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    Würzburg

    Baskets unterliegen in der Crunchtime

    Starkes Bundesliga-Debüt, aber kurz vor Schluss musste er runter nach seinem fünften Foul: Brekkott Chapman (links) im Zweikampf mit dem Oldenburger Nathan Boothe. Foto: Heiko Becker

    "Bis drei Minuten vor Schluss war es ein sehr offenes Spiel, das so oder so hätte ausgehen können", sagte Baskets-Cheftrainer Denis Wucherer nach der elften Niederlage von s.Oliver Würzburg in der 15. Begegnung gegen die EWE Baskets Oldenburg am späten Donnerstagabend. Mit 82:90 (43:48) unterlagen die unterfränkischen Baskets den niedersächsischen nach einer abwechslungsreichen, über weite Strecken sehr unterhaltsamen, von beiden Offensivreihen geprägten Partie, die "für ein erstes Saisonspiel doch auf einem ganz vernünftigem Niveau war", wie Wucherer meinte.

    Natürlich überwog im Bauch der EWE-Arena erstmal die Enttäuschung bei den Gästen, die durchaus mögliche Überraschung beim letztjährigen Play-off-Halbfinalisten und damit den ersten Saisonsieg zum Spielzeitauftakt aus der Hand gegeben zu haben. Letztlich entschied die "Cleverness von Oldenburg und unsere Unerfahrenheit" die Begegnung, wie Wucherer treffend analysierte.

    Überraschung: Johannes Richter durfte beginnen

    Wie zu erwarten, beorderte er neben seinen Aufbauspielern Cameron Wells und Skyler Bowlin die Neuzugänge Brekkott Chapman sowie Noah Allen auf den Flügeln und - als kleine Überraschung - Johannes Richter als Center zum Sprungball aufs Parkett. Und die hatten gleich mal alle Hände voll zu tun, weil die Gastgeber erst gar nicht den Eindruck aufkommen lassen wollten, dass ihr Vorbereitungsturnier im chinesischen Chongqing nebst den Reisestrapazen und der Rückkunft aus dem Reich der Mitte erst am späten Montagabend ihnen noch irgendwie in den Knochen stecken könnte. Recht flott führten die selbsternannten Donnervögel mit sechs Zählern Vorsprung (10:4, 12:6) - aber einschüchtern ließen sich die Baskets in der zwar nicht ausverkauften, aber für den ungewöhnlichen Donnerstagsabend-Termin erstaunlich gut gefüllten und sehr stimmungsvollen EWE Arena deswegen nicht. Im Gegenteil: Die Gäste hielten dagegen, und als dann nach sechs Minuten und 39 Sekunden Nils Haßfurther sein Bundesligadebüt gab und Luke Fischer mit einem Dirk-Nowitzki-Gedächtnis-Fade-away-Sprungwurf das 16:17 erzielte, lagen die Baskets das erste Mal in Führung. Mit 21:21 endete konsequenterweise das erste, sehr ausgeglichene Viertel.

    In den zweiten Abschnitt starteten die Hausherren dann wacher und sehr treffsicher. Nach gerade einmal 38 Sekunden sah sich Wucherer bereits genötigt, die erste Auszeit zu nehmen, und nach gut fünf Minuten und den ersten fünf Punkten von Oldenburgs Urgestein Rickey Paulding, der seine 13. Saison bei den Niedersachsen begeht, lagen die Gastgeber mit zehn Punkten vorne (39:29). Dann bekamen die Baskets aus Unterfranken die aus dem Weser-Ems-Land und deren Spiel wieder etwas besser in den Griff und konnten bis zur Halbzeit wenigstens auf 43:48 verkürzen. In einer anfangs von relativ wenig Nervosität geprägten und vor allem in der Offensive weitgehend nett anzuschauenden Begegnung.

    Mit fünf Punkten Rückstand in den Schlussabschnitt

    Was die Oldenburger können, können wir auch, dachten sich die Würzburger dann offenbar zu Beginn der zweiten Hälfte. Die Hausherren legten zu Beginn des zweiten Viertels einen 7:0-Lauf aufs Parkett - die Gäste machten es ihnen zu Beginn des dritten nach, so dass es flugs 50:50 stand. Und nachdem Skyler Bowlin dann nach dreieinhalb Minuten der zweiten Halbzeit seinen ersten Dreier versenkt hatte, lagen die Würzburger zum dritten Mal in dieser Partie in Führung. Weil aber Fischer im Anschluss zwei Freiwürfe versemmelte und Richter beim völlig freien Versuch zu dunken die Kugel nicht im Korb unterbrachte und die Oldenburger sich vorne keine Blöße gaben, mussten die Baskets nach der zweiten Auszeit wieder einem Sechs-Punkte-Rückstand hinterherlaufen. Mit fünf Rückstand (63:68) ging es dann in die letzten zehn Minuten.

    Luke Fischer (Mitte, im Dreikampf mit Rickey Paulding und Nathan Boothe) war mit 16 Zählern treffsicherster Würzburger. Foto: Heiko Becker

    Nach 30 Sekunden des Schlussabschnitts, einem Korb von Bowlin und zwei Freiwürfen des in seinem Bundesligadebüt stark aufspielenden Brekkott Chapman war es nur noch einer Rückstand. Bis Mitte des Abschnitts setzten sich die Gastgeber dann nochmal mit sieben Punkten ab, in die Crunchtime ging es beim Stand von 79:77. Als dann aber Chapman 91 Sekunden vor Schluss nach seinem fünften Foul (auch noch ein Offensivfoul beim Stand von 83:80 für die Hausherren) vom Feld musste und anschließend Nathan Boothe seine Punkte elf bis 15 machte, war die Partie 46,3 Sekunden vor Schluss entschieden. Die zwei Schlusspunkte setzte dann der Oldenburger Braydon Hobbs von der Freiwurflinie, der den 90:82-Erfolg des letztjährigen Zweiten der Hauptrunde eintütete. Wucherer kennt Hobbs, der von Meister Bayern München kam, wo er über eine Nebenrolle nicht hinausgekommen war, ganz gut: Als Trainer von Gießen holte er den US-Guard 2015 in die Bundesliga, wo er bei den Hessen mit Cameron Wells ein starkes Duo gebildet hatte. Spielentscheidender Akteur bei den Oldenburger war abermals der österreichische Nationalspieler Rasid Mahalbasic, der ganz knapp an einem Triple-Double vorbeischrammte mit 16 Punkten, 13 Rebounds und neun Vorlagen. Treffsicherster Würzburger war Neuzugang Luke Fischer mit 16 Zählern.

    Am Samstag im Pokal-Achtelfinale bei Vizemeister Alba

    Am Freitag geht es für die Würzburger ins von Oldenburg aus knapp 450 Kilometer entfernte Berlin, wo am Samstagabend (18 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle Vizemeister Alba als Pokal-Achtelfinalgegner wartet. Die Aufgabe wird also bestimmt nicht einfacher.

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