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    Würzburg

    Albion Vrenezis starkes Kickers-Debüt macht Lust auf mehr

    Treffsicher: Albion Vrenezi verwandelt den Foulelfmeter zum 2:2 für die Würzburger Kickers (75.) und trifft später im Elfmeterschießen noch ein zweites mal vom Punkt. Foto: Meike Scheuring

    Es sah nicht unbedingt nach einem dramatischen Pokalabend aus, als Albion Vrenezi in der 58. Minute zu seinem Debüt in einem Kickers-Pflichtspiel kam: 2:0 führte Erstligist Hoffenheim am Dallenberg, schien das Spiel im Griff zu haben. Den neuen Zehner der Rothosen jedoch, den hatten die Schützlinge von Alfred Schreuder offenbar nicht auf der Rechnung: Der Kosovare, der in München aufgewachsen ist, machte vom ersten Ballkontakt an klar, dass er gewillt war, mit seinem Kollegen das Spiel noch zu drehen. "Ich habe beim Reingehen versucht, meinen Mitspielern Mut mitzugeben, dass wir einfach nach vorne spielen sollen. Zum Glück hat es geklappt, nach dem 1:2 waren wir wieder da" freute sich der 25-Jährige.

    Wann hat man so etwas am Dallenberg gesehen? Da kommt einer nach einer Muskelverletzung ins Spiel, sucht gegen abgezockte Erstliga-Profis sofort das eins gegen eins, hat Zug zum Tor, sieht Räume und Mitspieler.  Zwei Elfmeter verwandelt, zwei Tore vorbereitet: Ein Debüt zum Zunge schnalzen, das Lust auf mehr macht. "Mit Albi kommt Speed rein, da kommt Ballfinesse rein, kommen Dribblings rein", durfte sich Michael Schiele hinterher freuen, dass sein Schachzug, seinen Zehner erst zu bringen, wenn Hoffenheim im ersten Pflichtspiel etwas nachlassen könnte, voll aufgegangen ist.

    Ich sage es mal so: Ich verliere lieber im Elfmeterschießen nach 120 Minuten, als 0:3."
    Albion Vrenezi, Kickers-Spieler

    Der Mut Vrenezis, in der 75. Minute zum Elfmeter anzutreten, imponierte nicht nur dem Kickers-Trainer:  "Und dann nimmt er sich den Ball und haut den Elfer rein, bereitet noch zwei Tore vor und haut ihn im Elfmeterschießen nochmal rein", unterstrich Schiele, wie sehr der Leihspieler von Jahn Regensburg der Mannschaft in den ersten Begegnungen gefehlt hat. "Jetzt ist er da, jetzt können wir weitermachen". Der Gelobte indes hatte vor seinem ersten Elfer nicht lange überlegt. "Ich habe mich gut gefühlt, den Ball genommen. Natürlich den Kapitän gefragt, und er hat gesagt: 'Wenn du dich gut fühlst, dann mache ihn rein'".

    Vor dem zweiten Strafstoß, da habe er sich schon ein paar Gedanken gemacht. "Klar überlegt man, ich habe mich für den selben Schuss entschieden. Zum Glück hat es geklappt und der Torwart gedacht, ich nehme die andere Ecke, weil ich schon den ersten rechts unten verwandelt habe". Dass es letztlich doch nicht gereicht hat fürs Weiterkommen im DFB-Pokal, nahm der 25-Jährige ziemlich gefasst auf. "Das ist Fußball. Natürlich hätten wir es auch verdient gehabt, zu gewinnen, sind zweimal zurückgekommen. Es war eine starke Mannschaftsleistung. Aber ich sage es mal so: Ich verliere lieber im Elfmeterschießen nach 120 Minuten, als 0:3."

    Vrenezi spielte so, als sei er schon lange Teil des Teams. Bis zu seiner Muskelverletzung hatte er schon in der Vorbereitung geglänzt, drei Tore erzielt. Dabei ist es erst drei Jahre her, dass er aus der Bayernliga vom FC Unterföhring zur Zweitvertretung des FC Augsburg in die Regionalliga gewechselt war, wo er in 64 Partien an 28 Toren Anteil hatte. Über den Umweg Sandhausen war der "Straßenfußballer", der nie eine klassische Ausbildung in einem Nachwuchs-Leistungszentrum erfahren hat, 2017 in Regensburg gelandet, bei dem Zweitligisten aber lediglich Ergänzungsspieler.

    Am liebsten über die Flügel

    In Würzburg aber scheint er der richtige Mann am richtigen Ort. Mit Vrenezi könnte  ab jetzt jenes Überraschungsmoment ins Spiel der Rothosen kommen, dass nach dem Abgang von Simon Skarlatidis zuletzt ein wenig vermisst wurde. Wobei der Kosovare noch lieber, als das Spiel zu dirigieren, über außen den Weg zum Torerfolg sucht. "Vom Flügel zu kommen, Zweikämpfe zu suchen, das liegt mir", hatte er vor Saisonbeginn gesagt.

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    Vrenezi ist überzeugt, dass man trotz des unglücklichen Ausgangs gegen Hoffenheim aus diesen 120 Minuten viel für die nächsten Aufgaben mitnehmen könne. "Eigentlich fast alles: Wir haben guten Fußball gespielt, Chancen herausgespielt, Vollgas nach vorne und hinten gut gestanden, kaum Fehler gemacht, fast alles spielerisch gelöst." Ob bei ihm noch selbst sogar mehr geht? "Ich hoffe schon", sagt er lachend und denkt schon ans Heimspiel gegen Preußen Münster. "Da wollen wir uns dann mit drei Punkten belohnen." 

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