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    Fußball: Toto-Pokal

    Die Kickers haben ihr Saisonziel vor Augen

    Blickt zuversichtlich auf das Pokalspiel seiner Kickers in Aschaffenburg: Trainer Michael Schiele. Foto: Sven Leifer

    Es war kein gerader Weg. Steinig, bisweilen ziemlich holprig lief es für Fußball-Drittligist Würzburger Kickers im Toto-Pokal-Wettbewerb. Nach der 1:3-Niederlage beim Lokal-Rivalen FC Schweinfurt 05 schienen die Rothosen im Achtelfinale schon ausgeschieden zu sein. Der Aufstellungsfehler des Regionalligisten, der nicht die vorgeschriebenen vier U-23-Akteure nominiert hatte, brachte die Kickers trotzdem ins Viertelfinale, wo sie sich gegen Schweinfurts Ligarivalen FV Illertissen äußerst glücklich im Elfmeterschießen durchsetzten. Aber wer fragt an diesem Samstag noch danach, wenn ab 14.15 Uhr im vermutlich picke-packe-vollen Stadion am Aschaffenburger Schönbusch der Ball im Finale rollt? Den Titel zum Greifen nah, das Saisonziel DFB-Pokal-Qualifikation vor Augen: "Wir hatten in diesem Wettbewerb ein bisschen Dusel", sagt Trainer Michael Schiele rückblickend: "Aber im Halbfinale beim 3:0 in Unterhaching waren wir sehr souverän."

    So sind die Kickers also die einzig Übriggebliebenen aus dem bayerischen Drittligisten-Trio. Und beim Endspiel gegen Viktoria Aschaffenburg, für Schiele "in der leichten Favoritenrolle." Der Drittliga-Fünfte beim Regionalliga-Elften - die Rollen sind, da gibt es kein Vertun, klar verteilt. Auch wenn Schiele natürlich noch einmal deutlich an den Aschaffenburger 3:2-Halbfinal-Triumph gegen Kickers-Ligarivalen 1860 München erinnert. "Auch Aschaffenburg hat jetzt etwas zu verlieren", sagt er. 

    Auf die leichte Schulter nehmen die Kickers die Auseinandersetzung mit der Viktoria nicht. Alle Personal-Verkündungen wurden erst einmal auf die Zeit nach dem Endspiel verschoben. Dass Zweitligist VfL Bochum am Donnerstag die Verpflichtung von Torhüter Patrick Drewes bekanntgab, war so nicht gewollt. Für allzu große Unruhe dürfte Drewes' feststehender Abgang aber nicht mehr sorgen. Im Kickers-Kasten wäre er am Samstag nicht gestanden. Wie ernst die Rothosen die Vorbereitung nehmen, zeigt schon die Tatsache, dass sie sich bereits einen Tag vor der Partie auf den 80 Kilometer weiten Weg in Richtung Aschaffenburg machen. Die Vorbereitung soll sich durch nichts von einem Drittliga-Spiel unterscheiden. schließlich gab es zum Saisonende ja auch drei Punktspielsiege in Serie.

    Aschaffenburg hat in der Regionalliga an den letzten sechs Spieltagen nicht mehr verloren, dabei allerdings nur zweimal gewonnen. "Ein Team mit gefährlichen Standards und einem guten Umschaltspiel" charakterisiert Schiele die Viktoria-Mannschaft um Spielgestalter Björn Schnitzer. "Wir müssen auf der Hut sein", so Schiele. Schließlich war und ist der Einzug in den DFB-Pokal-Wettbewerb das erklärte Saisonziel der Rothosen. Insgesamt rund 150 000 Euro Einnahme wäre das Wert. So viel gibt es schon in Runde eins zu verdienen. Auf die Frage, ob ein Pokalsieg, angesichts dieser Tatsache, auch Einfluss auf die Kaderplanung hätte, muss Schiele erst einmal einen Moment nachdenken. "Ich denke, dass wir auch so finanzielle Möglichkeiten haben", sagt er. Als der 41-Jährige Anfang Oktober 2017 den Trainerposten bei den Kickers von Stephan Schmidt übernahm, war sein erstes Spiel das Toto-Pokal-Viertelfinale in Rosenheim. Die Kickers verloren im Elfmeterschießen und mussten, als es in der ersten DFB-Pokal-Runde zur Sache ging, zuschauen. Das tat weh und soll, so hat sich Schiele fest vorgenommen, nicht erneut vorkommen.

    Fest steht: der bayerische Toto-Pokal ist zu einer unterfränkische Angelegenheit geworden. Viermal in den letzten fünf Jahren ging der Titel nach Unterfranken. Zweimal nach Würzburg an den Dallenberg (2014, 2016) zuletzt zweimal in Folge nach Schweinfurt zum FC 05. Die unterfränkische Erfolgsserie geht also in jedem Fall weiter. Für die Pokal-Übergabe hat der Bayerische Fußballverband (BFV) denn auch einen bekannten Unterfranken gewonnen: Ex-Meistertrainer Felix Magath, gebürtiger Aschaffenburger, wird am Samstag-Nachmittag den Sieger ehren. Der wird, sollte es nach 90 Minuten remis stehen - wie schon in den vorangegangenen Runden - sogleich im Elfmeterschießen ermittelt. Eine Verlängerung gibt es im bayerischen Pokal nicht. Eine Tatsache, die die Aufgabe für das Würzburger Profiteam nicht unbedingt einfacher macht.

    Die Kulisse dürfte in jedem Fall passen. Das Stadion am Schönbusch bietet 6620 Plätze und dürfte annähernd ausverkauft sein. Für den Gästebereich sind in Würzburg über 1200 Tickets verkauft worden.

    Der Weg ins Finale
    Viktoria Aschaffenburg
    1. Runde: DJK Hain (A=auswärts) 5:3
    2. Runde: TSV Großbardorf (A) 6:5 n.E.
    Achtelfinale: Bayern Hof (A) 3:0
    Viertelfinale: SV Seligenporten (A) 6:5 n.E.
    Halbfinale: 1860 München (H=heim) 3:2
    FC Würzburger Kickers
    1. Runde: 1. FC 06 Bad Kissingen (A) 9:1
    2. Runde: Würzburger FV (A) 4:0
    Achtelfinale: 1. FC Schweinfurt (A) 1:3, nachträglich für die Kickers gewertet, weil der FC 05 gegen die U-23-Regel verstoßen hatte
    Viertelfinale: FV Illertissen (A)9:8 n.E.
    Halbfinale: SpVgg Unterhaching (A) 3:0

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