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    BASKETBALL: BUNDESLIGA

    Welche Perspektiven die Baskets haben

    Basketball - BBL - s.Oliver Wuerzburg - Telekom Baskets Bonn
    Wo wird ihr Weg hingehen? Für die Baskets wäre es wichtig, die Flügelspieler Devin Oliver (links) und Xavier Cooks weiter an sich zu binden. Foto: Heiko Becker

    Am Ende waren es Kleinigkeiten. Sieben Pünktchen Differenz in der Addition beider Finalspiele im Europe-Cup-Wettbewerb gegen Dinamo Sassari hier, der verlorene direkte Vergleich mit den punktgleichen Braunschweigern nach 34 Bundesliga-Spieltagen da – aus einer unterm Strich guten Saison für Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg hätte eine für die Geschichtsbücher werden können. „Natürlich ist es schade, dass es am Ende so knapp nicht gereicht hat. Für uns ist das aber überhaupt kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Unsere Fans und wir können stolz darauf sein, was die Mannschaft geleistet hat“, resümierte Baskets-Geschäftsführer Steffen Liebler nach der saisonfinalen 65:97-Niederlage am Sonntag in Bamberg.

    Die Summe der Widrigkeiten

    Ausgerechnet in der entscheidenden Phase war die Summe der Widrigkeiten bei den Würzburgern zu groß, um die ganz großen Ziele zu erreichen. „Normalerweise sollte man im April und Mai seinen besten Basketball spielen und das Intensitätslevel nochmal hochschrauben. Bei uns war das leider nicht möglich, wir sind vorher schon wochenlang im roten Bereich unterwegs gewesen“, analysierte Baskets-Cheftrainer Denis Wucherer, und ergänzte mit Blick auf die im Endspurt immer länger werdende Verletztenliste: „Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben sich teuer verkauft. Wir sind extrem stolz drauf, wie wir uns in den letzten Monaten präsentiert und als Team zusammengefunden haben. Die Spieler haben meinen Respekt dafür, wie sie mit den Rückschlägen und Verletzungen umgegangen sind.“

    Am Dienstagabend (18 Uhr) verabschiedet sich die Mannschaft bei einem gemeinsamen Abend in „Sam Kullman's Diner“ (Schweinfurter Straße) von den Fans. Danach steht für die Spieler der Urlaub an – für die Klub-Verantwortlichen beginnt die heiße Phase der Vorbereitung auf die nächste Saison. „Wir arbeiten weiter daran, auslaufende Spielerverträge zu verlängern. Mit dieser Truppe können wir sehr positiv in die Zukunft schauen“, gibt sich Liebler zuversichtlich. Das Gerüst der Mannschaft haben die Baskets – anders als in den Vorjahren – bereits zusammen, jetzt gilt es, die Mannschaft tiefer zu besetzen und punktuell zu verbessern. Ein Überblick:

    Wer wird (voraussichtlich) bleiben?

    Acht Spieler stehen für die kommende Spielzeit (noch) unter Vertrag. Die US-Spielmacher Cameron Wells und Skyler Bowlin hatten sich vergangenen Sommer ebenso für zwei Jahre an die Baskets gebunden wie das deutsche Trio Florian Koch, Brad Lösing und Johannes Richter. Zudem unterschrieb Talent Joshua Obiesie (18) im November laut Verein einen „langfristigen Vertrag“, die Rede ist von einer Laufzeit bis 2022. Doch gerade der Verbleib dieses Quartetts ist nicht in Stein gemeißelt. Obiesie hat für den NBA-Draft gemeldet, und die Zukunft der anderen Drei hängt auch davon ab, auf welchen Positionen der Kader mit einheimischen Spielern verstärkt werden kann. Denn gerade Deutsche mit gehobenem Bundesligaformat sind rar – und entsprechend teuer. Bis 2021 verlängert haben bereits Lokalmatador Felix Hoffmann und Topscorer Jordan Hulls.

    Wer soll bleiben?

    Die Baskets würden allzu gerne weiter mit ihren beiden Forwards, dem Australier Xavier Cooks und US-Boy Devin Oliver, zusammenarbeiten. Ersterer spielte eine erstaunliche erste Profisaison und hat großes Entwicklungspotenzial. Der Ende Januar für Perry Ellis aus der Türkei geholte Oliver darf als eine der wenigen Nachverpflichtungen der letzten Jahre gelten, die das Team substanziell verstärkt haben. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, sagte Wucherer. „Wir sind in guten Gesprächen“, meinte Liebler, dessen Hoffnung sich allerdings nicht erfüllte, wie bei Hulls einen Abschluss noch während der Runde hinzubekommen. „Das war natürlich das Ziel, auch um die Emotionen mitnehmen zu können. Wenn die Jungs erst mal in Australien oder den USA sind, ist Würzburg weit weg.“ Heißt: Die weichen Standortfaktoren dürften in den Verhandlungen nun wieder eine eher untergeordnetere Rolle spielen, mehr das liebe Geld. „Ich werde mich mit meinem Agenten zusammensetzen und beraten. Ich mag die Bundesliga, ich mag Deutschland, und Würzburg ist großartig, genauso wie seine Fans. Mal schauen, was passiert“, meinte Oliver. Auch Cooks könnte sich ein weiteres Engagement vorstellen: „Klar, warum nicht? Ich hatte eine tolle Saison mit großartigen Mitspielern und Trainern“, sagte der 23-Jährige, schränkt aber auch ein: „Am Ende ist es auch eine Business-Entscheidung.“

    Wer wird nicht bleiben?

    Kresimir Loncar hat seine Karriere beendet und wird dem Klub beratend erhalten bleiben. Gehen werden wohl die Center Gabriel Olaseni und Mike Morrison. Olaseni, britischer Nationalspieler, war zu unkonstant und zu wenig durchschlagskräftig. Morrison, wie Oliver im Laufe der Spielzeit geholt, sorgte mit seiner emotionalen Art für einen Stimmungs- und Ergebnisumschwung. Seine Verletzungsanfälligkeit und limitierte Spielweise dürften jedoch eher gegen eine Weiterverpflichtung sprechen. Wucherer dürfte einen flexibleren „Big Man“ suchen. Ein Kandidat, der im Klubumfeld gehandelt wird: Justin Sears, der vor zwei Jahren unter Wucherer in Gießen eine starke Rookie-Saison spielte. Nach einem im Vorjahr in Ludwigsburg erlittenen Kreuzbandriss ist der US-Center wieder fit und aktuell in Oldenburg siebter Ausländer.

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