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    BASKETBALL: BUNDESLIGA MÄNNER

    Loncar bringt die Baskets auf Siegkurs

    Er brachte die Würzburger im dritten Viertel auf Siegkurs: Kresimir Loncar zeigt nach einem seiner Dreier zur Bank. Foto: Heiko Becker

    Die Play-off-Hoffnungen von Basketball-Bundeligist s.Oliver Würzburg bleiben intakt. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit bezwangen die Baskets am Freitagabend vor gut 3000 Zuschauern in der s.Oliver Arena den Abstiegskandidaten BG Göttingen, der nun zehn Partien am Stück verloren hat, mit 95:82 (43:41) und rehabilitierten sich damit für den arg mauen Auftritt eine Woche zuvor beim 72:80 in Bremerhaven.

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    Den elften Saisonsieg verdienten sich die Hausherren mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, bei denen gleich fünf Akteure zweistellig punkteten. „Alle waren in das Offensivspiel involviert, und wenn einer frei war, hat er auch den Wurf genommen. Es war ein solider Auftritt von uns mit gutem Team-Basketball“, analysierte Robin Benzing, der gemeinsam mit Clifford Hammonds mit 16 Punkten der treffsicherste Würzburger war.

    „Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, dass die Punkte so gut verteilt waren, war wichtig für uns“, meinte Baskets-Trainer Dirk Bauermann. Er hatte nach der Pleite vergangene Woche an der Nordseeküste die Startformation mal wieder verändert. Den gebürtigen Würzburger Felix Hoffmann, den er in jeder der 20 Partien dieser Runde im Schnitt gerade einmal vier Minuten und 23 Sekunden aufs Feld geschickt hatte (in denen der durchschnittlich 1,36 Punkte warf), durfte an diesem Faschingsfreitag erstmals in seiner Bundesligakarriere von Beginn an ran. Und bekam seine erste Verschnaufpause nach vier Minuten und 18 Sekunden. In der Folgezeit freilich fristete der 28-Jährige dann das Schicksal der bisherigen Spielzeit und durfte gar nicht mehr aufs Parkett.

    Hoffmanns Einsatz als Signal

    Wichtiger freilich als Hoffmanns persönliche Statistik war das Symbol, das Bauermann damit setzen wollte: Der Flügelspieler mag basketballerisch zwar etwas limitierter sein als mancher Teamkollege – gilt aber als ganz großer Kämpfer. Und zusammen mit Maurice Stuckey als der größte Liebling des Publikums.

    Das wurde erstmals ungeduldig, als Bauermann nach gut eineinhalb Minuten des zweiten Viertels eine Auszeit nahm, nachdem die Göttinger gerade mit 24:19 in Führung gegangen waren. Aufkommende Pfiffe versuchte der Trainer mit ausgestreckten Armen wegzuwischen und die Fans zu beruhigen. Mangelndes Engagement konnte man den Baskets, bei denen Kapitän Kresimir Loncar nach seiner Erkältung wieder mittun konnte (und insgesamt 14 Punkte warf), nicht vorwerfen. Aber dass der Glauben in die eigene Stärke ziemlich fragil ist derzeit, dass Kleinigkeiten die Mannschaften aus dem Tritt bringen können und dass sie sich fast jeden ihrer Körbe hart erkämpfen muss und nicht herausspielen kann – diese Erkenntnisse waberten in der ersten Hälfte fast greifbar durch die Halle.

    Für den Neurologenkongress

    Zwischenzeitlich war die Begegnung in den ersten 20 Minuten derart verkrampft, dass sich ein Neurologenkongress damit hätte beschäftigen können. „In der ersten Hälfte haben wir es uns selbst zu schwer gemacht. Der Druck war spürbar, weil die Jungs wussten, dass bei einer Niederlage die Play-offs in ganz weite Ferne gerückt wären. Und ich habe unter der Woche den Druck auch noch einmal spürbar erhöht“, sagte Bauermann.

    Wie wichtig ihr Kapitän für die Baskets ist, bewies Loncar im dritten Viertel, in dem die Gastgeber vorentscheidend ihre 43:41-Halbzeitführung ausbauten. Zu Beginn versenkte der 34-jährige Deutsch-Kroate zwei Dreier, unter beiden Körben sorgte er für mächtig viel Betrieb und animierte so seine Kollegen zu einem engagierteren und dann auch erfolgreicheren Auftritt. Nachdem Abdul Gaddy nach gut fünfeinhalb Minuten des Abschnitts zum 58:47 traf, führten die Gastgeber erstmals zweistellig. Und auch wenn die Gäste nie wirklich den Kopf in den Sand steckten – in eine Schlagdistanz, in der es noch einmal gefährlich hätte werden können für die Würzburger, kamen die Göttinger nicht mehr.

    Ganz im Gegenteil: Die doch ziemlich beruhigende Zwölf-Zähler-Führung (68:56), mit der die Baskets in den Schlussabschnitt gingen, erhöhten sie zwischenzeitlich sogar auf 18 Punkte – und ließen nichts mehr anbrennen, auch, weil sie hochprozentig aus der Distanz trafen: Zehn von zwölf Dreierversuchen fanden in der zweiten Hälfte den Weg ins Ziel.

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