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    HANDBALL

    Ceven Klatt wird im Sommer Trainer in Rimpar

    Brüllt seine Freude raus Ceven Klatt Trainer Rhein Vikings HC Rhein Vikings vs HSC 2000 Coburg
    So wird er künftig die Rimparer Wölfe anfeuern: Ceven Klatt, hier noch für die Rhein Vikings im Einsatz, wird zur kommenden Saison Trainer des Zweitligisten. Foto: Imago

    Konfrontiert mit dem Namen Ceven Klatt als Kandidat für den Trainerposten beim Handball-Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe in der kommenden Saison, hatte Geschäftsführer Roland Sauer Anfang November gegenüber dieser Redaktion noch geantwortet: „Wer ist das?“ Am Dienstagabend, exakt sechs Wochen später, gab der Klub Klatt auf seiner Homepage als Nachfolger von Matthias Obinger ab Sommer 2019 bekannt. „Mit Ceven Klatt haben wir unseren Wunschkandidaten für das Projekt Wölfe begeistern können“, wird Sauer in der Mitteilung zitiert, der kurz vor der Veröffentlichung die Mannschaft persönlich informiert hatte.

    Im Oktober beim HC Rhein Vikins beurlaubt

    Ein Trainervermittler hat den Kontakt zu dem 35-jährigen  A-Lizenz-Inhaber hergestellt, der Anfang Oktober recht überraschend beim Liga-Konkurrenten und Tabellenschlusslicht HC Rhein Vikings nach nur sechs Spieltagen und drei Punkten beurlaubt worden war. Zwischen Anfang November und Mitte Dezember lagen nun sechs Wochen mit vielen öffentlichen Spekulationen auf der einen und vielen geheimen Gesprächen auf der anderen Seite. Da Klatt in Düsseldorf noch einen Vertrag hatte, musste dieser erst aufgelöst werden. Die mehrmals von Sauer in Aussicht gestellte Präsentation des gebürtigen Brandenburgers zog sich dadurch hin. Bis Dienstag.

    Von den drei Bewerbern, die bis zum Schluss im Rennen waren, habe ihn Klatt am meisten überzeugt, weil er zum einen „bestens vorbereitet in die Sondierungsgespräche gegangen“ sei und zum anderen „auf Anhieb von seiner Kompetenz überzeugt“ habe, sagte Sauer. In Pressemitteilungsdeutsch klingt das dann so: „Ceven ist ein absoluter Fachmann in seinem Gebiet und die Ideallösung für die bestehende Vakanz.“ Wie berichtet, hatte der Geschäftsführer bereits Anfang Oktober bekanntgegeben, dass Obingers Vertrag nach vier Jahren nicht mehr verlängert wird, weil man „neue Impulse setzen“ wolle.

    Das wird in einem halben Jahr nun Klatts Aufgabe sein, der in Rimpar einen Dreijahresvertrag erhält. Anders als der promovierte Sportwissenschaftler Obinger, der neben seinem Posten als Coach bei den Wölfen hauptberuflich Studiengangsleiter an der Deutschen Berufsakademie Sport und Gesundheit in Baunatal ist, wird Klatt keinem Job bei einem weiteren Arbeitgeber nachgehen. Stattdessen soll der studierte Verwaltungswirt ans Management des Klubs angedockt sein und zusätzliche Aufgaben übernehmen. Dabei gehe es vor allem um die „Weiterentwicklung von Strukturen, um eigene Jugendspieler aus der Region auszubilden“ und um die „Symbiose von Jugend und Senioren“, konkretisiert Klatt am Mittwoch in einem Telefonat mit dieser Redaktion. 

    Kreisläufer beim TuS Ferndorf

    Der 35-Jährige, der zu seinen aktiven Zeiten als Kreisläufer unter anderem beim Zweiligisten TuS Ferndorf spielte, war 2017 als Trainer mit dem HC Rhein Vikings – einer Spielgemeinschaft aus dem Neusser HV und dem HSG-Nachfolgeklub ART Düsseldorf - ins Unterhaus aufgestiegen. Dort hatte er mit dem Team in der ersten Saison auf Rang 14 souverän den Klassenerhalt geschafft - und auf dem Weg dorthin auch den Wölfen drei Punkte abgenommen.

    Während Klatt bei dem mit Bundesliga-Ambitionen an den Start gegangenen Millionenprojekt in Düsseldorf auch mit erfahrenen ehemaligen Erstliga-Profis wie Philipp Pöter oder Alexander Oelze arbeitete, soll er sich in Rimpar, einem Klub mit einem der kleinsten Etats der Liga, vor allem auch der Ausbildung des Nachwuchses annehmen. „Er hat unsere Philosophie bereits verinnerlicht und wird sie weiter prägen“, unterstreicht Sauer in der Mitteilung die Einigkeit in punkto Talentförderung.

    Klatt ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Mit seiner Frau, Sohn Erik (5) und Tochter Ronja (4) lebt er aktuell noch in Haan im Kreis Mettmann, nun suche die Familie ein neues Zuhause in und um Würzburg. „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung“, sagt er. „Rimpar ist ein sympathischer, über die letzten Jahre gewachsener Verein und eine Erscheinung in der Liga.“ Auch die „Altersstruktur und das Potenzial der Mannschaft“ seien „ansprechend“. 

    Zehn Spielerverträge laufen aus

    Wer aus dem aktuellen DJK-Kader mit Klatt in die Saison 2019/20 geht, das wird sich erst noch entscheiden. Zehn Verträge laufen aus, darunter die von Leistungsträgern wie Kapitän Patrick Schmidt, Steffen Kaufmann und Torwart Max Brustmann. „Ich habe schon mit Spielern gesprochen und hoffe, dass die Mannschaft so zusammenbleibt“, sagt der künftige Coach.

    Für Sauer stehen in jedem Fall erst mal die nächsten Verhandlungen an. Nun wissen immerhin alle, wer der neue Trainer ist.

    Natalie Gress

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