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    Fußball: Dritte Liga

    Fünf Gründe für das Kickers-Hoch

    Die Würzburger Fußballer sind derzeit eines der erfolgreichsten Drittliga-Teams. Warum die Rothosen in der Erfolgsspur sind.
    Geht der Höhenflug von Kickers-Kapitän Sebastian Schuppan (oben beim Jubel über das 3:1 gegen Braunschweig) und seinen Kollegen auch beim Auswärtsspiel in Zwickau weiter?
    Geht der Höhenflug von Kickers-Kapitän Sebastian Schuppan (oben beim Jubel über das 3:1 gegen Braunschweig) und seinen Kollegen auch beim Auswärtsspiel in Zwickau weiter? Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Die Würzburger Kickers sind vor dem Auswärtsspiel beim FSV Zwickau am Samstag (14 Uhr, Liveticker auf mainpost.de) in der Dritten Liga das Team der Stunde. Nur eine Niederlage setzte es für die Mannschaft von Trainer Michael Schiele in den letzten acht Partien. Was steckt hinter dem Kickers-Hoch? Fünf Gründe für die neu gewonnene Stärke der Rothosen:

    Die Kickers sind torgefährlicher geworden

    Torfabrik: Saliou Sané trifft hier zum 3:1 gegen Braunschweig.
    Torfabrik: Saliou Sané trifft hier zum 3:1 gegen Braunschweig. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Die Zahlen sind eindeutig. 13 Treffer gelangen den Kickers in den fünf Partien seit der Winterpause. Nur der FC Bayern München II erzielte 2020 noch einen Treffer mehr. 2,6 Tore gab es für das Schiele-Team im neuen Jahr im Schnitt. Vor der Winterpause waren es 1,65 Treffer vor Spiel gewesen. Natürlich treibt das 6:0 in Großaspach den Schnitt deutlich nach oben. Trotzdem ist der gewachsene Torhunger der Kickers kein Zufall: Die Rothosen kommen deutlich häufiger zum Torabschluss als noch in der ersten Saisonhälfte. 16,8 Torschüsse waren es in den fünf Partien 20230 im Schnitt. Vor der Winterpause hatten die Kickers in 20 Partien im Schnitt 13,55 Mal aufs gegnerische Tor geschossen.

    Die Neuzugänge erhöhen die Qualität im Kader

    Neue Alternativen: die Winter-Neuzugänge Jonas David (links) und Niklas Hoffmann.
    Neue Alternativen: die Winter-Neuzugänge Jonas David (links) und Niklas Hoffmann. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Saliou Sané (Karlsruher SC), Niklas Hoffmann (FC St. Pauli) und Leihspieler Jonas David (Hamburger SV) sorgen für mehr Konkurrenzkampf im Kickers-Team. Und Sanés Verpflichtung hat sich auch schon beim 3:1-Sieg gegen Braunschweig bezahlt gemacht, als der Angreifer zwei Tore erzielte und eines auflegte. Auch für die Partie in Zwickau scheint er ein heißer Startelf-Kandidat zu sein. Es spreche jedenfalls nichts dagegen, ihn erneut von Beginn an aufzustellen, stellte Trainer Schiele fest. Gleiches gilt für David, der wohl erneut den noch immer an der Wade verletzten Vize-Kapitän Daniel Hägele in der Innenverteidigung ersetzen wird. Das Leistungsgefälle im Team ist nun sehr gering. Die Folge: Durch Auswechslungen wird die Mannschaft nicht etwa geschwächt, wie man noch vor der Winterpause manchmal das Gefühl hatte. Ganz im Gegenteil. Die Einwechelspieler sorgen oft für frischen Wind. 

    Der Konkurrenzkampf sorgt für ein Reizklima

    In den Trainingseinheiten geht es rustikal zur Sache, berichtet Schiele. Den Chefcoach freut es: "Es ist Gift drin. Danach vertragen sich dann auch alle wieder. Das ist gut so." Der Kampf um die Stammplätze spornt die Akteure an, sorgt für ein leistungsförderndes Reizklima im Team. Plötzlich müssen manche um ihren Platz im Team kämpfen. So muss sich auch Angreifer Luca Pfeiffer, in der Hinrunde noch meist als Solo-Stürmer gesetzt, derzeit hinten anstellen. Ein Mann wie Defensiv-Allrounder Hendrik Hansen, dessen Vertrag nach der Saison endet, schaffte es zuletzt noch nicht einmal mehr in den Kader.

    Die Defensive bildet ein solides Fundament

    In fünf Spielen nur viermal bezwungen: Kickers-Keeper Vincent Müller.
    In fünf Spielen nur viermal bezwungen: Kickers-Keeper Vincent Müller. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Hält man sich an den Zahlen fest, ist der Zeitpunkt an dem die Gegentorflut der Kickers ein Ende nahm, schnell gefunden. Seit Vincent Müller im Oktober 2019 die Nummer eins im Kickers-Kasten wurde, bekam er in 14 Spielen nur noch 16 Gegentore. In den vorangegangenen elf Partien hatten die Kickers 28 Treffer kassiert. Der 19-jährige Keeper lässt sich auch durch gelegentliche kleine Patzer nicht aus der Bahn werfen. "Ich mache auch Fehler, keine Frage. Im Spiel hadere ich darüber aber nicht. Nach der Partie setzte ich mich damit auseinander, dann ist die Sache aber auch abgehakt", sagt er. Alleine am Torwartwechsel kann man die neu gewonnene Defensivstärke – 2020 gab es in fünf Spielen nur noch vier Gegentore – aber nicht festmachen. Müllers Vertreter Eric Verstappen wirkt im Training keineswegs frustriert, kämpft weiter um seine Chance. Und für das Defensivspiel entscheidend ist auch die aggressive Herangehensweise des Teams, das den Gegner, wie gegen Braunschweig erfolgreich praktiziert, bereits früh im Spielaufbau attackiert. "Konstanz", so Kickers-Mittelfeldmann Patrick Sontheimer: "kann man nicht trainieren. Aber jedes Spiel ohne Gegentor hilft uns natürlich Sicherheit zu gewinnen." Zum Vergleich, nach sechs Hinrundenspielen hatten die Kickers 19 Gegentore kassiert, in der Rückrunde gab es gegen die gleichen Gegner noch fünf Gegentore.

    Kickers TV: die Vorschau auf das Spiel in Zwickau

    Trainer Schiele bleibt trotz des Drucks gelassen

    Michael Schiele steht, seit Felix Magath als Fußball-Boss bei Investor Flyeralarm eingestiegen ist, unter Beobachtung. Die mit dem Verein zuvor fast schon vereinbarte Vertragsverlängerung liegt auf Eis. Magath will sich, so sagt er, erst einmal ein komplettes Bild der Lage bei den Kickers machen, ehe er über Schieles Wirken urteilen will. Der Trainer selbst wirkt trotzdem gelöst und locker wie schon lange nicht mehr in seiner bald zweieinhalbjährigen Amtszeit. "Ich hoffe, wir sind noch nicht am Limit", sagt er mit Blick auf die jüngsten Leistungen: "Ich bin gut drauf. Es ist derzeit wirklich gut."

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