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    Fußball: Dritte Liga

    Die Winter-Transferbilanz der Würzburger Kickers

    Kurz vor Schließung des Spielermarkts ging es bei den Rothosen noch einmal rund. Was sich der Drittligist vo den drei Neuzugängen verspricht.
    Er wechselt vom Hamburger SV zu den Würzburger Kickers: Jonas David Foto: TayDucLam

    In den Stunden, bevor am Freitag um 18 Uhr der Transfermarkt im deutschen Profifußball für diesen Winter geschlossen hat, ging es bei den Würzburger Kickers noch hoch her. Drei Neuzugängen stehen beim Tabellen-14. der Dritten Liga in der Endabrechnung vier Abgänge gegenüber. Zeit also, sich einen Überblick zu verschaffen. Eine Bilanz der Winterwechsel bei den Rothosen:

    Die Neuen

    Geht es nach dem Internetportal "transfermarkt.de" haben die drei Neuzugänge der Rothosen Niklas Hoffmann (200 000 Euro), Jonas David (300 000 Euro) und Saliou Sané (200 000 Euro) insgesamt einen Marktwert von 700 000 Euro. Wobei mit David der wertvollste unter den Neuen lediglich ausgeliehen ist. Die Vereinbarung mit dem Hamburger SV endet am Saisonende. Der Abwehrmann ist nach Simon Rhein (1. FC Nürnberg), Robert Herrmann (Erzgebirge Aue), Albion Vrenezi (Jahn Regensburg) und Patrick Sontheimer (Greuther Fürth) bereits der vierte Leihspieler von einem Zweitligisten im Würzburger Kader. Lediglich im Fall von Patrick Sontheimer gibt es, nach Informationen dieser Redaktion, eine Kauf-Option. Hoffmann (FC St. Pauli) und Sané (Karlsruher SC) haben indes Verträge bis 2021 unterschrieben. Ob die Kickers Ablöse bezahlt haben, darüber ist nichts bekannt. Das sind die Winterneuzugänge:

    Er wechselt vom FC St. Pauli zu den Würzburger Kickers: Niklas Hoffmann (hier im Zweikampf mit dem Fürther Tobias Mohr. Foto: TayDucLam, Witters

    Niklas Hoffmann: Den 1,95 Meter lange Kicker, der beim FC St. Pauli in dieser Saison fünfmal in der zweiten Bundesliga ran durfte, hat Kickers-Trainer Michael Schiele für einen Posten im zentralen, defensiven Mittelfeld vorgesehen. "Er hat Ruhe am Ball, sticht auch öfter einmal in den gegnerischen Strafraum hinein und bringt die Körperlichkeit mit, die uns manchmal gefehlt hat." Als Spielertyp vergleicht er den Akteur, der beim Karlsruher SC ausgebildet wurde und vor seinem Wechsel zum FC St. Pauli für die U23 des SC Freiburg spielte, mit dem im Sommer nach Kaiserslautern abgewanderten Jannik Bachmann. "Ich bin Niklas Hoffmann und spiele meinen eigenen Stil", stellt er aber fest. Die Ziele der Kickers in den kommenden Jahren würden sich mit seinen eigenen decken: "Wir wollen zurück in die zweite Liga."

    Jonas David: In der U-20-Nationalmannschaft spielte das Eigengewächs des Hamburger SV, der schon mit 14 Jahren zum hanseatischen Großklub wechselte, in der Innenverteidigung. Genau dort sieht auch Rothosen-Coach Schiele die Stärken des 19-Jährigen, der in der zweiten Mannschaft des HSV bisweilen auch im zentralen Mittelfeld agierte. Auf David ruhen in Hamburg nach wie vor große Hoffnungen. „Für Jonas ist es jetzt wichtig, den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Dafür braucht er vor allem Spiel- und Wettkampfpraxis auf einem möglichst hohen Niveau. Wir freuen uns, dass er in Würzburg die Chance dafür bekommt und werden während seiner Leihzeit im engen Austausch mit ihm bleiben“, wird HSV-Sportdirektor Michael Mutzel auf der Internetseite des Zweitligisten zitiert. Offenbar geht er davon aus, dass sich David in der mit Kapitän Sebastian Schuppan und Vize-Kapitän Daniel Hägele besetzten Innenverteidigung durchsetzen kann. Womöglich weil Mutzel einen kurzen Draht  zu Schiele hat. Er arbeitete bei Greuther Fürth einst als Direktor Profifußball mit Co-Trainer Schiele zusammen.

