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    FUßBALL: DRITTE LIGA

    1:0 gegen Osnabrück: Kickers erarbeiten sich einen Dreier

    v.li.: Tim Danneberg (VfL Osnabrück), Marco Königs (FC Würzburger Kickers) im Zweikampf, Duell, duel, tackle mit Adam Su... Foto: Frank Scheuring (foto2press)

    Diesmal gab es am Ende keine Misstöne. Mannschaft und Anhänger feierten nach dem 1:0 des FC Würzburger Kickers gegen den VfL Osnabrück gemeinsam. Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg und eine Woche nachdem vermeintlich höhnischer Applaus beim 2:2 gegen Aalen noch die Spieler so sehr genervt hatte, dass sie sich nicht von den Fans verabschieden wollten, tat dieser Dreier den Würzburgern gut. Auch weil er die Kickers-Heimstärke weiter untermauert. Seit acht Partien haben die Rothosen nun schon am Dallenberg nicht mehr verloren.

    1000 Osnabrücker sorgen für Stimmung

    Es war – das muss man am Ende schon festhalten – kein glanzvoller Erfolg. Aber auch ein solcher redlich erarbeiteter Sieg wie der am Samstag bringt drei Punkte. Und mit dem VfL Osnabrück war ja auch keine Laufkundschaft am Dallenberg zu Gast gewesen. Die Niedersachsen liegen nach der Niederlage in der Drittliga-Tabelle zwar nur auf Rang 14. Aber sie waren mit reichlich Selbstvertrauen im Gepäck nach Unterfranken gekommen. In den fünf Spielen zuvor hatte es keine Niederlage gegeben und nicht zuletzt konnten sich die Lila-Weißen einer lautstarken Unterstützung gewiss sein. Über 1000 Gäste-Fans waren alleine mit einem Sonderzug angereist und färbten den Gästeblock komplett in lila-weiß. Eine durchaus beeindruckende Unterstützung für die Gäste.

    Skarlatidis holt Elfmeter heraus

    Auf den Rängen gaben denn auch lange Zeit die Niedersachsen den Ton an. Dass am Schluss die Kickers jubilierten bezeichnete aber selbst VfL-Coach Daniel Thioune als „verdient“. Auch wenn es eines – freilich berechtigten – Strafstoßes bedurfte, damit die Rothosen an diesem Samstagnachmittag ins Tor trafen. Osnabrücks Marc Wachs war ungestüm und ungeschickt in den Zweikampf mit Kickers-Akteur Simon Skarlatidis gegangen, der fiel zu Boden und der Bundesliga-erfahrene Referee Marco Fritz entschied folgerichtig auf Elfmeter.

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    Eine Sache für Orhan Ademi. Der Kickers-Goalgetter ist in der Regel ein sicherer Elfmeterschütze. „Ich warte eigentlich immer bis sich der Torwart bewegt. Diesmal kam von ihm keine Bewegung und ich habe mich für die falsche Ecke entschieden,“ berichtete er hernach. VfL-Keeper Marius Gersbeck konnte den nicht sonderlich scharf geschossenen Strafstoß abwehren, aber nicht gänzlich entschärfen. Denn im Nachsetzen bugsierte Ademi den Ball dann doch zum 1:0 über die Linie (28.). Ein Treffer - für Ademi war es bereits der neunte in dieser Saison - der gut passte zu diesem Spiel, in dem sich die Kickers vieles schwerer machten als nötig, in dem sie am Ende aber doch die Oberhand behielten, weil sie in den entscheidenden Momenten etwas entschlossener wirkten als die Osnabrücker.

    Neumann klärt auf der Linie

    Die hatten in der erste Spielhälfte aber gleich zwei ganz dicke Chancen: Einmal parierte Würzburgs Torhüter Patrick Drewes gegen VfL-Stürmer Marcos Alvarez. Ein anderes Mal war Drewes bereits ausgespielt und Rothosen-Abwehrchef Sebastian Neumann klärte auf der Linie. Wieder hatte Alvarez geschossen (35.).

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    „Im Unterschied zu den letzten Heimspielen, gab es diesmal keinen Rückschlag, hat der Gegner nicht gleich mit der ersten Chance getroffen. Das hat uns geholfen“, stellte Kickers-Coach Michael Schiele fest. Der Trainer hatte im Vergleich zum 2:2 gegen Aalen zwei Änderungen vorgenommen. Der zukünftige Sandhäuser Felix Müller musste ebenso zunächst auf der Bank Platz nehmen wie Angreifer Dominic Baumann. Dafür rückten Emanuel Taffertshofer und Marco Königs ins Team. „Ich hatte zuletzt eine schwere Zeit. Aber ich bin immer dran geblieben und heute mit dem Startelfeinsatz belohnt worden“, freute sich Königs darüber über 90 Minute die Chance erhalten zu haben, sich zu präsentieren.

    Sorglose Kickers nutzen Chancen nicht

    Die Kickers verdienten sich ihre Führung so richtig erst nach der Pause. Schon vor dem Seitenwechsel hatten die Rothosen zwar griffig in den Zweikämpfen gewirkt. Spielerisch lief aber nicht allzu viel zusammen. In der zweiten Hälfte boten sich immer mehr Räume zum Kontern und so ergaben sich nun auch Torchancen. Simon Skarlatidis brachte den Ball nicht an VfL-Keeper Tim Paterok, der nach der Pause den angeschlagenen Gersbeck ersetzte, vorbei, der Nachschuss von Nikolaou ging neben das Tor (62.). Einen Distanzschuss von Göbel lenkte Paterok noch um den Pfosten (78.). Ademi schlug in aussichtsreicher Position über den Ball (79.). Richtig ärgerlich fand Kickers-Coach Schiele aber, dass die Würzburger gleich reihenweise beste Konterchancen schon im Ansatz liegen ließen: „Das war sorglos. Wir hätten ein zweites Tor nachlegen müssen.“

    So aber hieß es bis zum Ende zittern und am Schluss mussten sich die Gastgeber gar bei Keeper Drewes bedanken, dass es zum Dreier reichte. Der Würzburger Schlussmann zeigte in der 85. Minute eine starke Doppelparade als er zunächst einen Versuch von Konstantin Engel abwehrte und den Nachschuss von Wachs noch an den Pfosten lenkte. Dies war freilich die einzige Gäste-Chance in den zweiten 45 Minuten. Und so jubelten am Schluss mal wieder die Roten am Dallenberg.

    Ein Dreier für die Laune

    Es war ein Sieg für die Laune, ein Dreier, der wichtig war für die Atmosphäre, auch wenn in der Tabelle nicht mehr allzu viel für die Kickers möglich sein dürfte. „Es ist noch Luft nach oben. Aber so wie wir gearbeitet haben, so stelle ich mir das vor“, sagte Schiele.

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