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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA MÄNNER

    26:23 gegen Absteiger: Rimpar kommt mit blauem Auge davon

    DKB 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - HC Rhein Vikings
    Frei zum Wurf kommt Rimpars Michael Schulz gegen den Vikings-Torwart Mikkel Moldrup. Foto: Foto2press

    DJK Rimpar Wölfe – HC Rhein Vikings 26:23 (11:11)

    Wenn die Saison erst zum Jahreswechsel gestartet wäre, dann dürften sich Rimpars Zweitliga-Handballer berechtigte Aufstiegshoffnungen machen. Denn in der Rückrundentabelle stehen sie nach dem 26:23-Erfolg gegen die HC Rhein Vikings mit 19:5 Punkten auf dem dritten Rang, punktgleich mit dem Zweiten HBW Balingen-Weilstetten und nur einen Punkt hinter der HSG Nordhorn-Lingen, dem aktuell besten Rückserien-Team. Doch gegen die bereits abgestiegenen Rheinländer bekleckerten sich die Wölfe vor knapp 1500 Zuschauern in der s.Oliver Arena zunächst mit allem, nur nicht mit Ruhm. Erst eine Leistungssteigerung ab Mitte der zweiten Hälfte brachte ihnen den erwarteten Sieg ein.

    • Liveticker: Der Spielverlauf zum Nachlesen

    Dass es für die Gäste an diesem verregneten Freitag kein Dampferausflug vom Rhein an den Main werden sollte, hatten sie den Rimparern alsbald zu verstehen gegeben. Auch ein 0:3-Rückstand – davon zwei Treffer von DJK-Schlussmann Max Brustmann in den verwaisten HC-Kasten – brachte das abgeschlagene Schlusslicht nicht aus dem Konzept. Sie versuchten sich nach Vorgabe ihres Trainers Jörg Bohrmann weiterhin und durchgängig im siebten Feldspieler.

    Dabei war der Fusionsklub aus Düsseldorf und Neuss mit nur acht Feldspielern nach Würzburg gekommen. Davon waren fünf Akteure 22 Jahre und jünger. Für Unruhe in der Wölfe-Abwehr sorgte allerdings die ältesten Wikinger: Bennet Johnen (29) setzte sich zu Beginn mehrmals am Kreis durch, sein gleichaltriger Teamkollege Christian Hoße kam am Ende auf zehn Tore. In der 11. Minute glich Johnen zum 4:4 aus. Und ehe sich die Rimparer versahen, lagen sie auch schon mit zwei Treffern im Hintertreffen.

    Im Angriff scheiterten sie reihenweise am bärenstarken Vikings-Torwart Mikkel Moldrup, der aus dem dänischen Esbjerg stammt und seit 2014 am Rhein zwischen den Pfosten steht. In der 21. Minute hatte DJK-Trainer Matthias Obinger beim Stand von 7:8 genug - und zog die Auszeit. Auf Rechtsaußen brachte er den Wackelkandidaten Max Bauer für den glücklosen Julian Sauer. Und der gebürtige Berliner fügte sich mit drei astreinen Treffern bis zum Kabinengang glänzend ein. So konnten die favorisierten Grün-Weißen noch heilfroh sein, dass sie mit einem Remis in den zweiten Durchgang gehen durften.

    Immer wieder leichtsinnige Abspielfehler

    Gleich nach dem Seitenwechsel ließ Bauer seinen nächsten Treffer folgen – diesmal per Konter. Dann kam wieder der Auftritt von Torjäger Brustmann. Wie in der ersten Hälfte durfte der DJK-Keeper auch jetzt zweimal in den leeren Kasten werfen – 14:11 (33.). Bohrmann rief seine Truppe sofort zusammen. Doch er ging weiter das Risiko ohne Schlussmann im Angriff. Nun machte seine Sieben das Match aber wieder breiter; sie kämpfte sich mehrmals bis auf einen Treffer heran. Immer wieder leisteten sich die Wölfe leichtsinnige Abspielfehler, welche die Gäste förmlich zu Treffern einluden. „Ich habe mir erhofft, dass wir das etwas besser lösen können. Wir mussten hier schon über höchste Intensität gehen, dass wir dieses Spiel gewinnen“, erklärte Obinger.

