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    BASKETBALL: EUROPECUP

    Finals winken: Die Baskets überraschen mit ihrer Dominanz

    Basketball - Fiba Europe Cup - Pallacanestro Varese - s.Oliver Wuerzburg
    Konzentrierter Blick zum Korb: Würzburgs Gabriel Olaseni (am Ball) im Duell mit Vareses Ronald Moore. Foto: Heiko Becker

    Am Tag danach, nach dem schier sensationell anmutendem 89:66 (46:33)-Erfolg im Halbfinal-Hinspiel des Fiba EuropeCup-Wettbewerbs bei Pallacanestro Varese, war es auf den ersten Blick wie immer im Trainingszentrum von Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg in der Frankfurter Straße. Für 14 Uhr hatte Cheftrainer Denis Wucherer seine Korbjäger zur Trainingseinheit geladen. Bereits eine halbe Stunde vorher war die komplette Mannschaft anwesend, dehnte sich im Kraftraum, ließ sich im Physio-Zimmer tapen oder warf sich in der Halle warm.

    Von überbordender Glückseligkeit nach einem durchaus magischen Basketball-Abend tags zuvor in der Lombardei war nichts spüren. Ebenso wenig wie von den Nachwirkungen der erst in den Morgenstunden gegen 8 Uhr geendeten, gut neunstündigen Rückreise, die unfreiwillig unter erschwerten Bedingungen stattgefunden hatte. Gegen zwei Uhr in der Nacht war einer der beiden Fan-Busse auf der Autobahn mit einem Defekt liegengeblieben. Die gestrandeten Anhänger wurden auf den zweiten Fan- und den Mannschaftsbus der Baskets aufgeteilt. „Es wurde ab da ein wenig kuscheliger, an Schlaf war nur mehr bedingt zu denken. Für die großen Jungs war es wie ein Economy-Flug ohne Beinfreiheit. Aber es war für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir in der Situation helfen“, sagte Wucherer.

    So großzügig wie den eigenen Anhängern hatten sich die Baskets zuvor im sportlichen Wettstreit mit dem zehnfachen italienischen Meister nicht gezeigt, den sie nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (23:21) im weiteren Spielverlauf phasenweise demontierten und zunehmend demoralisierten. „Ich glaube, Varese war etwas überrascht, wie stark und dominant wir aufgetreten sind. Mitte des dritten Viertels haben wir ihnen dann endgültig den Zahn gezogen“, resümierte US-Guard Cameron Wells an alter Wirkungsstätte.

    Cameron Wells spielt an seiner alten Wirkungsstätte groß auf

    Vergangene Saison noch lenkte der 30-Jährige den Spielaufbau der Norditaliener, bei seiner Rückkehr war er nicht nur wegen seiner 18 Punkte neben Top-Scorer Jordan Hulls (19 Zähler, 4/6 Dreier) der herausragende Spieler auf dem Parkett. „Ich habe mich gut gefühlt, wollte aggressiv an beiden Enden des Feldes sein. Aber am wichtigsten war der Sieg.“, so Wells, dessen Team nun mit mehr als einem Bein im Finale steht. Da die Ergebnisse aus beiden Partien addiert werden, dürften sich die Würzburger im Rückspiel am kommenden Mittwoch (19 Uhr, s.Oliver Arena) theoretisch sogar eine Niederlage mit 22 Punkten Differenz erlauben. Höchst unwahrscheinlich nach dem starken Auftritt, der Varese „wie unter einer Lawine verschüttet“ zurückließ, wie der Weltverband Fiba in seinem Spielbericht trefflich schrieb. „Ich bin zum einen stolz auf die Leistung der Jungs, es war die wahrscheinlich bislang beste in dieser Saison. Aber auch darauf, wie sich die Mannschaft in den letzten Monaten entwickelt hat. Das gibt mir ein gutes Gefühl und steigert die Vorfreude auf die kommenden Aufgaben“, sagte Wucherer.

    Am Samstag geht es mit dem Bundesliga-Spiel in Ulm weiter

    Die nächste wartet bereits an diesem Samstag in der Bundesliga: Um 18 Uhr sind die Würzburger als Tabellen-Siebter beim Achten ratiopharm Ulm zu Gast.

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