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    Fußball: U-17-Junioren, Bayernliga

    Die Kickers müssen sich noch eingewöhnen

    An der richtigen Einstellung mangelt es den jungen Kickers-Akteuren (im bild: Enrico Schubert, vorne) nicht. Nur der Erfolg bleibt bisher noch zu oft aus. Foto: HMB Media / Volker Danzer

    FC Würzburger Kickers – TSV 1860 München 0:4 (0:1)

    Als das Spiel gegen 1860 München abgepfiffen war, stellten sich die U-17-Rothosen geschlossen an der Torauslinie auf und durchkämmten Schritt für Schritt den Platz eins im KRE Sportpark Sieboldshöhe. Immer dann, wenn ihnen ein loses Rasenbüschel im Weg lag, nahmen sie es auf und setzten es wieder an die richtige Stelle zurück. Es sollte keine Strafe für die 0:4-Heimpleite sein; die Aufgabe war vielmehr die obligatorische Pflege des stark beanspruchten Geläufs. Und doch hatte der Kickers-Nachwuchs währenddessen ein wenig Zeit, um über die zweite deutliche Niederlage in der Bayernliga hintereinander zu sinnieren.

    Führung durch abgefälschten Distanzschuss

    Coach Andreas Süßmeier tat dies ebenfalls, zeigte sich mit der Leistung vor der Pause durchaus zufrieden: "Über weite Strecken haben wir es gut gemacht, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir wussten, dass heute schon viel zusammenpassen muss, um gegen den Meisterschaftsfavoriten etwas mitnehmen zu können." Doch bereits in der siebten Minute waren die noch verlustpunktfreien Münchner mit einem abgefälschten Distanzschuss in Führung gegangen. Die Rothosen indes blieben ruhig, versuchten weiter, bei Ballbesitz schnell umzuschalten. So kam auch die große Möglichkeit von Luis Zehnter zustande, der einen Kopfball knapp neben den Pfosten setzte (24.).

    "Für ein Unentschieden hat etwas das Glück gefehlt", fand Süßmeier. Nach einem vermeintlichen Handspiel eines Löwen-Verteidigers in der 48. Minute war der Elfmeterpfiff ausgeblieben. Mit zunehmender Spieldauer mussten die Kickers der robusten Gangart der Münchner immer weiter Tribut zollen - und kassierten noch drei weitere Gegentreffer. "Im zweiten Abschnitt wurde gefühlt ständig ein Spieler von uns behandelt. Dabei war es nicht mal unfair", erklärte Süßmeier, der darauf hofft, dass "es nicht mehr allzu lange dauert, bis wir die rauere Gangart annehmen."

    Es mangelt nicht an der Einstellung

    An der Einstellung mangelt es jedenfalls nicht. "Diesen Jahrgang zeichnet besonders aus, dass er einen großen Teamcharakter hat und sehr ehrgeizig ist", betonte der Grundschullehrer, der seit rund fünf Jahren bei den Rothosen als Übungsleiter aktiv ist. Eine Trainingsbeteiligung von an die 100 Prozent zeuge davon. Doch – auch darauf weist Süßmeier hin – sei dieser Jahrgang der letzte, der nicht schon seit der U 13/U 14 im direkten Wettbewerb mit den bayerischen Bundesliga-Nachwuchsklubs steht. In der letzten Saison spielte er sogar noch größtenteils in der Bezirksoberliga.

    "Daher müssen wir uns nun erstmal an dieses Niveau gewöhnen", weiß Süßmeier, der von Martin Leiner und Pascal Tröger unterstützt wird. Letzterer ist in der Jugend bei Greuther Fürth ausgebildet worden, musste seine leistungsorientierte Karriere aber in diesem Sommer schon mit 20 Jahren aufgrund einer Verletzung beenden. Seither steht er bei den U-17-Rothosen mit an der Seitenlinie.

    Rothosen noch nicht im Rhythmus

    Dort hat Tröger in den bisherigen drei Partien immerhin auch schon einen Sieg erlebt. Zum Auftakt gewannen die Kickers mit 3:1 gegen die SpVgg Ansbach. Am kommenden Samstag geht es zum SSV Jahn Regensburg. "Weil bereits zwei Spiele verlegt werden mussten, wissen wir nicht so genau, wo wir stehen. Deshalb sind wir auch noch nicht im Rhythmus", berichtete Süßmeier. Gespräche unter Trainerkollegen in der Liga werden daher umso wichtiger.

