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    Fußball: Dritte Liga

    Die Würzburger Kickers stehen in Mannheim unter Zugzwang

    Nachdenklich: Kickers-Trainer Michael Schiele und sein Assistent Rainer Zietsch (links). Foto: foto2press/Meike Scheuring

    "Druck", sagt Daniel Sauer, "ist im Leistungssport immer da." Die Situation vor dem Auswärtsspiel am Samstag (14 Uhr, live im Bayerischen Fernsehen, Liveticker auf www.mainpost.de) beim bislang stark auftretenden Aufsteiger Waldhof Mannheim (6./13 Punkte) sei deshalb auch nichts besonderes, findet der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Drittligisten Würzburger Kickers (18./6). "Wer unter Druck nicht arbeiten will, für den ist dieser Job nichts", so Sauer. Die Situation ist, da gibt es kein Vertun, ziemlich knifflig für die Rothosen. Mannheim, Meppen, Magdeburg, 1860 München heißen die vier Gegner vor der nächsten Länderspielpause Anfang Oktober. In diesem Zeitraum, nennen wir ihn einmal aufgrund der Gegnernamen M-Wochen, sollte das Würzburger Punktekonto schon entscheidend anwachsen, wenn die Kickers nicht noch lange im Tabellenkeller festhängen wollen.

    Betrachtet man die nackten Zahlen, sind die Würzburger Aussichten für das Gastspiel des Vorsaison-Fünften beim Liga-Neuling nicht rosig. Ungeschlagen ist Waldhof Mannheim, trotz Turbulenzen im Umfeld, nicht nur in dieser Drittliga-Saison. Seit 29 Ligaspielen haben die Mannheimer, bei denen zuletzt vier Funktionäre zurücktraten und Präsident und Investor Bernd Beetz finanzielle Tricksereien vorwarfen, nun schon nicht mehr verloren. Und die auswärts noch punktlosen Kickers? Wo deren Probleme liegen, ist angesichts von 21 Gegentoren längst bekannt.

    "Wir müssen sehr, sehr höllisch aufpassen", warnt Trainer Michael Schiele eindringlich vor dem Team seines Kollegen Bernhard Trares. Der Ex-1860-Akteur muss aber bis auf weiteres auf seinen bislang besten Torjäger verzichten. Valir Sulejmani, 2018 von Hannover 96 nach Mannheim gewechselt, erzielte in dieser Drittliga-Spielzeit bereits vier Treffer und war auch beim Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt (3:5) zweimal erfolgreich. Der Angreifer hat sich einen Syndesmosebandriss zugezogen.

    Liga-Debüt für die Kickers? Neuzugang Simon Rhein ist beim Auswärtsspiel in Mannheim ein Startelf-Kandidat. Foto: Silvia Gralla

    Auf ihn also werden die Kickers nicht speziell achten müssen. Und doch spricht vieles dafür, dass Schiele im Vergleich zu den ersten Saisonspielen eine deutliche Änderung an seiner Formation vornimmt. Vize-Kapitän Daniel Hägele dürfte, nachdem in dieser Woche seine Vertragsverlängerung bis 2022 bekannt gemacht wurde, diesmal wieder - wie in der vergangenen Saison üblich - als Innenverteidiger an der Seite von Innenverteidiger Sebastian Schuppan auflaufen.

    Vieles spricht dafür, dass Schiele den Versuch mit Hägele im Mittelfeld endgültig beendet, um seinem Team in der erwartet heißblütigen Atmosphäre im Carl-Benz-Stadion neue Stabilität zu verleihen. Stattdessen könnte Leihspieler Simon Rhein (1. FC Nürnberg) im defensiven Mittelfeld seinen Liga-Einstand bei den Kickers geben. Ein Fragezeichen steht hinter Albion Vrenezi. Der litt zuletzt an den Folgen eines groben Fouls in der Schlussminute des Toto-Pokal-Spiels beim TSV Aubstadt. "Da war nichts mit Kooperationspartner", sagt Schiele.

    Die Länderspielpause hätten einige Spieler im Kader gut genutzt, findet der Coach: "Die, die bislang hintendran waren, haben deutliche Fortschritte gemacht. Das Leistungsdichte ist größer geworden." In Mannheim, so Schiele, wäre er schon mit einem Remis zufrieden. Aber eigentlich sieht der Trainer sein Team zu Saisonbeginn deutlich unter Wert geschlagen. Als es darum ging, Hägele von der Vertragsverlängerung zu überzeugen, waren auch die Kickers-Ziele in den nächsten Jahren ein Thema. "Über die Perspektive zweite Liga wurde bestimmt mal gesprochen. Im Moment sind wir etwas weiter davon weg. Aber so eine Perspektive muss man immer haben", so Schiele. Der Anspruch am Dallenberg heißt nicht Drittliga-Abstiegskampf. Das weiß auch der Trainer. Er und sein Team müssen nun punkten und zwar schnell.

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