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    Wasserball: Bundesliga

    Ex-Wasserball-WG misst sich im Becken

    Marc Weinmann (Nummer 9) trifft am Sonntag auf seinen ehemaligen Mitbewohner Anton Laug. Foto: Heiko Becker

    SV Würzburg 05 - SGW Rhenania/Poseidon Köln
    (Samstag, 16.30 Uhr, Wolfgang-Adami-Bad)

    SV Würzburg 05 – SV Krefeld 72
    (Sonntag, 14 Uhr, Wolfgang-Adami-Bad)

    Fast ein Jahr lang haben sie sich als Freunde eine Wohnung in Würzburg geteilt, am Sonntag stehen sich Marc Weinmann und Anton Laug im Wolfgang-Adami-Bad als Kontrahenten gegenüber. Beide sind Wasserballer, beide sind 21 und beide erinnern sich gerne an die "unbeschreiblich gute Zeit miteinander". Dass der Dettelbacher Anton Laug nach Krefeld wechselte, während der Darmstädter Marc Weinmann seit inzwischen drei Jahren in Unterfranken spielt, hat sportliche und berufliche Gründe. Um nach seiner Ausbildung zum Masseur näher an Duisburg zu sein, wo regelmäßig Lehrgänge stattfinden, zog Laug nach Krefeld. Das sportliche war da zunächst ein Nebenaspekt – auch wenn der SV 72 im Gegensatz zu den Nullfünfern damals schon in der Bundesliga ins Wasser ging: "Inzwischen hat sich das umgedreht. Ich konzentriere mich voll auf Wasserball und arbeite gerade nur in Teilzeit." Allerdings will der gebürtige Unterfranke, der Weinmann, den er aus der süddeutschen Auswahl kannte, einst nach Würzburg lockte, in naher Zukunft noch eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann drauf packen.

    Hier jubelt Anton Laug noch für den SV Würzburg 05. Foto: Heiko Becker

    Neuer Mitbewohner für Marc Weinmann

    Marc Weinmann, bei dem inzwischen sein neuer Mitspieler  Timotej Filo eingezogen ist, wird im kommenden Jahr seine Ausbildung zum Krankenpfleger am Klinikum Würzburg Mitte beendet haben und will im Anschluss Medizin studieren. Die Vorliebe für den Sport, den er betreibt, ist beim Sohn zweier Wasserballer quasi genetisches Erbgut. "Wasser ist einfach mein Element", sagt er und lacht. Dass es mit ihm und Anton Laug in einer Wohnung gut klappen würde, daran hatte der Hesse nie Zweifel: "Wir machen den gleichen Sport und arbeiten in einer ähnlichen Branche. Auf die Nerven sind wir uns tatsächlich nie gegangen." Und das, obwohl sie nicht nur zusammen trainierten, sondern auch gemeinsam die U 10 und U 12 beim SV Würzburg 05 betreuten, oft gemeinsam aßen (Anton kochte meist in der Mittagspause), regelmäßig an der Playstation Fifa zockten und um die Häuser zogen. Inzwischen ist der Kontakt sporadischer geworden, "aber man muss auch nicht täglich telefonieren in einer guten Freundschaft"(Weinmann).

    Inzwischen teilen sich Marc Weinmann (links) und Timotej Filo eine Wohnung. Foto: Carolin Münzel

    Außerdem sind sich die beiden nach wie vor in vielem einig. Zum Beispiel darin, dass die Liga in diesem Jahr ausgeglichen ist wie nie. "Köln und Hamburg sind die Topfavoriten, alle anderen Mannschaften können sich gegenseitig schlagen", sagt Weinmann. Laug bestätigt: "Ich sehe uns vielleicht ein bisschen als Favoriten, aber die Klasse ist eng wie nie." Beide freuen sich natürlich darauf, sich am Sonntag wiederzusehen, auch wenn danach keine Zeit mehr sein wird, um die Häuser zu ziehen. Und auch, wenn sie wissen, dass sie im Wasser ihre gute persönliche Beziehung für vier Viertel vergessen müssen. "Es klingt blöd, aber im Spiel gibt es keine Freunde", erklärt Weinmann und Laug stimmt zu: "Im Wasser kann ich ihm keine Chance geben."

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