    Immerhin war Rechtsaußen Bauer weiter nicht zu stoppen und gab mit acht Volltreffern bei acht Versuchen am Ende eine große Empfehlung an den Verein ab, seinen Vertrag doch noch zu verlängern. „Es war natürlich ein toller Abend für mich. Aber letztlich ist es nicht wichtig, wer die Tore macht“, sagte Bauer nach dem Spiel. Mit einem genialen Treffer von DJK-Spielmacher Benjamin Herth konnten sich die Rimparer erstmals auf vier Tore absetzen – 21:17 (49.). Weil sich die Wikinger bis zum Schluss nicht aufgaben, ging das Duell trotzdem knapp aus.

    Unterm Strich stand für die Rimparer jedoch der neunte Sieg im zwölften Rückrundenspiel. Auch der sonntägliche Frankenderby-Gegner HSC 2000 Coburg kam parallel beim 31:30-Sieg in Großwallstadt mit einem dunkelblauen Auge davon und erwartet die Wölfe nun am frühen Sonntagabend auf einem Erstliga-Aufstiegsplatz.

    Rimpar: Brustmann (1.-60., 4), Wieser (n.e.) - Schömig 2, Böhm, Karle (n.e.), Gempp, Schmidt 1, Kaufmann 2, Siegler 2, Meyer, Bauer 8, Schulz, Backs 4, Brielmeier 2, Herth 2/1, Sauer.

    Rhein Vikings: Moldrup (1.-60.), Conrad (ein Siebenmeter) - Gipperich 1, Hoße 10/2, Skorupa 1, Weis 3, Johnen 3, Zwarg 5, Rutzki, Middell.

    Spielfilm: 3:0 (4.), 4:4 (11.), 5:7 (18.), 8:8 (23.), 9:10 (27.), 11:11 (Halbzeit), 14:11 (33.) 15:14 (39.), 21:17 (47.), 20:21 (51.), 22:20 (56.), 26:23 (Endstand).

    Siebenmeter: 1/2 : 2/3. Zeitstrafen: 2:4. Schiedsrichter: Pusch/Weiße (beide Hoyerswerda). Zuschauer: 1490.


    Handball

    2. Bundesliga Männer
     
    ASV Hamm/Westfalen – TuS N-Lübbecke 24:24  
    TuS Ferndorf – TV Hüttenberg 25:17  
    TV Großwallstadt – HSC Coburg 30:31  
    Dessau-Roßlauer HV – HSG Nordhorn/Lingen 25:37  
    VfL Lübeck-Schwartau – HV Wilhelmshaven 28:25  
    HC Elbflorenz – EHV Aue 29:25  
    TUSEM Essen – VfL Eintracht Hagen 38:34  
    HBW Balingen-W. – Bayer Dormagen 32:23  
    DJK Rimpar Wölfe – HC Rhein Vikings 26:23  
    HSV Hamburg – TV Emsdetten 27:26  

     

    1. (1.) HBW Balingen-W. 31 24 2 5 893 : 777 50 : 12  
    2. (2.) HSC Coburg 31 23 1 7 900 : 802 47 : 15  
    3. (3.) HSG Nordhorn/Lingen 31 22 2 7 876 : 783 46 : 16  
    4. (4.) ASV Hamm/Westfalen 31 18 5 8 812 : 760 41 : 21  
    5. (6.) VfL Lübeck-Schwartau 31 19 1 11 773 : 737 39 : 23  
    6. (5.) TuS N-Lübbecke 31 17 4 10 871 : 814 38 : 24  
    7. (7.) TUSEM Essen 31 17 2 12 951 : 921 36 : 26  
    8. (8.) DJK Rimpar Wölfe 31 17 2 12 778 : 763 36 : 26  
    9. (9.) TuS Ferndorf 31 15 4 12 764 : 755 34 : 28  
    10. (10.) TV Hüttenberg 31 12 5 14 780 : 780 29 : 33  
    11. (12.) HSV Hamburg 31 13 2 16 830 : 837 28 : 34  
    12. (11.) TV Emsdetten 31 12 3 16 895 : 937 27 : 35  
    13. (13.) EHV Aue 31 10 6 15 863 : 884 26 : 36  
    14. (14.) Bayer Dormagen 31 12 2 17 855 : 892 26 : 36  
    15. (15.) VfL Eintracht Hagen 31 11 2 18 815 : 866 24 : 38  
    16. (19.) HC Elbflorenz 31 10 2 19 763 : 790 22 : 40  
    17. (16.) HV Wilhelmshaven 31 10 2 19 853 : 927 22 : 40  
    18. (17.) TV Großwallstadt 31 9 3 19 860 : 890 21 : 41  
    19. (18.) Dessau-Roßlauer HV 31 7 7 17 781 : 838 21 : 41  
    20. (20.) HC Rhein Vikings 31 2 3 26 749 : 909 7 : 55  

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