich jonglierte der 21-Jährige abseits der Gruppe gedankenverloren mit dem Ball, immer wieder zog er sich das linke Hosenbein hoch bis zur Hüfte.

    Der umworbene Fußball-Nationalspieler war beim Trainingsauftakt von Bayer Leverkusen dabei. Aber so richtig da war er irgendwie nicht.

    Seine Anwesenheit beim Aufgalopp 19 Tage nach dem verlorenen Pokalfinale gegen den FC Bayern München (2:4) war eigentlich nichts Besonderes. Zwar gab es während der kurzen Sommerpause nahezu jeden Tag Gerüchte und Wasserstandsmeldungen zu seiner Zukunft. Aber noch hat Havertz nirgendwo unterschrieben. Und Bayer hat auch klargestellt, dass er selbst im Falle eines Wechsels in diesem Sommer noch beim Europa-League-Finalturnier für Leverkusen spielen wird.

    Und doch mehren sich die Anzeichen, dass dies im August die letzten Auftritte des Shootingstars im Bayer-Trikot sein werden. Er selbst habe mit Havertz noch nicht gesprochen, versicherte Trainer Peter Bosz kurz vor dem ersten Training. Einige Medien berichteten aber schon von einer Einigung zwischen der Havertz-Seite und dem FC Chelsea. Und für den gerade von Manchester City zum FC Bayern gewechselten Nationalmannschafts-Kollegen Leroy Sané scheint der Fall auch klar. „Sie haben mit Timo Werner und Kai Havertz zwei Deutsche in einem Jahr geholt”, sagte Sané bei seiner Vorstellung: „Da hat Chelsea gut zugepackt.”

    Dennoch gibt es noch einiges zu klären. Zum einen sind die Vereine nicht einig. Leverkusen erwartet eine Ablösesumme von mindestens 100 Millionen Euro, die Blues sollen bisher aber bestenfalls bereit sein, diese Summe gestaffelt zu bezahlen. Zum anderen zittert Chelsea als Vierter vor dem letzten Spieltag um die Qualifikation für die Champions League. Und die ist für Havertz offenbar Bedingung.

    Die könnte er mit dem Europa-League-Sieg über die Hintertür stattdessen noch mit Bayer erreichen. Das Ziel sei „realistisch”, sagte Bosz am Donnerstag. Allerdings sorgt sich der Trainer angesichts des Terminplans um die Gesundheit seiner Spieler. Und in der kurzen Pause sei auch das mentale Abschalten schwierig gewesen.

    Bei Havertz kam hinzu, dass fast jeden Tag über ihn und seine Zukunft spekuliert wurde. Abschalten war für ihn sicher erst recht unmöglich. Egal, wo der 21-Jährige in der kommenden Spielzeit spielen wird: Er steht körperlich wie mental vor einer herausfordernden Saison.

    © dpa-infocom, dpa:200723-99-901854/5

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