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    Fußball: Kreisklasse

    Enttäuschender Saisonstart für die DJK Würzburg

    Immer da, wo der Ball ist: Kickers Doppeltorschütze Michaele Mehari (links) nähert sich von hinten dem Zweikampf zwischen Lothar Brückner von der DJK Würzburg (Mitte) und Andreas Schwamm. Foto: Heiko Becker

    Sichtlich bedröppelt stand Maurizio Orofino nach der klaren 0:2-Niederlage seiner DJK Würzburg am Spielfeldrand. Dass sein neues Team der Reserve des FC Würzburger Kickers so wenig entgegen zu setzen hatte, damit hatte der 44-Jährige, der zuletzt an der Seite von Marc Reitmaier die Bayernliga-Mannschaft des Würzburger FV trainiert hatte, nicht gerechnet. Ballverluste ohne Ende und unpräzise Zuspiele verhinderten, dass die Hausherren auch nur ansatzweise Zugriff auf das Spiel bekamen. "Ich weiß, dass meine Mannschaft wesentlich mehr drauf hat und kann. Ich weiß nicht, warum wir heute so unsicher aufgetreten sind", sagte Orofino, der inzwischen mit Frau und Sohn in Lengfeld wohnt, aber in der Zellerau aufgewachsen ist. Seit der Jugend kennt er Manuela Hoch, die Trainerin der Frauenfußballmannschaft und zweite Leiterin der Fußball-Abteilung bei der DJK Würzburg. So kamen auch sein Kontakt zum Verein und damit das neue Traineramt zustande.

    Bis zum Schluss hatte Orofino mit der DJK Würzburg in der vergangenen Saison noch um den Klassenerhalt gebangt, das Team aber nach zwei Spielzeiten in der Kreisliga doch absteigen sehen müssen. In der Kreisklasse soll sich die Mannschaft nun konsolidieren und dann den Wiederaufstieg in Angriff nehmen. "Wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes", sagte Manuela Hoch, die die Männer ihrer Abteilung in ein paar Jahren gerne noch höherklassiger spielen sehen würde. Sowohl ihr als auch dem neuen Trainer Orofino ist jedoch klar, dass die Spieler erst einmal wieder als Team zusammenwachsen müssen. Abgänge von Leistungsträgern wie Alexander Elsner oder Marcel Gütte (beide Karriereende) hatten dem Zellerauer Klub weh getan.

    "Man muss dem Verein, der Mannschaft und mir Zeit geben", sagte Orofino, der zum Saisonauftakt urlaubs- und verletzungsbedingt auf einige Spieler verzichten musste. Das wollte er allerdings nicht als Entschuldigung gelten lassen, attestierte den Rothosen ein gutes Spiel und einen verdienten Sieg. 

    Die drei Punkte brachten Jure Zuljevic zum Strahlen. Er wurde nach einer Personal-Rochade mit Frank Faulhaber in dieser Saison zum Übungsleiter der Rothosen, während Faulhaber ihn nun als Co-Trainer unterstützt. "So, wie die Vorbereitung teilweise gelaufen ist, hätte ich das heute schlechter erwartet", sagte der 43-Jährige, der in seiner aktiven Zeit zuletzt für den TSV Lengfeld auf dem Platz gestanden war, am Sonntag nach dem Spiel und lachte: "Wir haben am Freitag noch ein ganz schlechtes Training gehabt. Ich war überrascht, dass die Jungs heute auch wirklich die taktischen Vorgaben eingehalten haben. Sie waren aggressiv in der Mitte, haben schnell nach vorne gespielt, haben klare Bälle gespielt. Ich kann die Jungs gar nicht genug loben, das war eine ganz, ganz starke Leistung."

    Angriff von hinten: Rothose Michaele Mehari nimmt Lothar Brückner von der DJK den Ball ab. Foto: Heiko Becker

    Einer stach heraus

    Obwohl Zuljevic keinen hervorheben wolle, stach doch einer aus dem guten Spielgefüge heraus: Doppeltorschütze Michaele Mehari, der vor einer einjährigen Pause zuletzt für die U 19 des FC Würzburger Kickers in der Bayernliga aufgelaufen war. Er wirbelte auf dem linken Flügel, war hart in den Zweikämpfen und zeigte eine technische Präzision, wie man sie in der Kreisklasse nur selten sieht. Sehenswert sein Treffer zum 0:2, bei dem er sich den Weg aus dem Mittelfeld zum Strafraum bahnte, eiskalt zwei DJK-Abwehrspieler stehen ließ und souverän abschloss (59.). Ob einer wie er in dieser Liga zu halten sein wird? "Der bleibt bei uns", zeigte sich Zuljevic zuversichtlich, während hinter ihm die lauten "Zicke-Zacke"-Rufe seiner Mannschaft erklangen. 

    DJK-Spieler Eric Propp (Mitte) versucht sich im Abschluss. Ohne Erfolg. Foto: Heiko Becker

    Auch wenn es für sie diesmal keinen Grund zum Jubeln gab, bleiben Orofino und sein Co-Trainer Kevin Borst zuversichtlich, die DJK-Mannschaft formen und ihr ihren Stempel aufdrücken zu können. Vor allem sollen die Jungs körperlich fitter werden. "Da hat sich in der Vorbereitung der ein oder andere beim Training schon umgeschaut", erklärte Manuela Hoch und schmunzelte. Niederlage hin oder her – für sie und die anderen Verantwortlichen im Verein steht fest, dass man mit Maurizio Orofino genau den richtigen Mann an der Seitenlinie gefunden hat.

    Restliche Spiele im Stenogramm

    Rottenbauer – Randersacker 3:3 (2:2)
    Tore: 0:1 Xin Steinhoff (6.), 1:1/2:1 Philipp Hildmann (23./39.), 2:2 Jens Müller (39.), 3:2 Tim Schneider (47.), 3:3 Okan Delihasan (66.).

    Lengfeld – Rimpar 0:2 (0:0)
    0:1 Andreas Hagen (77.), 0:2 Sebastian Schlagmüller (85.).

    Reichenberg – Oberdürrbach 4:1 (1:1)
    Tore 0:1 Lukas Ihls (14.), 1:1 Tobias Philipp (20.), 2:1/3:1 Patrick Hampel (51./76.), 4:1 Lukas Brand (81.).

    Bergtheim – Sommerh./Winter. 2:2 (0:1)
    Tore: 0:1 Philipp Kessler (2.), 0:2 Christian Schwarz (58.), 1:2 Michael Lichtlein (66.), 2:2 Simon Schönfeld (71.).

    Burggrumbach – Kürnach 0:4 (0:2)
    Tore: 0:1 Markus Pfenning (37.), 0:2/0:3 Robin Tröger (39./82.), 0:4 Konstantin Frey (88.).

    Bibergau – Grombühl 1:4 (1:1)
    Tore: 1:0 Benjamin Gehring (13.), 1::1 Markus Gottschlich (12.), 1:2/1:3 Tobias Leptich (48./65.), 1:4 Maximilian Popp (78.).

    Der Verein
    Rund 1800 Mitglieder hat die DJK Würzburg, davon gehören etwa 200 der Fußballabteilung unter Leitung von Peter Eichelsbacher und Manuela Hoch an.  In der aktuellen Saison stellt der Verein zwei Männermannschaften (Kreis- und B-Klasse), zwei Frauenteams (Bezirksober- und Kreisliga) sowie im Jugendbereich eine U17, U13, U11, U9 und U7.

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