    Am Sonntag unterhielt sich Süßmeier nach dem Spiel mit Thomas Karg, der das Match zuvor beobachtet hatte. Der 35-Jährige hat einst für die Freien Turner Schweinfurt gestürmt – und coacht neuerdings die U-17-Junioren des FC Ingolstadt. "Wir stehen häufig im gemeinsamen Austausch", so Süßmeier. Karg gastiert mit seinen Schanzern am 3. November zum Hinrundenmatch auf der Sieboldshöhe.

    Die Statistik des Spiels
    Würzburger Kickers: Schloßnagel – Stegmaier, Breunig, Vasilev (56. Cernis), Kuhn, Schubert, Janati (62. Hofmann), Kaiser (23. Rudenko), Röthlein, Hümmer (41. Hofrichter), Zehnter.
    Schiedsrichter: Michael Dotzel (Dittelbrunn).
    Zuschauer: 100.
    Tore: 0:1 Maxim Gresler (7.), 0:2 Lorenz Knöferl, 0:3 Milos Cocic (68.), 0:4 Philip Kuhn (77.).

    Die restlichen Spiele im Stenogramm

    U-19-Junioren, Bayernliga

    SG Quelle Fürth – FC Würzburger Kickers 2:4 (1:1)
    Schiedsrichter: Ercan Gündüz (SC Kulmbach). Zuschauer: 40. Tore: 0:1 Marco Kunzmann (17.), 1:1 (40.), 2:1 (46.), 2:2 (49., Eigentor), 2:3 Marco Kunzmann (59.), 2:4 Moritz Gündling (90.+4).

    U-19-Junioren, Landesliga Nord

    Würzburger FV – SpVgg Bayern Hof 4:1 (1:1)
    Schiedsrichter: Peter Flach (SF Sailauf). Zuschauer: 62. Tore: 0:1 (32.), 1:1 Luca Gegenwarth (42.), 2:1, 3:1 Philipp Glücker (59., 64.), 4:1 Luca Gegenwarth (83.).

    JFG Kreis Würzburg Süd-West – Baiersdorfer SV 1:0 (1:0)
    Schiedsrichter: Markus Marschall (SV Sendelbach-Steinbach). Zuschauer: 80 (in Waldbüttelbrunn). Tor: 1:0 Christian Schubert (18.).

    U-17-Junioren, Landesliga Nord

    FC 05 Schweinfurt II – Würzburger FV 2:2 (1:1)
    Schiedsrichter: Konstantin Schaab (FSV Schönderling). Zuschauer: 80. Tore: 0:1 (5., Eigentor), 1:1 (30.), 2:1 (48.), 2:2 Luca Weber (66.).

    FC Würzburger Kickers II – SG Quelle Fürth 1:1 (0:0)
    Schiedsrichter: Lorenz Kuger (DJK Gänheim). Zuschauer: 40. Tore: 1:0 Elyesa-Adem Korkmaz (50.), 1:1 (71.).

    U-15-Junioren, Regionalliga Bayern

    FC Würzburger Kickers – FC Augsburg 0:1 (0:0)
    Schiedsrichter: Hannes Kimmel (TV Ebern). Zuschauer: 50. Tor: 0:1 (69.).

    U-14-Junioren, BFV-Förderliga

    FC Würzburger Kickers – FC Nürnberg 0:10 (0:6, 0:8)
    Schiedsrichter: Adriano Ravalli (TSV Eisingen). Zuschauer: 90. Tore: 0:1 (5.), 0:2 (8.), 0:3 (9.), 0:4 (13.), 0:5 (18.), 0:6 (25.), 0:7 (28.), 0:8 (29.), 0:9 (58.), 0:10 (70.).

    U-13-Junioren, BFV-Förderliga

    FC Würzburger Kickers – FC Bayern München 1:4 (0:2, 0:3)
    Schiedsrichter: Kevin Barthel (SV Gaukönigshofen). Zuschauer: 120. Tore: 0:1 (16.), 0:2 (25.), 0:3 (43.), 0:4 (56.), 1:4 Lasse Wild (68.).

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