    Saliou Sane (rechts im Zweikampf mit Ex-Kickers-Akteur Simon Skarlatidis) wechselt vom Karlsruher Karlsruher SC zu den Rothosen. Foto: Frank Scheuring

    Saliou Sané: "Ein Spieler mit viel Emotionen, Lauffreude, der gierig ist", so beschreibt Kickers-Trainer Michael Schiele den Neuzugang vom Karlsruher SC. Der 27-Jährige verfügt über reichlich Erfahrung in der Dritten Liga. Er spielte dort nicht nur in der vergangenen Saison für den KSC sondern auch für Holstein Kiel und für die SG Sonnenhof Großaspach, bei der die Kickers am Montagabend (19 Uhr, Liveticker auf mainpost.de) antreten müssen. Ob Sané gleich an alter Wirkungsstätte ran darf? Offensichtlich scheint sich der Deutsch-Senegalese in Großaspach besonders wohl zu fühlen: Acht seiner 13 Drittliga-Tore erzielte er in den 29 Einsätzen für die Schwaben. In den restlichen 89 Drittliga-Spielen waren es noch fünf Tore.

    Die Abgänge

    Am Freitag, dem sogenannten "Deadline Day", dem Tag vor Ende der Wechselfrist, verabschiedeten sich auch noch zwei Stürmer aus Würzburg: Patrick Breitkreuz wechselt zur VSG Altglienicke in die Regionalliga Nord-Ost, Hüsseyin Cakmak geht nach nur zwei Pflichtspieleinsätzen für die Kickers im Toto-Pokal-Wettbewerb zum Oberligisten Hessen Kassel. Beide waren zuletzt schon nicht mehr auf dem Trainingsplatz gestanden. Cakmak musste wegen einer Knieverletzung ohnehin lange aussetzen. Breitkreuz, der im Sommer 2018 in Würzburg angeheuert hatte, war im Winter vom Verein aussortiert worden und auch nicht mit ins Trainingslager nach Spanien gereist. Der 28-Jährigem, dem in 27 Drittliga-Spielen für die Rothosen zwei Tore gelangen, konnte die in ihn gesetzten Erwartungen nie erfüllen. Mit Leonard Langhans (TSV Aubstadt) und Lion Schweers (ausgeliehen zum SV Elversberg) waren zuvor bereits zwei Akteure, die sich nicht durchsetzen konnten, abgegeben worden. Auf "transfermarkt.de" hat das Quartett einen Marktwert von insgesamt 550 000 Euro. Der Kader ist also um 150 000 Euro "wertvoller" geworden.

    Patrick Breitkreuz (rechts im Zweikampf mit Ingolstadts Jonatan Kotzke) spielt in Zukunft in der Regionalliga Nordost. Foto: Meike Scheuring

    Felix Magaths Einfluss

    Dass Felix Magath, der neue Fußball-Boss von Investor Flyeralarm, bei den Verpflichtungen das letzte Wort hatte, ist ein offenes Geheimnis. Auf die Frage, ob er sich eine Qualitätssteigerung durch Zugänge von Zweitligisten bereits im Sommer gewünscht hätte, antwortet Schiele: "Ich kann jetzt nicht nach hinten schauen, ich muss nach vorne schauen." Insgesamt zeigt sich der Trainer freilich mit dem teilweise erneuerten Kader zufrieden: "Wir sind breiter aufgestellt und haben mehr Größe auf dem Platz."

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