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    Handball: 2. Bundesliga

    Ein hartes Stück Arbeit für die Wölfe

    Ein hartes Stück Arbeit für die Wölfe
    Torwart Max Brustmann(Mitte) durfte nach seinem 450. Spiel für die Rimparer Wölfe mit seinen Mannschaftskollegen über einen 29:27-Sieg gegen den HC Elbflorenz aus Dresden jubeln. Foto: Heiko Becker

    2. Bundesliga, Männer
    DJK Rimpar Wölfe - HC Elbflorenz 29:27 (14:14)

    Zweites vorgezogenes Ostergeschenk für die DJK Rimpar Wölfe: Nachdem der Klub am Donnerstag von der Handball-Bundesliga die Lizenz für die nächste Zweitliga-Saison ohne Einschränkungen erhalten hat, gewann das Team von Trainer Matthias Obinger am Karsamstag vor 1557 Zuschauern in der s.Oliver Arena gegen den HC Elblorenz aus Dresden mit 29:27 (14:14) und blieb damit im fünften Spiel in Serie und im Jahr 2019 zu Hause ungeschlagen.

    Während die Unterfranken in der Tabelle Rang acht festigten, stürzten sie die Sachsen auf den vorletzten Platz und in noch ärgere Abstiegsnot. Außerdem vermasselten sie dem neuen Chef- und bisherigen Co-Trainer Rico Göde nach der Trennung von Christian Pöhler in der Länderspielpause seine Premiere. "Trotz eines guten Spiels fahren wir ohne Punkte nach Hause", sagte Göde geknickt. Obinger meinte, es sei das "erwartet und befürchtet schwere Spiel" gewesen.

    Fehlstart im 450. Spiel von Max Brustmann

    In der 450. Partie von Max Brustmann für seinen Heimatverein bereitete die zunächst zugriffslose Rimparer Abwehr sich selbst und ihrem Torwart einen Fehlstart. Der musste dreimal hinter sich greifen, ehe seine Kollegen nach mehreren Fehlwürfen im Angriff erstmals sein Gegenüber Mario Huhnstock überwanden und zum 1:3 trafen (6.). Als die mit Druck und Tempo, teils über die schnelle Mitte agierenden Dresdener wenig später zum 6:2 erhöhten (9.), brüllte Brustmann - und Obinger bat zur ersten Auszeit. "Wir haben in der Deckung insgesamt zu viele Zweikämpfe verloren", sagte er später.

    Roman Becvar sorgt für Umtriebe 

    Trotz einer Unterzahlsituation gelang seinen Schützlingen in der Folge ein 3:0-Lauf zum 5:6 (13.). Die Balleroberung von Dominik Schömig, der Patrick Gempp den Anschlusstreffer per Konter ermöglichte, sprach für die allmählich zunehmende Aufmerksamkeit und Agressivität der Abwehr. Nur mit dem umtriebigen tschechischen Nationalspieler Roman Becvar im rechten Rückraum hatte sie mitunter weiter ihre liebe Mühe. Der netzte nach 20 Minuten zum vierten Mal ein und stellte wieder einen Drei-Tore-Vorsprung für die Gäste her (7:10).

    Gempp erzielt nach Balleroberung erste Führung 

    Die nächste Welle erwischten wieder die Gastgeber, die ebenso durch vier Treffer in Folge erstmals ausglichen: Steffen Kaufmann markierte das 11:11 (25.). Kurz darauf stibitzte sich Gempp hinten die Kugel, lief selbst den Tempogegenstoß und verwandelte zur ersten Führung für seine Farben: 13:12 (27.).  Der 14:14-Pausenstand versprach Spannung für die zweite Halbzeit. 

    Blitzstart nach der Pause

    Nun glückte den Wölfen ein Blitzstart. Brustmann, der in der ersten Hälfte schon zwei von sechs Siebenmetern des HCE entschärft hatte, parierte in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs mitunter spektakulär fünf Bälle, und seine Vorderleute fanden nun richtig Spaß am Spiel. Teils in Überzahl, zog Rimpar auf 21:15 davon (39.). Drei herrliche Treffer nacheinander gelangen in dieser Phase Schömig per Konter und vom linken Flügel.

    Manndeckung bringt Rimpar aus dem Rhythmus

    Als schon vieles auf einen sicheren Heimsieg hindeutete, zog Gästetrainer Göde einen taktischen Joker, der den Rimparer Rhythmus empfindlich störte: Er ließ Lukas Siegler und Benjamin Herth im Rückraum mit einer 4:2-Formation quasi manndecken. Sein Team eroberte dadurch mehrere Bälle und glich nach einem - auch durch Fehlwürfe der Gastgeber begünstigten - 5:0-Lauf schließlich wieder aus: 23:23 (52.).  Obinger hatte in der Zwischenzeit jedoch ebenfalls reagiert - mit dem siebten Feldspieler. Das zwang Dresden wieder in die defensive Deckung und war mit ein Schlüssel zum Erfolg. 

    Die Schlussphase bot den Zuschauern Dramatik - mit dem siegreichen Ende für die nervenstärkeren und abgezockteren Wölfe, das vielleicht etwas glücklich, aber dennoch verdient war. "Es war auf jeden Fall ein hartes Stück Arbeit", bilanzierte Kreisläufer Gempp, mit sechs Treffern bester Rimparer Torschütze.

    Doppelspieltag am nächsten Wochenende

    Am kommenden Wochenende steht der letzte Doppelspieltag dieser Saison auf dem Programm. Am Freitag empfangen die Wölfe das Schlusslicht HC Rhein Vikings aus Düsseldorf, am Sonntag gastieren sie zum Frankenderby beim Tabellenzweiten HSC 2000 Coburg. 

    Die Statistik des Spiels

    Rimpar: Brustmann (1.- 60.), Wieser (bei einem Siebenmeter) - Schömig 5, Böhm 1, Karle (n.e.), Gempp 6, Schmidt 4, Kaufmann 4, Siegler 3, Meyer, Bauer, Schulz 1, Backs (n.e.), Brielmeier 2, Herth 2/2, Sauer 1.

    Dresden: Halfmann (38.- 60.), Huhnstock (1.-37.) - Kleinert, Pulay 3/1, Jurgeleit 2, Emanuel 2, Dierberg 1/1, Gugisch, Buschmann 2, Flödl 1, Kretschmer 4/3, Greß 6, Kammlot, Becvar 4, Quade 2, Pechstein.

    Spielfilm: 0:3 (4.), 1:3 (6.), 2:6 (9.), 5:6 (13.), 7:8 (16.), 7:11 (20.), 11:11 (25.), 13:12 (27.), 14:14 (Halbzeit), 17:14 (34.), 21:15 (39.), 23:18 (46.), 23:23 (52.), 27:26 (58.), 29:27 (Endstand).  

    Siebenmeter: 2/3:5/8.

    Zeitstrafen: 4:2.

    Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier (Stuttgart).

    Zuschauer: 1557.

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