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    BASKETBALL: BUNDESLIGA, MÄNNER

    Die Baskets setzen ein Ausrufezeichen im Play-off-Kampf

    Reife Leistung: Würzburgs Bester, Maurice Stuckey (Zweiter von rechts), nimmt nach seiner überragenden Leistung bei Sieg... Foto: Martin Remmers

    Natürlich war es Maurice Stuckey vorbehalten, an diesem für ihn besonderen Samstagabend den Deckel auf die Partie zu machen. 85:76 führten die Basketballer von s.Oliver Würzburg 84 Sekunden vor Schluss in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften EWE Arena, als es galt, ein letztes Aufbäumen der Gastgeber abzuwehren. 3,0 Sekunden waren noch Zeit für den Angriff, als der 26-Jährige kurz hinter der Mittellinie einen Einwurf von Cliff Hammonds aufnahm, zwei Schritte machte, sich einmal um die eigene Achse drehte – und das rote Leder aus mehr als zehn Metern butterweich und ohne Ringberührung im Korb versenkte.

    Ein Raunen ging doch die Halle, die Heim-Fans spendeten spontan Applaus für einen, der vor drei Jahren an gleicher Stelle noch das Trikot der Heim-Fünf getragen hatte. Er habe ein sehr schönes Jahr in Oldenburg gehabt und kehre mit einem Lächeln zurück, hatte Stuckey im Vorfeld der Partie im Interview mit der „Nordwest-Zeitung“ erzählt – nun verließ er den Ort, an dem er 2015 den Pokalsieg feiern durfte, mit einem breiten Grinsen. „Es war natürlich ein geniales Gefühl. Der Dreier war ein wildes Ding, aber im Training blödeln wir ab und zu herum mit solchen Würfen. Unterm Strich war das auf jeden Fall ein Big Point für uns“, sagte Stuckey, der am Ende 24 Punkte erzielt (Karrierebestwert!), dabei fünf Dreier versenkt und so maßgeblichen Anteil am 93:80 (49:34)-Coup bei den zuletzt aufstrebenden EWE Baskets hatte. „Das war in erster Linie ein Sieg der Moral und des Willens. Würzburg kann sehr stolz auf dieses Team sein“, zeigte sich Baskets-Cheftrainer Dirk Bauermann höchst angetan von der kollektiven Leistung seiner Schützlinge.

    Spekulationen: Stuckey zu Alba?

    Während der 60-Jährige unlängst seinen Abschied zum Saisonende angekündigt hat und inzwischen auch die Nachfolge geklärt scheint, ist Stuckey vertraglich noch bis 2019 an die Würzburger gebunden. Doch nicht nur wegen des starken Auftritts an alter Wirkungsstätte wären die Baskets gut beraten, den Publikumsliebling möglichst zügig über kommende Saison hinaus an sich zu binden. Denn längst hat der 1,86-Meter-Mann mit seinen konstant starken Auftritten die Begehrlichkeiten der Konkurrenz geweckt. Dass Alba Berlin dem gebürtigen Augsburger unlängst ein Angebot unterbreitet hat, gilt als offenes Geheimnis in der Szene. „Ich werde von vielen Leuten derzeit auf meine Zukunft angesprochen, viele Gerüchte sind da im Umlauf, von denen ich oft auch nur über Dritte erfahre. Wichtig ist jetzt einzig und allein, den Focus zu behalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Alles andere lenkt ab“, schiebt Stuckey, der aktuell seine fünfte Saison im Baskets-Dress absolviert, Gedanken an die Zukunft beiseite.

    Tatsächlich lohnt es sich für die Würzburger nach ihrer über weite Strecken imposanten Vorstellung im hohen Norden, den Blick auch weiter auf der aktuellen Spielzeit zu belassen. Der Erfolg beim letztjährigen Vizemeister war jedenfalls ein deutliches Ausrufe- und Lebenszeichen im Kampf um die Play-off-Plätze. Ein einziges Mal – beim 3:2 in der ersten Spielminute – lagen die Gastgeber in Führung, glichen später zum Viertelende noch mal zum 20:20 aus. Ansonsten waren die Würzburger Herr im fremden Haus, stellten mit einem 16:0-Lauf im zweiten Viertel früh die Weichen auf Sieg. Und anders als bei den jüngsten Auswärtsauftritten in Bamberg (67:70) und Berlin (76:80), als sich die Baskets ebenfalls lange auf der Siegerstraße wähnen durften, den Erfolg aber in den Schlussakkorden der Partie noch aus den Händen gaben, brachten sie dieses Mal den Vorsprung souverän über die Zeit.

    "Die Halle muss zweimal brennen"

    „Wir haben uns schon vor dem Spiel in der Kabine eingeschworen, dass wir diesen Sieg unbedingt brauchen. Wir hatten immer eine Antwort, wenn Oldenburg nochmal zurückkam und haben endlich für ein starkes Spiel belohnt“, resümierte Stuckey, an dessen Seite auch Baskets-Nachwuchsmann Dejan Kovacevic eine bockstarke Partie ablieferte. Der 21-Jährige, vorrangig im drittklassigen Baskets-Farmteam im Einsatz, füllte abermals die Lücke nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Kapitän Loncar und Liga-Topscorer Robin Benzing mit Bravour, war in Oldenburg mit 14 Zählern (ebenfalls Karrierebestwert!), fünf Rebounds und unbändigem Einsatz ein Erfolgs-Garant. „Ich bin reingekommen und habe gleich die ersten Würfe getroffen, danach lief es einfach“, so Kovacevic.

    Zwei Heimspiele binnen vier Tagen stehen für s.Oliver Würzburg nun an – und damit die Chance, noch näher an die Play-off-Plätze heranzurücken. Am Donnerstag (19 Uhr) empfangen die Baskets Science City Jena, am Sonntag (20.15 Uhr, beide in der s.Oliver Arena, Liveticker auf www.mainpost.de) die Telekom Baskets Bonn. „Da muss unsere Halle zweimal brennen“, setzt Bauermann auch auf die Unterstützung der Anhänger.

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