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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Der Neue in Rimpar: Das will Ceven Klatt bei den Wölfen verbessern

    Ceven Klatt wurde als neuer Trainer von Handball-Zweitligist DJK Rimpar Wölfe offiziell vorgestellt. Foto: Natalie Gress

    Seinen Vornamen hat er dem früheren englischen Fußballer Kevin Keegan zu verdanken. "Den fanden meine Eltern toll." Weil sie die Initialen KK aber nicht toll fanden und offenbar auch das "i" nicht, wurde aus Kevin ein Ceven. Und aus dem Sohn ein Junge mit äußerst seltenem Namen. Der ist am 11. Juni 36 Jahre alt geworden und am Wochenende offiziell als neuer Trainer des Handball-Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe vorgestellt worden. Gestatten: Ceven Klatt, Nachfolger von Matthias Obinger.  

    Umzug nach Kitzingen

    Am Freitag war er noch beim Kindergartenabschiedsfest seines Sohnes in Nordrhein-Westfalen, wo der gebürtige Brandenburger seit 1987 gelebt hat, am Samstagfrüh machte er sich mit einem vollgepackten Auto auf den Weg nach Unterfranken. In Kitzingen hat Klatt mit seiner Frau Anja und den beiden Kindern Erik und Ronja ein Haus bezogen. Mittags stand er dann bei seiner ersten Pressekonferenz für seinen neuen Arbeitgeber Rede und Antwort, diese richteten die Wölfe bei Hauptsponsor SSI Schäfer in Giebelstadt aus. 

    Erster Profitrainer in Rimpar

    ,,Ich freue mich, jetzt in Rimpar angekommen zu sein, wieder in der Halle stehen zu dürfen und die Spieler kennenzulernen", sagte Klatt. In den ersten zwei, drei Wochen werde es darum gehen, ,,sich gegenseitig zu beschnuppern und eine gute Basis zu legen". Der studierte Verwaltungswirt, der Anfang der vergangenen Saison noch den nun abgestiegenen Liga-Konkurrenten HC Rhein Vikings in Düsseldorf gecoacht hatte, dort aber nach sechs Spieltagen beurlaubt worden war, hat bei den Wölfen einen Dreijahresvertrag erhalten und ist dort als erster Profitrainer engagiert. 

    Zweites Abwehrsystem, schnellerer Angriff

    Den Schwerpunkt will Klatt wie sein Vorgänger auf die Abwehr legen. Neben der 6:0-Deckung möchte er ein zweites, offensiveres System etablieren, ,,das wir nicht nur als Notlösung spielen, sondern im fliegenden Wechsel. So, wie man es auch in der ersten Liga bei den Topmannschaften immer wieder sehen kann." Das größte Potenzial sieht er freilich im Angriff - in der zurückliegenden Runde stellte Rimpar den zweitschwächsten der Liga. ,,Ich möchte, dass wir aus der guten Abwehr noch mehr Kapital schlagen mit einfachen Toren und einen Tick schneller Handball spielen."

    Kapitän Schmidt hat langsam wieder Hunger

    Klatt wird an diesem Montag die Arbeit mit dem Team aufnehmen - nach nur vier Wochen Pause für die Spieler. ,,Es ist klar, dass ein neuer Trainer seine neuen Systeme einstudieren will", sagte DJK-Kapitän Patrick Schmidt am Rande der Pressekonferenz. ,,Ich denke, ich kann für uns alle sprechen, wenn ich sage, dass nach zwei Wochen noch keiner von uns wieder Bock auf Handball gehabt hätte. Aber so langsam kommen das Kribbeln und der Hunger wieder." Der erste Eindruck vom neuen Coach sei positiv: ,,Er ist ein sympathischer Typ. Ich finde gut, dass er selbst mal hochklassig gespielt hat und den Handballzirkus dadurch kennt." Der 36-Jährige war in der zweiten Liga Kreisläufer beim TuS Ferndorf.  

    Gegebene Strukturen verbessern

    Wölfe-Geschäftsführer Roland Sauer, der bereits im Oktober 2018 erste Gespräche mit Klatt geführt hatte, sagte: ,,Ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl bei Ceven, dass wir eine Sprache sprechen und eine gemeinsame Zielsetzung haben." Der A-Lizenz-Inhaber, der seine praktische Prüfung - unter anderem bei Bundestrainer Christian Prokop - mit der Note 1,3 abgeschlossen hat, habe von allen Kandidaten ,,das rundeste, kompletteste und schlüssigste Konzept" vorgelegt. So will Klatt ,,die gegebenen Strukturen noch verbessern" und die Durchlässigkeit zwischen erster, zweiter Mannschaft und A-Jugend fördern. Die Kaderplanung ist aus finanziellen Gründen vermutlich erst mal abgeschlossen. 

    Saisonziel: einstelligen Tabellenplatz bestätigen

    Sportliches Ziel ist es, den einstelligen Tabellenplatz der zurückliegenden Runde zu bestätigen, da waren die Wölfe Neunter geworden. "Die Liga ist unglaublich stark. Sieben, acht Mannschaften wollen aufsteigen. Mit dem Thema haben wir zum Glück nichts am Hut. Aber wir möchten, und das ist das kurzfristige Ziel, trotz des schwierigen Auftaktprogramms auch mit den Abstiegsplätzen nichts zu tun haben", so Klatt. 

    Drei Auswärtsspiele zum Auftakt

    Ihre siebte Zweitliga-Saison beginnt für die Wölfe am 24. August. Aufgrund von Umbauarbeiten in der s.Oliver Arena stehen für sie erst mal drei Auswärtsaufgaben bei TuS Nettelstedt-Lübbecke, Aufsteiger HSG Krefeld und Bundesliga-Absteiger VfL Gummersbach an. Das erste Heimspiel steigt am 15. September gegen den TSV Bayer Dormagen. Bis dahin dürften sich die meisten Rimparer Fans den seltenen Namen des neuen Trainers merken können.

     

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