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    RUDERN

    EM-Gold für Julia und Sophia Wolf

    Freuen sich über Gold bei der U-23-EM (von links): Julia Wolf, Nina Öhlckers, Sophia Wolf und Eva-Lotta Nebelsieck. Foto: Detlev Seyb, DRV

    Julia und Sophia Wolf vom Würzburger Ruderverein Bayern (WRVB) haben am Sonntag bei der U-23-Europameisterschaft im weißrussischen Brest im Leichtgewichts-Doppelvierer mit Nina Öhlckers aus Karlsruhe und Eva-Lotta Nebelsieck aus Hamburg die Goldmedaille geholt. Mit einem imposanten Vorsprung von fast sechs Sekunden auf das Boot aus Weißrussland erreichte der deutsche Doppelvierer souverän als erster das Ziel.

    Geburtstagsfeier wird nachgeholt

    Die beiden Würzburgerinnen an Bord hatten am Wochenende einen doppelten Grund zur Freude: Nicht nur, dass Julia und Sophia Wolf erstmals bei einem internationalen Wettkampf für Deutschland starteten, ebenso feierten beide während der Regatta ihren 20. Geburtstag. „Richtig feiern konnten wir leider noch nicht, aber wir werden das auf jeden Fall zu Hause nachholen“, sagte Sophia Wolf am Montag während der Rückfahrt von Berlin nach Würzburg.

    „Wir sind vom Start nicht so gut weggekommen“, beschreibt Sophia den Rennverlauf. Nach den ersten 500 Metern lag der Deutschland-Vierer mit einem Rückstand von sechs Zehntelsekunden nur an zweiter Stelle hinter dem weißrussischen Boot. „Wir sind entspannt geblieben und haben uns mit mehreren Spurts und einem starken Rennschlag nach vorne setzen. Nach 1000 Metern konnten wir absehen, dass es eventuell reichen könnte.“

    Inzwischen war der Vorsprung auf mehr als eine Sekunde gewachsen. „Sicher waren wir uns nicht, denn wir wussten nicht, was der Gegner im Endspurt noch dagegensetzen kann“, blieben letzte Zweifel. Diese räumte der Doppelvierer aber in beeindruckender Art und Weise aus, erhöhte den Abstand bis zur 1500-Meter-Marke auf über vier Sekunden und kam schließlich als erstes im Ziel an.

    Dass nur drei Leichtgewichts-Doppelvierer teilnahmen, überraschte die Wolf-Zwillinge: „Wir wussten nicht, dass so wenige Boote gemeldet waren“, sagt Sophia. Ebenso konnten sie aufgrund der fehlenden internationalen Vergleiche die Stärke ihrer Gegner aus Weißrussland und Russland nicht einschätzen. Bereits am Samstag im Bahnverteilungsrennen hatte sich die Chance des deutschen Vierers aber abgezeichnet.

    Mit einem Vorsprung von mehr als drei Sekunden entschied das deutsche Boot das erste Rennen für sich und sicherte sich die günstigste Bahn. Allerdings rätselten die Ruderinnen, ob die Konkurrenz möglicherweise nicht taktisch agierte habe und bewusst zurückhaltend gefahren sei. „Wir konnten nicht wirklich einschätzen, was die Gegner ins Rennen investiert haben. Da haben wir uns auch einige Gedanken darüber gemacht“, sagte Sophia. Vor allem das weißrussische Boot hatte die deutsche Delegation stärker erwartet.

    Die Regattastrecke in Brest beeindruckte das Nachwuchstalent: „Die Anlage mit dem riesigen Ruderbecken und den umliegenden Gebäuden war imposant“, so Sophia. Bei sonnigen 27 Grad und einem leichten Schiebewind erwarteten die Ruderinnen dort „sehr faire Bedingungen“. Mit sieben Medaillen, viermal Gold und dreimal Bronze, kehrten die Athleten des Deutschen Ruderverbands (DRV) von der U-23-EM nach Hause zurück. Damit stellte der DRV nach Rumänien und Griechenland die drittbeste Mannschaft. Brigitte Bielig war mit dieser Bilanz zufrieden: „Vor allem der Leichtgewichts-Bereich hat sich mit vier Goldmedaillen überraschend gut präsentiert“, wird die Bundestrainerin auf der Verbandswebseite zitiert.

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