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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Das neue Selbstbewusstsein der Rimparer Wölfe

    Trainer Ceven Klatt und die Handballer der DJK Rimpar Wölfe treten mit breiter Brust gegen Bundesliga-Absteiger SG BBM Bietigheim an. Foto: foto2press/Meike Scheuring

    Handball, 2. Bundesliga
    DJK Rimpar Wölfe - SG BBM Bietigheim
    (Freitag, 20 Uhr, s.Oliver Arena)

    Welche Wundertüte die zweite Handball-Bundesliga in dieser Saison ist, zeigt sich gut an den beiden Mannschaften, die an diesem Freitag in Würzburg aufeinandertreffen: Die DJK Rimpar Wölfe (2./11:3) ist der unerwartete Senkrechtstarter, die SG BBM Bietigheim (12./6:8) der überraschende Stolperer. Und das, obwohl der Bundesliga-Absteiger einen Weltmeister in seinen Reihen hat: Michael "Mimi" Kraus, Titelträger von 2007 sowie Champions-League-Sieger von 2013 und deutscher Meister von 2011, jeweils mit dem HSV Hamburg. Darüber hinaus: "Bravo Boy" zu Jugendzeiten, Influencer auf Instagram, Ehemann von Youtuberin Isabell Kraus, Vater dreier Kinder - und auch mit 36 Jahren noch immer einer der berühmt-berüchtigsten Spielmacher des Landes. 

    2007-Weltmeister Michael Kraus ist der wohl bekannteste Spieler der SG BBM Bietigheim.  Foto: Marco Wolf

    Im Februar warben die Bietigheimer den gebürtigen Göppinger vom TVB Stuttgart ab, um in der Rückrunde der vergangenen Saison den Klassenerhalt in der ersten Liga zu schaffen. Doch dann fielen sie am letzten Spieltag dem spektakulären Kellerkrimi zum Opfer und stiegen durch das 25:25 gegen den direkten Konkurrenten Gummersbach gemeinsam mit dem VfL ab.   

    Schwankungen im Bietigheimer Spiel

    Bei der Mission Wiederaufstieg sollte Kraus eigentlich vorangehen, doch er laborierte zunächst an einer Wadenverletzung und kommt erst allmählich in Fahrt. Insgesamt scheint die Mannschaft noch nicht wieder richtig in Liga zwei angekommen zu sein. "Die Bietigheimer haben noch deutliche Schwankungen", sagt DJK-Coach Ceven Klatt, der nach der Erkältungswelle vergangene Woche bis auf Patrick Gempp (Schulter) nun wieder mit vollem Kader trainieren konnte. "Sie agieren eine Zeit lang auf Augenhöhe, aber bringen ihr Spiel bisher noch nicht über 60 Minuten durch." So setzte es deutliche Niederlagen gegen mutmaßliche Mitfavoriten wie Hamm-Westfalen (18:27), Essen (28:33) und in Lübeck (22:29). "Absteiger tun sich oft erst mal schwer mit der Rolle der Gejagten", erklärt Rimpars Kapitän Patrick Schmidt.

    Erinnerungen an die Saison 2016/17

    An individueller Qualität hapert es im Team des isländischen Trainers Hannes Jon Jonsson nicht. In der Mitte zieht mitunter auch Jonas Link die Fäden und ist bisher bester Feldtorschütze des Vereins; beim 23:23 vergangenen Sonntag gegen Hamburg spielte er auf halblinks neben Kraus. Der rechte Rückraum ist mit Frankreich-Rückkehrer Tim Dahlhaus, Dominik Claus und Max Emanuel dreifach stark besetzt. Am Kreis und auf Rechtsaußen sind Patrick Rentschler und Christian Schäfer die Konstanten im Kader, über Letzteren läuft zumeist der gefährliche Gegenstoß, den es für die beste Abwehr der Liga zu unterbinden gilt. "Einige erfahrene Zweitliga-Spieler", kommentiert DJK-Spielmacher  Schmidt das SG-Aufgebot - "aber das sind wir auch. Wir brauchen und werden uns sicher nicht verstecken."

    So klingt das neue Selbstbewusstsein der Wölfe nach vier Siegen in Serie. "Wie gut es momentan läuft, erinnert ein bisschen an unsere Saison 2016/17", meint Schmidt. Damals wäre Rimpar bekanntlich fast aufgestiegen. "Daran zu denken, ist allerdings noch viel zu früh", warnt der 27-Jährige. "Wenn wir im neuen Jahr immer noch da oben stehen, dann erst dürfen wir vielleicht anfangen, ein bisschen zu träumen. Erst mal wollen wir einfach weiter Spaß haben und gewinnen." 

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