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    Fußball: Dritte Liga

    Die Siegesserie der Kickers hält

    v.li.: Patrick Göbel (FC Würzburger Kickers) nicht im Bild erzielt das Tor zum 1:0, scores the goal 1:0, Markus Kolke (S... Foto: Frank Scheuring (foto2press)

    Wann beginnt eigentlich eine Serie? Bereits nach zwei Spielen? Wohl eher nicht. Vielleicht nach drei? Schon eher. Nach vier: bestimmt. Und nach fünf sowieso! Also ist es Fußball-Drittligist FC Würzburger Kickers in den letzten Pflichtspielwochen gelungen, nach der Negativserie zum Saisonstart mit drei Niederlagen am Stück umzuschalten in eine Siegesserie mit nunmehr fünf Erfolgen in Folge, wenn man die beiden Siege im Toto-Pokal mitrechnet, was ja auch Pflichtspiele waren.

    Nach dem sich in der Schlussphase absolut verdienten, da erarbeiteten und erspielten 3:1 (1:1) gegen Wehen Wiesbaden am Samstag logieren die Rothosen inzwischen mit drei Punkten, also nur einem Sieg, Rückstand auf den Dritten, VfL Osnabrück im Tableau. Freilich ähnelt der Blick auf die Tabelle nach gerade einmal sechs Ligapartien noch stark Kaffeesatzleserei – aber eine gewisse Tendenz kann man durchaus erkennen.

     

    Und so lautet die frohe Botschaft für die Roten und ihre Anhänger nun also: Die nach dem üblen Rundenauftakt schlimmsten Befürchtungen, eine Neuauflage der letztsaisonalen Phase bis in den Herbst, als die Kickers dann aus dem allertiefsten Tabellenkeller als Letzter grüßten, zu erleben, scheinen erst mal vom Tisch zu sein. Vor allem deshalb, weil sich die Mannschaft gereifter präsentiert. Der souveränen, gar einer Drittliga-Spitzenmannschaft gerecht werdenden, Vorstellung beim 4:0 in Rostock, folgte am Samstag gegen Wehen eine willensstarke Energieleistung. „Natürlich sind wir sehr froh darüber, dass wir das Ruder nach diesem Auftakt so herumreißen konnten“, meinte der nicht unwesentlich am Erfolg beteiligte Stürmer Dominic Baumann.

     

    Die PK in voller Länge 

    Nachdem sich im zweiten Abschnitt ein „typisches 1:1-Spiel“ entwickelt hatte, wie es Gäste-Trainer Rüdiger Rehm nicht treffender hätte formulieren können, legten die Kickers vor allem in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit plötzlich noch mal einen Zahn zu. Das hatte vor allem zwei Gründe, und die heißen: Fabio Kaufmann und Daniel Hägele. Mit deren Einwechslung für die erstaunlich indisponierten Dennis Mast und Dave Gnaase erlebte das Kickersspiel einen im Grunde nicht mehr zu erwartenden Schub.

    Dem Führungstreffer von Baumann sechs Minuten vor Schluss ging eine Einkontakt-Ballstafette über fünf Stationen voraus, die man lange nicht am Dallenberg gesehen hatte – und die bemerkenswert war für diese Klasse, in der vorzugsweise eher dem zerstörenden Rumpelfußball als dem etwas kultivierteren Balltanz gefrönt wird. Kickers-Trainer Michael Schiele ärgerte sich zwar über „ungewohnte Fehler“ in der ersten Hälfte und sprach punktgenau von einem „schmeichelhaften 1:1 zur Pause“: Letztlich aber hatte er völlig Recht mit seiner Ansicht, dass „der Sieg aufgrund der zweiten Halbzeit absolut in Ordnung geht“.

     

    Im Grunde war es Schiele, der mit seinen Einwechslungen die Partie entschied. Kaufmann sorgte für ordentlich Wirbel. Und wenn Daniel Hägele nun meint, dass er nach seiner langwierigen Verletzung, wegen der er die komplette Vorbereitung verpasst hatte, noch nicht richtig fit ist und aktuell Luft für vielleicht 60 Minuten hätte, dann sollten die Kickers sich darauf freuen, wenn er erst mal im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird. „Wenn es uns gelingt, jede Woche die Leistung abzurufen wie in den letzten drei Spielen, dann wird es ganz, ganz schwer, uns zu schlagen“, meinte der 29-Jährige, den sein Trainer mit einem Lob bedachte: „Er strahlt unglaublich viel Ruhe aus und weiß, was er macht.“

    Die Kickers-Anhänger brauchen sich derzeit keine Sorgen um Nächte mit wenig Schlaf zu machen wie der soeben Vater gewordene Hägele – jedenfalls nicht wegen ihres Lieblingsvereins. Dafür dürfen sie sich aufgrund der Länderspielpause auf das Pokalderby am 12. September bei Regionalligist FC Schweinfurt 05 freuen, ehe es am 16. September zum Tabellenführer nach Unterhaching geht. „Ein kleines Spitzenspiel“, nannte Baumann das Treffen in zwei Wochen. Und ergänzte: „Dann werden wir sehen, wo die Reise hingeht.“ Stimmt.

     

    Die Statistik des Spiels

    FC Würzburger Kickers –
    SV Wehen Wiesbaden 3:1 (1:1)


    Würzburg: Drewes – P. Göbel, Hansen, Schuppan, K. Wagner – Gnaase (68. Hägele), Bachmann – Skarlatidis, Mast (59. F. Kaufmann) – Ademi (71. P. Breitkreuz), Baumann.
    Wehen Wiesbaden: Kolke – Mockenhaupt, Modica, Reddemann, Mintzel – Mrowca, Schönfeld (66. Nik. Schmidt) – Andrist (82. Shipnoski), Schwadorf – Guder (75. Schäffler), Brandstetter.
    Schiedsrichter: Skorczyk (Salzgitter).
    Zuschauer: 4754.
    Tore: 1:0 P. Göbel (21.), 1:1 Brandstetter (45.+2), 2:1 Baumann (84.), 3:1 F. Kaufmann (88.).
    Gelbe Karten: Bachmann (3), Mast (1) – Andrist (1), Modica (2), Mockenhaupt (1).

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