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    Fußball: Dritte Liga

    Die neuen Stärken der Würzburger Kickers

    Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Kickers bejubeln den Heimsieg gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern. Foto: Silvia Gralla

    Salto-Jubel – das war einmal, ab sofort gibt's Liegestützen. In der vergangenen Saison hatte der zum FC Ingolstadt abgewanderte Caniggia Elva seine Tore im Dress der Würzburger Kickers noch mit spektakulären Überschlägen gefeiert. Als Fabio Kaufmann beim 3:1 (1:0) der Kickers gegen den FC Bayern München IIzum Saisonauftakt den zweiten Würzburger Treffer erzielte, machte er direkt vor der Haupttribüne erst einmal Liegestützen. Die Jubelchoreographie ist nur eine auffällige Neuigkeit, bei den Rothosen. Was beim Auftakterfolg sonst noch auffiel:

    Die starke Moral

    Als die Münchner in der 77. Minute durch den enorm auffälligen Kwasi Okyere Wriedt zum 1:1-Ausgleich kamen, hätte den Kickers das Premierenspiel auch gut und gerne aus den Händen gleiten können. Doch der Wille, diesmal mit einem Dreier in die Saison zu starten, war bei den Kickers groß genug, um gar nicht lange zu grübeln. "Jeder hat gesehen, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht", so Torschütze Kaufmann (80.). Nicht selbstverständlich bei jeweils mehr als einem Dutzend Ab- und Zugängen im Sommer. Dass der eingewechselte Dave Gnaase, in der letzten Saison ein scheinbar unverzichtbarer Stützpfeiler des Teams, nach seiner Versetzung auf die Bank nicht schmollte, sondern sogleich mit einem Traumtor (82.) Werbung für eine Rückkehr in die Startelf machte, passte da gut ins Bild.

    Die gute rechte Seite

    Rechts war an diesem Samstag die Sahneseite des Kickers-Spiels. Verteidiger Luke Hemmerich bestach nicht nur durch rasante Sprints, er bereitete auch noch zwei der drei Treffer vor. sein Vordermann Kaufmann besorgte einen Treffer selbst. Beide ergänzten sich prächtig. Dagegen fiel die linke Seite deutlich ab. Auch weil mit Albion Vrenezi der eigentlich gesetzte Offensivmann ausfiel. Auf ihn müssen die Rothosen auch in Unterhaching noch verzichten, so Trainer Michael Schiele. Den Neuzugang plagen muskuläre Beschwerden. Leroy Kwadwo  erfüllte seine Aufgabe als Linksverteidiger zwar solide. Dass die Kickers aber weiterhin nach einem Mann für diese Außenbahn suchen, daraus machte Schiele nach dem spiel auch kein Geheimnis. Wahrscheinlich hoffen die Rothosen kurz vor Transferschluss noch auf ein Schnäppchen.

    Die guten Standards

    Auf die Frage, was ihm bei diesem Spiel positiv aufgefallen war, nannte Schiele zuerst: "die guten Standards". Damit meinte der Trainer gerade die Ecken und Freistöße von Hemmerich, die im Bayern-Strafraum mehr als einmal für Aufregung sorgten. In der vergangenen Saison war der Chefcoach mit Ecken und Freistößen seines Teams nicht zufrieden gewesen. In der Vorbereitung wurde intensiv daran gearbeitet und mit dem derzeit verletzten Vrenezi haben die Kickers noch einen Standardschützen in der Hinterhand.

    Die Effektivität

    Während die Münchner aus ihrem Plus an Ballbesitz und Spielanteilen kein Kapital schlagen konnten, wirkten die Kickers deutlich zielstrebiger. "Auch ich habe mich selbst reflektiert", erzählte Fabio Kaufmann: "Ich bin ja eigentlich der Spieler, der gerne mal den Ball auflegt. Aber auch ich muss zielstrebiger werden. Wir müssen uns einfach öfter belohnen." Gegen die Münchner klappte das schon ganz gut, da war es auch gar nicht so schlimm, dass die Bayern nach Luca Pfeiffers 1:0 erst einmal ein spielerisches Übergewicht hatten. "Wir haben ihnen den Ball gelassen, aber dort, wo sie uns nicht weh taten", so Kaufmann.

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