• aktualisiert:

    BASKETBALL: BUNDESLIGA

    Warum Bundestrainer Rödl die Baskets besuchte

    Joshua Obiesie wurde von Rödl begutachtet. Foto: Fotos (3): Heiko Becker

    Bundesliga Männer

    Mitteldeutscher BC – s.Oliver Würzburg (Samstag, 20.30 Uhr, Stadthalle Weißenfels)

    Er ist gerade auf kleiner Deutschland-Tour. Kontaktpflege mit Spielern und Trainern. Vor seinen Besuchen in Gießen und Frankfurt schaute Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl Mitte der Woche auch in Würzburg vorbei. Beaugenzeugte am Mittwochabend den 118:71-Klassenunterschiedssieg von s.Oliver Würzburg gegen den ungarischen Meister und Pokalsieger Szolnoki Olaj im Europe-Cup-Wettbewerb und hat am Morgen danach beim Training der Baskets vorbeigeschaut.

    „Solche Besuche mache ich immer wieder, den Kontakt zu den Standorten zu halten, ist wichtig“, sagt Rödl nach dem Ende der Trainingseinheit, und Baskets-Cheftrainer Denis Wucherer lacht und meint: „Wir holen uns Unterstützung und Hilfe, wo wir nur können.“

    Zwei alte Kumpels

    Der Vereins- und der Bundestrainer sind alte Kumpels, sie spielten zwischen 1994 (Wucherers Nationalmannschaftsdebüt) und 2002 (Rödls Nationalmannschaftsabschied) gemeinsam für Deutschland – und derart, wie beide in der Halle schäkern und lachen, darf man getrost davon ausgehen, dass ihr Verhältnis sehr herzlich ist. Der Hauptgrund für Rödls Stippvisite sitzt derweil im Foyer des Trainingszentrums und erzählt davon, wie viel Spaß er am Abend zuvor hatte bei seinen fast 26 Minuten auf dem Feld: Kein Würzburger durfte gegen die Ungarn so lange auf dem Parkett bleiben wie Joshua Obiesie – und man darf annehmen, dass dies auch deshalb geschah, damit der 18-Jährige vorspielte und der Bundestrainer einen ersten Eindruck von ihm unter Männern bekommen konnte.

    Als „sehr großes Talent“ bezeichnet Rödl Obiesie am Morgen danach, ehe er darauf verweist, dass Deutschland inzwischen ja einige hochbegabte Ballwerfer habe und er „großen Stolz“ empfinde wegen der aktuellen Jugendnationalmannschaften. Obiesie jedenfalls findet es „cool“, dass Rödl vor allem auch wegen ihm da war, und nach den ersten Gesprächen hat er das Gefühl: „Wir verstehen uns gut.“

    Gut fürs Selbstbewusstsein

    Ob das Talent am Samstag in der extrem richtungsweisenden Partie des Vierzehnten beim Sechszehnten Mitteldeutschen BC (3:11 Siege, damit bei einem Spiel mehr nur ein Erfolg weniger als die Würzburger) mittun kann, musste erst noch geklärt werden. Im Regionalligateam des MTSV Schwabing sind einige Spieler erkrankt, Obiesie, der dort zuletzt etwas kürzertrat, könnte am Sonntag in der Partie gegen das unterfränkische Schlusslicht Goldbach aushelfen müssen.

    Samstagabend mit den Baskets Bundesliga in Weißenfels, Rückkehr nach Würzburg mitten in der Nacht, früh in den Zug nach München, am Sonntagnachmittag Regionalliga . . . wohl ein bisschen arg viel Programm in ein paar Stunden, das ja auch das Verletzungsrisiko erhöhen würde. „Zur Not verzichte ich am Samstag lieber auf Joshi und baue ihn dann regelmäßiger ein, wenn Schwabing den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hat und auch eher auf ihn verzichten kann“, sagt Wucherer.

    Dem Trainer gefiel am Mittwochabend vor allem, dass „wir von Anfang an aggressiv gespielt haben“. Und „gut fürs Selbstbewusstsein“ ist natürlich auch, dass die „Würfe auch gefallen sind“ gegen die Ungarn, die das Klischee vom körperlosen Sport Basketball ziemlich wörtlich nahmen.

    Die meisten der diesjährigen Gegner auf internationalem Parket haben ein „ganz anderes physisches und athletisches Niveau“ als es in der Bundesliga herrscht, sagt Wucherer. Er erwartet in Weißenfels einen Gastgeber, „der die Säbel gewetzt hat und mit Feuer“ spielen wird. „Es ist ein extrem wichtiges Spiel für beide Mannschaften“, weiß Wucherer, der natürlich auch Druck verspürt, was in dieser Art auch „Neuland für mich“ ist.

    Neue taktische Spielart

    Nichtsdestotrotz ist er guter Dinge, vielleicht ja auch, weil er entdeckt hat, dass eine neue taktische Spielart seiner Mannschaft offenbar ganz gut bekommt: das phasenweise frühe Pressen und Attackieren bereits in des Gegners Hälfte. Das ging in Vechta zumindest im ersten Viertel ganz gut auf, und die Ungarn sind überhaupt nicht damit klargekommen und produzierten Fehler über Fehler.

    „Wir haben einen tiefen Kader, und den wollen wir nutzen und die Intensität über die gesamte Spielzeit hochhalten“, sagt der Baskets-Trainer, der nun zumindest für einen weiteren Monat mit Mike Morrison planen kann: Die Baskets verlängerten den Vertrag mit dem Center um vier Wochen.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!