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    Basketball: Bundesliga

    Die Neuen bei den Baskets

    Rookie Brekkott Chapman soll Xavier Cooks und Devin Oliver ersetzen. Foto: Thomas Brandstetter

    Es ist schon auch mal vorgekommen, dass man sich zwar gerne mit einem amerikanischen Basketballer unterhalten hätte, aber dies einfach daran gescheitert ist, weil derjenige einen Slang kultiviert, einen Dialekt also, der selbst US-Muttersprachler an die Grenzen des Verstehens bringt. In etwa so, als wenn ein mit durchschnittlichem Hochdeutsch Zivilisierter plötzlich Plattdüütsch verstehen soll. Insofern ist es jedes Jahr aufs Neue auch spannend, herauszufinden, welches Idiom die Import-Neuzugänge bei Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg pflegen. Nach Dates mit dem neuen Center  Luke Fischer (24) und Flügelspieler Brekkott Chapman (23) bleibt festzuhalten: alles im grünen Bereich. Sie sprechen Hochenglisch.

    Der Termin im Mannschaftshotel im Trainingslager in Bormio war schon ausgemacht, bevor die beiden bei der ersten Testspielniederlage der Baskets in der fünften Vorbereitungspartie am Mittwochabend die Treffsichersten ihres Teams waren. Beim 87:104 gegen den russischen VTB-United League-Teilnehmer BK Jennissei Krasnojarsk warf Fischer 17 Punkte, Chapman zwölf. "Ein hartes Spiel", wie Fischer empfand, das durchaus einen Vorgeschmack auf die körperliche Robustheit in der Bundesliga gegeben habe. Er sollte es gewöhnt sein. Bis ihn eine Schulterverletzung im Januar stoppte, stand der 2,11-Meter-Mann zwei Jahre lang in Diensten des Eurocup- und Euroleague-Teilnehmers Herbalife Gran Canaria. "Deshalb kenne ich zumindest die großen Klubs in Deutschland." Gegen Ulm, München und Berlin hat er schon gespielt.

    Ohne seine Verletzung hätten sich die Baskets einen Spieler von Fischers Kaliber vermutlich eher nicht leisten können oder wollen, sagt auch Trainer Denis Wucherer, der Fischer als "modernen Fünfer" einschätzt. Heißt in der Wucherer-Philosophie: einer, der mitspielt, gerne auch mal Pässe gibt und nicht nur unterm Korb rumsteht und daruaf wartet angespielt zu werden und dann zu stopfen. "Ich mag es, meine Mitspieler einzusetzen, aber wenn ich meine Chancen sehe, nutze ich sie natürlich auch. Ich liebe es aber auch, Vorlagen zu geben", sagt Fischer, der in Würzburg zeigen will, dass er mehr Minuten auf dem Parkett verdient hat als auf der spanischen Insel, wo er Rollenspieler war. "Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht die Möglichkeiten bekommen habe, zu zeigen, was ich wirklich kann", sagt er.

    Im Oktober wird Fischer Vater. Seine Frau ist mit ihm in die Domstadt gekommen, "und unser Baby wird in Würzburg geboren", sagt er und lacht in einer vorfreudigen Art, wie es vermutlich nur werdende Väter tun. Auch Brekkott Chapman wird ein erinnerungswürdiges  Erlebnis in Würzburg haben: Im November heiratet er seine Verlobte dort. Und noch eine Erfahrung verbindet die zwei Amerikaner: die gute Aufnahme und Integration in der Mannschaft. "Wir haben uns alle schnell gut verstanden, gerade die Älteren wie Jordan, Cam, Felix und Skyler (Anmerk. d. Red.: Hulls, Wells, Hoffmann, Bowlin) haben einen richtigen guten Job gemacht, damit wir uns gut integrieren konnten. Und dass wir eine Einheit werden", sagt Chapman, der fünf Jahre für US-College-Mannschaften gespielt und nun seinen ersten Profivertrag unterschrieben hat. Auch auf einem Rookie also liegen die Hoffnungen der Baskets.

    Laut Wucherer soll Chapman praktisch der Ersatz sein für Xavier Cooks und Devin Oliver, weil er deren Stärken in sich vereint. Chapman lacht herzlich, wenn man ihm das sagt: "Ich kann doch als Einzelner nicht zwei Spieler ersetzen. Aber stimmt schon, vom Spiel her, von der Athletik und dem Wurf, kann ich der Mannschaft vielleicht helfen, was ich so gehört habe."

    Beide haben sich vom ersten Tag an wohlgefühlt in Würzburg, sagen sie zumindest. Und das Trainingslager empfinden beide zwar als hart, weil anders und mehr trainiert wird als bei den Klubs zuvor - Chapman nennt es "grueling", auslaugend und äußerst strapaziös also - aber sie haben auch Spaß dabei. Chapman hat bei sich eine andere Einstellung als auf dem College bemerkt, eine erwachsenere, und Fischer mag es angeblich, so zu trainieren, weil auf der Insel halt ein legerer Lebenswandel gepflegt werde, "more relaxing".

    Luke Fischer ist laut Trainer Denis Wucherer ein moderner Center. Foto: Thomas Brandstetter

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