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    Fußball: Dritte Liga

    170 Kickers-Trikots im Keller

    Thomas Knoth in seinem eigenen kleinen Kickers-Museum. Foto: Frank Kranewitter

    Thomas Knoth versteckt seine Leidenschaft nicht. Auf seinem Arm prangt ein großes Kickers-Wappen als Teil einer Tätowierung. Knoth war auch schon Anhänger des Würzburger Fußball-Drittligisten als die Zuschauermenge am Dallenberg noch sehr übersichtlich war, in den tristen Jahren als die Rothosen abgestürzt waren bis in die Bezirksliga. Damals, in den Niederungen des fränkischen Fußballs, waren die Rothosen vom Dallenberg eine Besonderheit, ein Verein mit lautstarken Anhängern mit Fahnen und in Trikots. Und Knoth verkauft damals ehrenamtlich die Fan-Leibchen. Der Anfang einer Sammelleidenschaft.

    Einst war Knoth dem FC Bayern hinterhergereist. Bis zum Champions-League-Triumph 2001 in Mailand gegen Valencia. "Da hatte ich alles erlebt. Danach habe ich gedacht, ich könnte mich auf die Kickers konzentrieren." Und er tat dies mit voller Leidenschaft. Die Leibchen seines Klubs haben es ihm besonders angetan. Einmal vom Jagdfieber gepackt, sammelt er, was ihm da zwischen die Finger kommt. Und das ist inzwischen so einiges. Über 170 Kickers-Trikots hat er mittlerweile beisammen. Der Kellerraum im Häuschen in Karlstadt ist inzwischen ein eigenes kleines Kickers-Museum in Rot und Weiß. Einige Ex-Spieler hätten sich schon angekündigt, um bei ihm in Erinnerungen zu schwelgen, erzählt Knoth 

    Ein Aufstiegsleibchen: Mit diesem Trikot schafften die Rothosen 1990 mit einem gewissen Bernd Hollerbach als Spieler den Sprung in die Bayernliga. Foto: Frank Kranewitter

    Dabei war es gar nicht so einfach die Leibchen entsprechend zuzuordnen. Knoth hat in den Ordnern von Vereinsarchivar Rainer Adam nach Fotos gesucht, jetzt hängen einige der schönsten Teile an der Wand mit einem entsprechenden Bild und dem Verweis auf die Saison. Die Sammlung startet mit dem Dress aus der Bayernliga-Saison 1976/77. "Damals gab es das erste Trikot mit Brustwerbung", erklärt Knoth. Und so reihen sich zahlreiche Skurrilitäten aneinander. Das Leibchen aus der ersten Zweitliga-Saison 1976/77 beispielsweise, auf dem das Klublogo nachträglich mittig über einen Teil der Werbung genäht wurde. Offenbar, weil Schriftzug und Logo den damaligen Bestimmungen entsprechend sonst zu groß gewesen wären.

    "Es ist nicht einfach, an die Trikots heranzukommen", erzählt Knoth. Bei manch großem Bundesliga-Klub gibt es längst einen Markt für die Leibchen. Er indes sucht nach den besonderen, bekommt mal hier, mal da von einem Ex-Spieler oder einem Fan ein neues Exemplar für die Sammlung. "Wenn einer irgendwo auf dem Dachboden ein Teil findet, ist das bei mir gut aufgehoben", meint er: "Sollte es tatsächlich irgendwann ein neues Stadion geben, dann wäre es schön, wenn es dort irgendwo einen Raum für  die Sammlung geben würde."

    Raritäten: Oben ein Trikot aus der Bayernliga-Saison 1976/77, als die Kickers erstmals mit Werbung auf der Brust aufliefen und unten ein Leibchen aus der Zweitliga-Saison 1977/78. Foto: Frank Kranewitter

    Und was hält er von den aktuellen Dressen? "Nicht schlecht", sagt Knoth: "Die erinnern mich an frühere Zeiten." Und auch die grellgelben Ausweichtrikots hätten durchaus Tradition bei den Kickers. "Es gab", erklärt er, "schon immer gelbe Trikots bei den Kickers. Rot und Gelb sind die Wappenfarben der Stadt Würzburg. Blau kommt da übrigens nicht vor."

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