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    Fußball: Dritte Liga

    Die Problemzonen der Kickers

    Leihspieler Phil Ofosu-Ayeh. Ob er in der nächsten Saison noch für die Kickers spielt? Foto: Frank Scheuring

    Endgültig erledigt ist die Sache für die Würzburger Kickers noch nicht. "Ein paar Punkte brauchen wir noch", sagt auch Trainer Michael Schiele. Sieben Zähler Vorsprung haben die Würzburger Drittliga-Fußballer vor dem Montagabendspiel (19 Uhr, Liveticker auf mainpost.de) gegen Aufstiegsanwärter Karlsruher SC auf die Abstiegsplätze. Letztlich scheint die Lage bei den Rothosen aber vergleichsweise komfortabel zu sein. Wirklich Sorgen müssen sich da schon andere Teams machen, während man am Dallenberg schon jetzt für die kommende Spielzeit in Liga drei planen kann. Und dabei tut sich vor allem eine Problemzone auf: Auf den Außenbahnen rechts und links müssen sich die Kickers nach neuen Spielern umschauen.

    Wagner und Ahlschwede gingen schon in der Winterpause

    Bereits im Winter hatten die Kickers da zwei Akteure abgegeben. Linksverteidiger Kai Wagner in die USA zum MLS-Klub Philadelphia Union und Maximilian Ahlschwede zum Liga-Kontrahenten Hansa Rostock. Verständlich, weil die Verträge der beiden ohnehin im Sommer ausliefen und so zumindest noch etwas Ablöse aufs Kickers-Konto wanderte. Dass beide sportlich durchaus ein Gewinn sein können, bewiesen sie inzwischen bei ihren neuen Klubs. Ahlschwede ist an der Ostsee, anders als in Würzburg, absolute Stammkraft. Während er für die Würzburger vor der Winterpause gerade einmal drei Partien bestritt, kam er für Hansa in der Rückrunde bereits zwölf Mal zum Einsatz.

    Wagner indes macht in der nordamerikanischen Profiliga durchaus von sich reden. Der Ex-Kickers-Akteur erhält gute Kritiken und stand bei allen sieben Saisonspielen in der Startelf. An diesem Wochenende aber setzte es eine 0:2-Niederlage gegen die LA Galaxy. Beide Gegentore erzielte ein gewisser Zlatan Ibrahimovic. 

    Sein Vertrag bei Union Berlin läuft noch bis 2020. Leihspieler Peter Kurzweg. Foto: Frank Scheuring

    Übrig geblieben sind im Kickers-Kader derzeit noch drei Außenverteidiger Patrick Göbel und Phil Ofosu-Ayeh für die rechte Seite und Peter Kurzweg für die linke. Nur hat eben keiner dieser Drei einen Kontrakt für die kommende Saison in der Tasche. 

    Ofosu-Ayeh kan sich nicht durchsetzen

    Ofosu-Ayeh, Leihgabe vom Premiere-League-Klub Wolverhampton Wanderers, kam im Winter quasi im Tausch mit Ahlschwede von der Ostsee an den Main. Der Deutsch-Ghanaer, der zwar in England unter Vertrag steht, für Wolverhampton aber noch kein Spiel in der ersten Mannschaft bestritten hat, konnte sich aber genauso wie bei Hansa Rostock auch bei den Kickers nicht wirklich durchsetzen. Zusätzlich bremste ihn noch die überflüssige Rote Karte aus dem Spiel gegen Unterhaching aus. Zuletzt fehlte er angeschlagen. Ob Ofosu-Ayeh, den Kickers-Coach Schiele bereits aus gemeinsamen Tagen beim VfR Aalen kannte, eine Zukunft im Kickers-Kader hat? 2020 läuft der Vertrag in England aus. Wolverhampton, wird wohl gerne eine Ablösesumme für ihn erzielen.

    Kurzwegs Vertrag in Berlin läuft bis 2020

    Ähnlich liegen die Dinge bei Peter Kurzweg. Dessen Vertrag bei Union Berlin wurde vor der Leihe nach Würzburg noch um ein Jahr verlängert. Kurzweg würde gerne noch einen Anlauf in der zweiten Liga nehmen, womöglich schafft Union aber auch noch den Erstliga-Aufstieg. Aber ablösefrei wird Kurzweg sicherlich nicht zu haben sein. Eine Weiterverpflichtung des 25-Jährigen, der seit seinem ersten Engagement am Dallenberg (2015 bis 2017) auch als Identifikationsfigur gilt, würde wohl eine Hängepartie werden. Darauf werden sich die Kickerrs wohl kaum einlassen können, ohne eine Alternative aufzutun.

    Patrick Göbels Vertrag am Dallenberg läuft im Sommer aus. Foto: Frank Scheuring

    Patrick Göbel indes hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei den Kickers bislang nicht verlängert. Im Buhlen um seine Dienste sollen die Kickers mit dem Halleschen FC aber einen Konkurrenten haben. Alternativen im aktuellen Kader wären womöglich noch Ibrahim Hajtic, den Schiele im Trainingslager in Spanien auf der rechten Außenbahn testete, und Fabio Kaufmann, der in den letzten beiden Liga-Spielen auf die Göbel-Position rechts hinten rückte, dort aber nicht überzeugen konnte. Und auch über Hajtic sagt Schiele: "Er muss taktisch noch dazulernen." Auf welcher Position in der folgenden Transferperiode Handlungsbedarf besteht, steht also fest.

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