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    Fußball: Dritte Liga

    Die nächste Klatsche für die Kickers: 2:5 in Braunschweig

    Kickers-Kapitän Sebastian Schuppan ist frustriert (links) während die Braunschweiger Martin Kobylanski (Mitte) und Danilo Wiebe sich über das 4:2 freuen. Am Ende unterlagen die Kickers mit 2:5. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Die Würzburger Kickers haben ein Problem. 19 Gegentore nach sechs Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Das 2:5 (2:2) beim neuen Drittliga-Tabellenführer Eintracht Braunschweig am Samstagnachmittag legte viele Defizite deutlich zu Tage. Wenn die Mannschaft von Trainer Michael Schiele nicht schleunigst die Gegentorflut eindämmt, dann gehen die Rothosen schweren Zeiten entgegen. Unter dem Strich bleibt nämlich die Erkenntnis: Die Rothosen können gar nicht Woche für Woche so viele Treffer erzielen wie sie derzeit hinten kassieren. Trotz zweier blitzsauberer Auswärtstore durch Fabio Kaufmann und Luke Hemmerich, die die zwischenzeitliche 2:1-Führung bedeuteten, setzte es am Ende eine deutliche Klatsche. Auch nach dem dritten Auswärtsspiel der Saison traten die Würzburger also mit leeren Händen die Heimreise an. 

    Nun ist die Braunschweiger Offensive gewiss die am stärksten besetzte der Liga. Und der Gegner feierte mit seinen lautstarken Anhängern im Stadionrund an der Hamburger Straße am Ende auch den Sprung auf Platz eins. "Das war alles zu billig", stellte Kickers-Mittelfeld-Akteur Patrick Sontheimer, am Samstag noch einer der besten Würzburger, aber völlig zurecht fest. Die Art und Weise der Gegentore hatte nicht nur ihm nicht gefallen. Auch Trainer Michael Schiele wird sich seine Gedanken machen. Auf die Frage, ob die Rothosen, angesichts der mit Abstand höchsten Anzahl an Gegentoren unter allen Drittligisten noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden, um die Defensive zu stärken, antwortete der Coach ausweichend: "Dazu will ich jetzt nichts sagen."

    Schiele wird in dieser Woche mit seinem Team einiges zu besprechen haben. "Wir brauchen eine gute Balance zwischen Offensiv- und Defensivfußball", stellte Neuzugang Robert Hermann fest. Der Leihspieler aus Aue hatte in Braunschweig sein Punktspieldebüt als Linksverteidiger im Kickers-Dress gegeben. Die Außenbahn bekam er freilich auch nicht dicht. Das Ärgerlichste aus Kickers-Sicht war freilich die Anfälligkeit bei Standardsituationen. "Das müssen wir konzentriert sein", ärgerte sich Herrmann. Sieben Minuten waren gerade gespielt, als die Würzburger Abwehr bei einer Freistoßflanke nicht auf der Höhe war. Torjäger Proschwitz kam zum Kopfball, Kickers-Keeper Eric Verstappen war chancenlos. Die Hausherren führten früh mit 1:0.

    Doch da konnten die Kickers noch antworten. Neuzugang Herrmann bereitete Kaufmanns Ausgleichstreffer vor (26.). Und als Hemmerich nach einem Ballgewinn nicht lange fackelte und das Spielgerät aus rund 20 Metern mit Schmackes in den Giebel des Braunschweige Tores zimmerte (36.), schien der Nachmittag einen aus Kickers-Sicht erhofften Verlauf zu nehmen.

    Wer weiß, hätten die Rothosen die 2:1-Führung in die Halbzeitpause gebracht, vielleicht hätte der Aufstiegsanwärter aus Niedersachsen ja tatsächlich gewackelt. Beim 2:2 zeigten die Gastgeber dann aber auch ihre spielerische Klasse. Flüssig lief der Ball durch die Eintracht-Reihen, die Würzburger Abwehrspieler in dieser zene indes nur hinterher. Am Ende drückte Proschwitz den Ball über die Linie (40.). Das dritte Saisontor für den ehemaligen Meppener.

    Schlafmützig wirkten die Kickers dann nach dem Seitenwechsel. Zunächst verursachte Neuzugang Herrmann einen unnötigen Freistoß. Als der Ball in den Strafraum flog, schien die gesamte Kickers-Hintermannschaft ein Nickerchen zu halten. Robin Becker konnte aus kurzer Distanz und zumindest abseitsverdächtiger Position erstaunlich unbedrängt über die Linie köpfen. Die Braunschweiger führten wieder und um die Rothosen war es nun geschehen. "Naiv" nannte Linksverteidiger Herrmann das Würzburger Abwehrverhalten. Schiele legte indes ein Augenmerk auf die Zweikämpfe: "Wir haben zu ängstlich agiert. Viele 50-zu-50-Duelle sind an den Gegner gegangen. So kannst du hier in Braunschweig vor dieser Kulisse nicht auftreten."

    Auf jeden Fall erschien die Art und Weise, wie die Braunschweiger zu den Treffern Nummer vier (Marcel Bär, 56.) und fünf (Martin Kobylanski, 68.) nachlegen konnten, schon arg simpel. Am Ende rafften sich die Kickers am Ende auf und erarbeiteten sich gegen die im sicheren Gefühl des Sieges etwas nachlassenden Gastgeber, bei denen der Ex-Würzburger Orhan Ademi in der Schlussphase eingewechselt wurde, noch die eine oder andere Torchance. Ein kleiner Mutmacher am Ende eines frustrierenden Tages.

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