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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA

    Rimpar kommt gut aus der Pause

    Willkommen zurück: Rimpars Lukas Böhm (links) feiert mit Max Bauer, der nach neunmonatiger Pause sein erstes Zweitligasp... Foto: Foto2press, Frank Scheuring

    Rimpars Zweitliga-Handballer sind mit einem 32:26 (13:9)-Sieg gegen die HG Saarlouis aus der Winterpause gekommen. Damit knüpften die Grün-Weißen vor 1886 Zuschauern in der Würzburger s.Oliver Arena nahtlos an den Jahresendspurt mit drei Siegen in Serie an. Weil der Tabellenzweite aus Bietigheim bereits am Freitagabend dem HSC 2000 Coburg daheim unterlegen war, konnten die Wölfe den Rückstand zum zweiten Aufstiegsplatz auf zwei Punkte verkürzen.

    Trainerwechsel brachte keine Wende für Saarlouis

    Die Stadtteile von Saarlouis tragen so fantasievolle Namen wie Beaumarais, Fraulautern und Picard. Doch der passendste Stadtteilname für das heimische Handball-Aushängeschild wäre derzeit Steinrausch (seit 1972 ein eigener Stadtteil). Wie ein Felsbrocken im freien Fall stürzen die Saarländer seit Saisonbeginn der Dritten Liga entgegen. Auch der längst gelöste Fallschirm in Form eines Trainerwechsels von Jörg Bohrmann zu Philipp Kessler brachte bislang nicht die erhoffte Wende.

    „Es war ein tolles Gefühl, wieder in dieser Halle zu spielen. Ich bin einfach glücklich.“
    Rimpars Rückkehrer Max Bauer

    In Würzburg kassierte Saarlouis bereits die siebte Pleite hintereinander; in fremden Hallen sind die auf dem Papier ordentlich besetzten Saarländer sogar noch ohne einen Punktgewinn. „Die Aufgabe wird nicht einfacher, weil uns ein Erfolgserlebnis fehlt. Das brauchen wir dringend“, konstatierte HGS-Coach Kessler: „Unser Konzept im Angriff ging heute zwar ganz gut auf, wir haben uns aber zu viele Undiszipliniertheiten erlaubt.“ Die Gäste konnten etwas mehr als eine Halbzeit lang auf Augenhöhe spielen, gegen die Qualität eines Spitzenteams, wie es die Wölfe auch in dieser Runde eines sind, braucht es allerdings schon eine reife Leistung über die volle Zeit.

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass DJK-Schlussmann Max Brustmann einen gehörigen Teil der Rimparer Klasse auf seine Kappe nehmen darf. Im ersten Abschnitt hielt er in seinem 400. Match für die Grün-Weißen elf Würfe, darunter zwei Siebenmeter, der zunehmend verzweifelnden Gelb-Schwarzen. „Die erste Halbzeit hat einen Namen getragen: Max Brustmann. Er hat uns durch seine Paraden ins Spiel gebracht. Dadurch haben wir das nötige Selbstbewusstsein in Angriff wie Abwehr bekommen“, sagte DJK-Trainer Matthias Obinger. Mit der Chancenverwertung und dem Positionsspiel sei er lange nicht zufrieden gewesen. „Da hatten wir noch einiges an Sand im Getriebe.“

    Erfolgreichster Spieler der Wölfe

    So klangvoll wie die Saarlouis-Stadtteilnamen Beaumarais oder Picard war die Rimparer Offensive zunächst wirklich nicht, nach dem Seitenwechsel dann schon eher. Häufig war es Patrick Schmidt, der sich gekonnt in Stellung brachte und einnetzte. Am Ende war er mit elf Treffern der erfolgreichste Spieler auf dem Feld. Sein womöglich wichtigster Treffer des Spiels war der zum 13:10-Halbzeitstand aus gut und gerne zwölf Metern. Denn damit dürften die Rimparer endgültig das Gefühl gehabt haben, dass es am Faschingssonntag kein böses Erwachen gegeben hat.

    Bis zum 12:14 blieb der Tabellenvorletzte, der aufgrund des schlechteren Torverhältnisses am Ende dieses 21. Spieltages die Rote Laterne übernommen hat, noch dran. Dann waren die Rimparer eine gute Viertelstunde lang nicht zu halten. Der nach seinem Kreuzbandriss wiedergenesene Max Bauer steuerte in dieser Phase zwei Kontertore bei – und ließ von Rechtsaußen auch noch das 30. Tor seiner Mannschaft folgen. „Es war ein tolles Gefühl, wieder in dieser Halle zu spielen. Ich bin einfach glücklich“, freute sich Bauer, der sein Comeback nach rund neun Monaten Verletzungspause gab.

    Hoffnungen beim Spiel gegen Hamm-Westfalen

    Auch dank ihm waren die Rimparer ihrem Kontrahenten zwischenzeitlich auf neun Treffer enteilt. Am Ende betrug die Differenz deren sechs Tore, weil die DJK in der Defensive gegen Ende arg nachlässig geworden war. „Wir haben zu viele Gegentreffer über den Kreis bekommen“, bemängelte Obinger. Dort spielt bei Saarlouis Moritz Barkow, der achtmal traf – und den sich die Wölfe im Sommer beinahe geangelt hätten.

    Doch auch ohne Barkow und Jan Schäffer, der bekanntlich im Winter zum Bundesligisten HC Erlangen gewechselt ist, scheinen die Wölfe auf der Kreisposition gut aufgestellt: Patrick Gempp und Neuzugang Sergej Gorpishin machten ihre Sache jedenfalls ordentlich. Auch das lässt hoffen für das Spitzenspiel beim punktgleichen Tabellenvierten ASV Hamm-Westfalen am kommenden Samstagabend – anders als die schwache Strafwurfquote in dieser Saison: Gegen Saarlouis scheiterten die Rimparer viermal von der Siebenmeterlinie.

     

    Rimpar: Rimpar: Brustmann (1. – 50.), Wieser (51. – 60.) – Kraus 3, Schmitt, Schömig 1, Böhm 2, Gempp 1, Gorpishin 2, Schmidt 11/4, Kaufmann 1, Siegler (n. e.), Meyer (n.e.), Bauer 3, Brielmeier 5/1, Herth 2, Sauer 1.

    Saarlouis: Schulz (1. – 41., 48. – 60.), Jonczyk (42. – 47.) – Kreis, Leist, Kolodziej 3, Murawski, Weissgerber 3/2, Barkow 8, Muller, Müller 4, Andersson 6/2, Schulz, Paetow, Polydore, Engels 2, Noll.

    Spielfilm: 4:1 (7.), 5:4 (14.), 7:5 (17.), 7:7 (21.), 10:8 (25.), 13:10 (Halbzeit), 14:12 (36.), 19:13 (40.), 22:14 (46.), 26:17 (49.), 26:21 (54.), 32:26 (Endstand). Zeitstrafen: 1:5. Siebenmeter: 9/5 : 6/4. Schiedsrichter: Ekk/Sachtleber (Wiesbaden/Offenbach). Zuschauer: 1886.

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