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    BASKETBALL: BUNDESLIGA MÄNNER

    Baskets gegen Überraschungsteam

    Legte in Frankfurt ein erstaunliches Bundesliga-Debüt aufs Parkett: Miles Jackson-Cartwright (rechts). Foto: Heiko Becker (HMB Media/ Heiko Becker)

    Schnee von gestern? Wie Dirk Bauermann es nennt. Wirklich? Das wird sich womöglich erst noch zeigen müssen. Groß auslassen wollte sich der Trainer von Basketball-Bundesligist s. Oliver Würzburg jedenfalls vorerst nicht mehr über die Folgen seiner Schiedsrichterschelte, die er am Sonntag nach der 72:78-Niederlage in Frankfurt losgelassen hatte. Die Baskets haben sich bei der Liga beschwert, und die hat – laut Bauermann – „sehr konstruktiv reagiert“. Es sollen Gespräche folgen, weitere Details seien derzeit unnötig.

    Kein Öl ins Feuer

    Vielleicht, um in dem Streit, der offenbar schon länger schwelt und in dieser Saison nicht nur einmal aufgeflammt war, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Womöglich auch, um die Konzentration auf die nächsten Aufgaben nicht leiden zu lassen. Weil dieser dritte Monat des Jahres ja ein reichlich wegweisender ist für die Baskets. Der Tabellenzehnte (zwölf Siege, elf Niederlagen) muss nach dem montagabendlichen Heimspiel gegen Tabellennachbar Gießen (11./11:11) noch zum Achten Bamberg (12:10), ehe der Neunte Ulm (12:10) am Main gastiert.

    Der ungewöhnliche Termin am Wochenanfang, an dem der 24. Bundesligaspieltag komplettiert wird, musste gewählt werden, weil an diesem Wochenende erst der aus Lemgo stammende Rapper Casper und dann die Flensburger Shanty-Rocker Santiano ihr Liedgut in der s. Oliver Arena unters Volk streuten. Und man darf davon ausgehen, dass die Baskets nicht sehr glücklich über den Zeitpunkt des Treffs mit dem Verfolger sind, weil es erfahrungsgemäß schwieriger ist, unter der Woche die Zuschauer zu mobilisieren.

    Wie sie Bryant lahmlegen wollen

    Man darf erwarten, dass das Rückspiel gut acht Wochen nach dem 86:80-Auswärtssieg im Hinspiel am Dreikönigstag eine ähnlich knappe Angelegenheit werden könnte wie die Partie zum Abschluss der Vorrunde. „Gießen ist für mich eine der Überraschungsmannschaften in dieser Saison“, sagt Bauermann, „und sie haben ähnlich gute Chancen in die Play-offs zu kommen wie wir.“ Der Trainer baut darauf, dass seine Mannen „auf höchstem Niveau verteidigen“ werden, „egal, was bei uns vorne passiert. Wenn wir das tun, können wir sie zum zweiten Mal schlagen.“

    Vielleicht meinte er mit dieser Randbemerkung auch, dass sich seine Mannschaft nicht verunsichern lassen sollte, wenn es in der Offensive zwischenzeitlich nicht so läuft, wie in Frankfurt geschen, als die Angriffsbemühungen bisweilen doch arg statisch wirkten und die Wurfquoten – vor allem, aber nicht nur von außen – äußerst dürftig waren.

    Einer, dessen Quoten vergangenen Sonntag so rein gar nichts zu wünschen offen ließ, war Miles Jackson-Cartwright, der bislang in der ProB sein Dasein fristete. Der 27-jährige Amerikaner legte nicht nur spielerisch ein blitzsauberes, sondern auch unglaublich effektives Bundesliga-Debüt hin – und wird den Baskets wohl auch diesmal helfen.

    Außergewöhnlicher Akteur

    Auch die Gäste haben einen außergewöhnlichen Akteur in ihren Reihen: John Bryant, der seinen zweiten Frühling erlebt und ein Garant dafür ist, dass Gießen mit den Play-offs liebäugeln darf. 16,8 Punkte erzielt der 2,11-Meter-und 127-Kilo-Koloss im Schnitt pro Partie, schnappt sich knapp elf Rebounds (so viele wie sonst keiner) und verteilt auch noch für einen Center erstaunliche drei Vorlagen pro Partie. „Ganz ausschalten kann man John Bryant sowieso nicht. Man muss eher aufpassen, dass man es mit der Konzentration auf ihn nicht übertreibt“, sagt Bauermann – und hat eine Erklärung dafür: „Weil Gießen noch viele andere Spieler hat, die auch scoren können.“

    Karten für die Partie der Baskets gegen Gießen gibt es noch im Internet und an der Abendkasse.

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