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    TENNIS: 2. BUNDESLIGA

    Florian Lakat, Weiß-Blau Würzburgs Gute-Laune-Spieler

    Er sorgt für gute Laune im Team: Florian Lakat Foto: Kirsten Mittelsteiner

    Wird es laut während der Spiele der Männer in der zweiten Bundesliga des TC Weiß-Blau Würzburg, ist Florian Lakat nicht weit. Das sicher auch am Sonntag, um 11 Uhr auf der Anlage an der Mergentheimer Straße so, wenn der Vorletzte TC Amberg am Schanzl zu Gast ist. Mit kräftiger Stimme werden dann wieder die Anfeuerungsrufe für die Teamkollegen auf Englisch quer über die Plätze schallen. Das bringt ungewohntes Leben in die Partien. „Wir machen Sport und wollen dabei Spaß haben“, erklärt der 1,96 Meter große Sportler, der seit einem Jahr als Profi auf der Tour unterwegs und heuer neu im Team der Würzburger ist. Die Mannschaftskollegen machen begeistert mit, manchmal nicht gerade zum Gefallen der Gegner.

    Schnell wird deutlich, dass der 24-Jährige ein Anführertyp ist. Ein Markenzeichen des Spaßvogels, der in seiner Jugend auch unter dem Basketballkorb eine gute Figur gemacht hat und immer als Mannschaftskapitän unterwegs war. „Ich habe vieles ausprobiert“, erzählt er von den sportlichen Gehversuchen in den verschiedensten Disziplinen. Schwimmen und Eishockey gehörten auch dazu. Aber Tennis kristallisierte sich mit neun Jahren als die große Leidenschaft für den gebürtigen Franzosen mit deutschem Pass heraus.

    Für Weiß-Blau Würzburg tritt er als Deutscher auf einer der hinteren Positionen an und blickt bisher auf zwei Einzel- und drei Doppelsiege zurück. „Ich liebe es, unter Druck zu spielen“, schwärmt er und hatte aufgrund verlorener erster Sätze und engen Siegen im Tie- oder Matchtiebreak in den Einzeln viel Spaß.

    Im Doppel waren die Ergebnisse eindeutiger. Schon 2016 an der Universitiy of California, Berkeley – einer der renommiertesten Universitäten der Welt – gewann er gemeinsam mit dem ebenfalls für Würzburg aufschlagenden Schweden Filip Bergevi die ITA Men's All American Championships im Doppel. Einer seiner größten Erfolge. Zu toppen nur noch durch die Teilnahme bei den French Open. Den Zauber, der der den Grand-Slam-Turniere innewohnt, bekam er im April 2018 hautnah zu spüren. Aufgrund seiner bisher besten Platzierung in der Doppel-Weltrangliste mit Rang 252 feierte er beim größten Sandplatzturnier der Welt sein Debüt. Mit Arthur Rinderknecht erhielt er eine Wildcard für das Doppelfeld. „Das war der Wahnsinn“, erinnert er sich, auch wenn in der ersten Runde nach drei Sätzen Schluss war.

    Das Flair der großen Tenniswelt kann er beinahe täglich erleben, ist er nicht auf einem der rund 30 Turniere im Jahr unterwegs, sondern zu Hause in seiner Pariser Wohnung. Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur weltberühmten Anlage Roland Garros. Dort trainierte er ein Jahr lang bis Juni 2019 mit dem französischen Verband. Nun ist er auf sich allein gestellt. Sollte es im Einzel nicht wirklich voran gehen, steht vielleicht die Fokussierung auf das Doppel an. Zwei bis drei Jahre gibt er sich. „Dann muss ich mein Leben mal verdienen“, findet der Wirtschaftswissenschaftler und könnte sich sogar vorstellen, dann dem Tennis den Rücken zu kehren. Aber, wer weiß, vielleicht gelingt ja der große Durchbruch und das anvisierte Ziel, bis unter die Top 20 im Doppel oder unter die Top 50 im Einzel zu kommen, wird Wirklichkeit.

    Eine Begegnung mit Novak Djokovic in USA bei einem Collegeturnier ist ihm ebenfalls in bester Erinnerung. „Ich habe Nole warmgespielt.“ Sagt's und grinst dazu nicht ohne Stolz, für diese Trainingseinheit ausgewählt worden zu sein. Das aus einem guten Grund, denn Djokovic suchte einen starken Aufschläger. Da konnte die Wahl nur auf Lakat fallen, denn er hatte von den anwesenden Spielern den härtesten zu bieten.

    Überhaupt eine starke Waffe in seinem Spiel, das insgesamt auf schnellen Punktgewinn ausgelegt ist. „Lange Ralleys mag ich nicht“, stellt er fest. Deshalb wird er auch die schnelle Entscheidung beim Heimspiel suchen. Dort soll der letzte für den Klassenerhalt nötige Sieg eingefahren werden. Nachdem in der gestrigen Partie gegen Ludwigsburg, die nicht auf der Siegagenda stand, auch die vereinseigenen Spieler wie Johannes Markel ihre Chance bekamen, ist am Sonntag wieder das bestmögliche Team am Start.

    Florian Lakat

    Florian Lakat wurde am 3. August 1995 in Paris geboren und begann mit sechs Jahren das Tennisspiel. Er ist Rechtshänder und spielt eine beidhändige Rückhand. Bestes ATP-Ranking im Einzel war 680 (März 2018) und im Doppel 252 (April 2018). Aktuell steht er auf Rang 730 im Einzel und 280 im Doppel.

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