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    Fußball: Dritte Liga

    Große Ernüchterung bei den Würzburger Kickers

    Die Enttäuschung ist sicht- und greifbar: Die Kickers-Akteure (von links) Dominic Baumann, Hendrik Hansen, Patrick Breitkreuz und Eric Verstappen nach dem 0:3 gegen Großaspach. Foto: Frank Scheuring

    War die Niederlage in Unterhaching, dieses niederschmetternde 4:5 mit drei Gegentoren in den letzten Spielminuten, für Fußball-Drittligist FC Würzburger Kickers doch ein Wendepunkt? Die Kickers waren am Samstag, kurz vor Schluss, Tabellenführer. Nach dem sehr ernüchternden 0:3 (0:1) gegen das bisherige Schlusslicht SG Sonnenhof Großaspach droht den Kickers nun, erst einmal in den Tabellenkeller abzurutschen. "Jetzt sind wieder alle hoffentlich auf dem Boden der Realität angekommen", sagte Kapitän Sebastian Schuppan, dem nach dem Auftakterfolg gegen den FC Bayern München II schon wieder zuviel gejubelt worden war am Dallenberg. "Wir sind nicht Aufstiegsanwärter Nummer drei. Wir müssen kämpfen", sagte der Routinier.

    Der selbsternannte Dorfklub aus der schwäbischen Provinz zwischen Heilbronn und Stuttgart war in der Vergangenheit nicht eben ein großzügiger Gast. Die Großaspacher Mannschaft erwies sich bei ihren vorangegangenen Gastspielen am Dallenberg stets als äußerst schwer zu knackendes Abwehrbollwerk. Gerade einmal ein Tor war den Rothosen in den drei vorangegangenen Drittliga-Heimspielen gegen die SG Sonnenhof gelungen - und gewonnen hatten die Würzburger gegen die Schwaben zu Hause auch noch nicht. An den ersten zwei Spieltagen hatte es die Mannschaft von Trainer Michael Schiele mit Teams zu tun, die selbst einen offensiven Ansatz des Fußballspiels verfolgen. Gegen Großaspach, das stand von Beginn an fest, sollte es ein anderes Spiel werden. Können die Kickers auch einen zuvorderst defensiv orientierten Gegner ausspielen?

    Die Partie sollte tatsächlich zur Probe aufs Exempel werden. Nur eine Minute war gespielt, da war vieles von dem, was sich die Rothosen nach dem unnötigen 4:5 in Unterhaching vorgenommen hatten schon über den Haufen geworfen. Die Kickers starteten ebenso unkonzentriert in die Partie wie sie am Samstag in der Münchner Vorstadt aufgehört hatten. Am Ende der Fehlerkette stand ein elfmeterwürdiges Foul von Hendrik Hansen an Großaspachs Jonas Behounek. 55 Sekunden waren da gerade einmal gespielt, und über diesen Strafstoß gab es nichts zu diskutieren. Nicolas Jüllich schnappte sich den Ball und verwandelte zur frühen Führung für die Gäste, die mit zwei Auftaktniederlagen im Gepäck als Letzter an den Dallenberg gekommen waren.

    Am dritten Spieltag hatte Trainer Schiele zum dritten Mal dieselbe Startelf aufs Feld geschickt. Und eingespielt wirkte das Kickers-Team zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison tatsächlich schon. Daran lag es nicht, dass die Gastgeber in der ersten Halbzeit trotz großen Bemühens nicht zu richtig dicken Torchancen kamen. Vielmehr waren es immer wieder kleine Stockfehler und Unzulänglichkeiten, die dazu führten, dass die Kickers nicht in Schwung kamen. Am Ende fehlte den Rothosen die nötige Durchschlagskraft vor dem Tor. Ansätze waren durchaus zu erkennen - doch die Hausherren standen sich mehr als einmal selbst im Weg. 

    Das Gegenteil vom teilweise fahrigen Auftreten der Hausherren boten die Gäste. Die SG wirkte hoch konzentriert und entschlossen. So machte Großaspach die zu erwartende individuelle technische Unterlegenheit mit recht homogenem Mannschaftsspiel wett - und hätte schon vor dem Seitenwechsel ein zweites Mal treffen können, als Michael Vitzthum nach einer Freistoßflanke frei vor dem Rothosen-Tor auftauchte und ans Außennetz schoss (26.).

    Wer erwartet hatte, dass das Kickers-Spiel nach der Halbzeitpause zielstrebiger werden würde, der wurde enttäuscht. Okay, hätte Großaspachs Keeper Maximilian Reule Luke Hemmerichs Schuss nach einer feien Vorarbeit von Patrick Sontheimer nicht den linken Pfosten gelenkt, sondern wäre der Ball zum 1:1 im Tor gelandet (57.) - die Partie wäre womöglich in Richtung der Gastgeber gekippt. Aber es kam anders. Erst musste Leroy Kwadwo verletzt vom Feld (61.), wodurch das Fehlen eines Linksverteidigers im Kickers-Kader umso mehr ins Gewicht fällt. Kwadwo bekam einen Ball an die Schläfe und wurde noch am Abend in einem Krankenhaus sicherheitshalber untersucht, wie Kickers-Trainer Michael Schiele sagte. 

    Kurz nach Kwadwos Auswechslung traf Behounek zum 2:0. Erneut präsentierte sich die Hintermannschaft des Schiele-Teams, diesmal nach einem Einwurf, ziemlich schlafmützig und konnte das einfache Passspiel der Gäste nicht unterbinden. Es folgte ein weiterhin ziemlich fehlerbehaftetes Kickers-Bemühen  um den Anschluss. Kai Brünker machte in der Nachspielzeit mit dem dritten Gästetreffer den Deckel auf das Spiel und sicherte den verdienten Sieg.

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