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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA MÄNNER

    Die Wölfe gewinnen auch wieder auswärts

    TVE-Rimpar
    TV Emsdetten - DJK Rimpar Wölfe Foto: Bernd Oberheim

    Wenn die Auswärtsfahrt einer Sportmannschaft an einer Schlachterei beginnt, dann kann das entweder ein sehr gutes oder ein sehr schlechtes Omen sein. Im Falle der Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe war es wohl eher Ersteres. Sie brachen am Samstagmorgen von einer in der Marktgemeinde bekannten Metzgerei Richtung Nordrhein-Westfalen auf und brachten in der Nacht zwei Punkte vom Gastspiel beim TV Emsdetten mit zurück. Von dem in der Sportsprache völlig deplatzierten Begriff des „Abschlachtens“ freilich konnte keineswegs die Rede sein: 31:29 (14:15) gewannen die Unterfranken beim Wiedersehen mit ihrem Ex-Torwart Konstantin Madert nach einer bis zum Ende engen Kiste. Im fünften Aufeinandertreffen mit dem ehemaligen Erstligisten war es der erste Sieg für die Wölfe, die damit nach zuletzt drei Auswärtsniederlagen auch ihre kleine Misserfolgsserie in fremden Hallen stoppten. In der Tabelle bleiben sie Fünfter.

    „Ich bin sehr froh, dass wir nach diesem umkämpften Match zwei Punkte mitnehmen“, sagte DJK-Trainer Matthias Obinger und lobte vor allem die Angriffsleistung seines Rudels: „31 Tore gelingen uns auswärts auch nicht so oft.“ In dieser Saison war bisher 28 die Höchstzahl. Obingers TVE-Kollege Daniel Kubes, zugleich tschechischer Nationalcoach, meinte: „Ich bin heute wirklich enttäuscht, diese Niederlage tut extrem weh. Wir hatten die Chance auf den Sieg, aber Rimpar hat letztlich verdient gewonnen. Wir haben verloren, weil wir vorne unsere Chancen nicht gut genug genutzt und hinten zu viele Fehler gemacht haben.“

    Die 1133 Zuschauer in der Ems-Halle sahen von Beginn an eine ausgeglichene Partie. Die Wölfe gingen auf Rechtsaußen geschwächt in die Partie. Sie mussten erneut auf den am Finger verletzten Julian Sauer verzichten, Max Bauer war wegen einer Erkältung nur zeitlich begrenzt einsetzbar. So bekam Lukas Böhm auf dem Flügel viele Anteile.

    Rimpar erwischte den besseren Start und lag nach acht Minuten mit 4:1 in Führung. Kubes nahm die erste Auszeit. Danach wirkten die wegen Verletzungen mit nur zehn Feldspielern angetretenen Gastgeber vor allem in der Abwehr besser auf den Angriff der Rimparer eingestellt. Beim 5:5 (12.) glich Emsdetten aus.

    Ab da entwickelte sich ein Spiel in Wellen. Mal war die eine Mannschaft oben auf, mal die andere; mal gelangen der einen drei oder vier Treffer in Folge, mal der anderen. Damit wechselten auch die Führungen. Zur Pause lagen gerade mal wieder die Westfalen mit einem Tor vorne (15:14). Der mitgereiste Julian Sauer zog im Zuschauerblock folgendes Zwischenfazit: „Mir gefällt das Spiel ganz gut. Im Angriff machen wir es breit, in der Abwehr stehen wir stabil. Max Brustmann hält stark.“ Neun Paraden verzeichnete der DJK-Schlussmann in der ersten Halbzeit (insgesamt 17). Sein ebenfalls gut aufgelegter Ex-Kollege Konstantin Madert zwischen den TVE-Pfosten kam allerdings auch auf sieben (insgesamt zwölf).

    Nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Teams weiter einen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Die Wölfe bekamen in der Deckung den Rückraum der Hausherren und deren gefährliches Spiel über den Kreis nie ganz in den Griff; immer wieder kam André Kropp frei zum Wurf. Dafür trafen die Gäste selbst vorne von fast allen Positionen. Bester Schütze für die Grün-Weißen war schließlich Steffen Kaufmann mit acht Toren.

    Bis in die 59. Minute blieb das Duell höchst spannend. Erst, als Jan Schäffer zum 31:29 für seine Farben ins leere Emsdettener Tor warf, war die Entscheidung gefallen. „Am Ende habe ein paar Nuancen den Ausschlag gegeben“, meinte Obinger, „vielleicht auch unsere breitere Bank.“

    Der sichtlich traurige Konstantin Madert, der im Vorfeld gesagt hatte, der Bessere werde gewinnen, argumentierte ähnlich wie sein ehemaliger Coach: „Rimpar hatte ein paar personelle Optionen mehr. Bei uns war irgendwann die Luft raus." Der Keeper räumte aber auch ein: „Die Wölfe haben in der Schlussphase vielleicht auch die eine oder andere bessere Entscheidung im Angriff getroffen.“ Vielleicht sollten sie öfter von der Schlachterei zu Auswärtsspielen aufbrechen.

    Am nächsten Wochenende bekommt das Rudel erst mal Besuch aus Niedersachsen. Dann gastiert am Sonntag die HSG Nordhorn-Lingen in der s.Oliver Arena.

    Die Statistik des Spiels

    Emsdetten: Madert (1.-54.), Komendant (55.-60.) – Krings, Terhaer 3, Pröhl, Steffen, Dräger, Wesseling 4, Adams 7, Kropp 5, Gretarsson 5, Pöhle 5/2.
    Rimpar: Brustmann (1.-60.), Wieser (n.e.) – Kraus 3/1, Schmitt, Schömig 2, Böhm 1, Bötsch, Schäffer 4, Schmidt 1/1, Kaufmann 8, Siegler 1, Bauer 1, Brielmeier 5, Herth 5.
    Spielfilm: 1:4 (8.), 3:4 (9.), 5:5 (12.), 5:7 (15.), 9:7 (19.), 9:11 (24.), 12:12 (25.), 15:14 (HZ), 15:16 (32.), 18:17 (38.), 24:24 (48.), 26:24 (52.), 26:29 (57.), 29:30 (59.), 29:31 (Endstand).
    Siebenmeter: 2/2 : 2/4.
    Zeitstrafen: 3:5.
    Schiedsrichter: Karamuk/Seliger (Berlin).
    Zuschauer: 1133 in der Ems-Halle.

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