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    Fußball: Dritte Liga

    Hägele will bei den Kickers lieber wieder Verteidiger sein

    Mit der bisherigen Saison ist Kickers-Kapitän Daniel Hägele alles andere als zufrieden. Trotzdem hat er seinen Vertrag am Dallenberg bis 2022 verlängert. Foto: Frank Scheuring

    In mindestens einem Punkt hat Daniel Hägele seinen Mitspielern bei Fußball-Drittligist Würzburger Kickers etwas voraus. Der 30-Jährige ist der einzige Akteur im Kader, der schon einmal mit Trainer Michael Schiele in einer Mannschaft zusammen um Punkte gespielt hat. 2009 beim VfR Aalen war das. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass Schiele Hägeles Karriere vom Start weg verfolgt hat. "Ich bin überrascht, dass so ein Spieler noch nie zweite Liga gespielt hat", sagte der Kickers-Coach am Mittwoch, als der Verein gerade bekannt gemacht hatte, dass Hägele seinen Vertrag bis 2022 verlängert hat.  Für den Trainer ist der schwäbische Landsmann ein Fixpunkt im Team - egal, auf welcher Position.

    Die war zuletzt im Mittelfeld. Dort, wo Hägele die Mehrheit seiner Profijahre kickte. In Würzburg aber kennt man den Vize-Kapitän, der im Sommer 2018 vom Liga-Rivalen aus Großaspach an den Main wechselte, längst als Abwehrmann. An der Seite von Sebastian Schuppan bildete er in der vergangenen Saison ein nicht nur sehr erfahrenes, sondern auch zuverlässiges Innenverteidiger-Paar. Das sollte sich mit der neuen Saison ändern. Im defensiven Mittelfeld seine Ruhe am Ball ausspielen sollte Hägele. Ein Plan, der so nicht aufging. "Wenn ich mir eine Position aussuchen dürfte, würde ich mittlerweile zur Innenverteidigerposition tendieren", sagt Hägele. Ein ziemlich unzweideutig formulierter Wunsch, den Schiele wohl schon an diesem Samstag (14 Uhr, live im Bayerischen Fernsehen, Liveticker auf mainpost.de) im Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim erfüllen wird. Hägeles Platz wird fortan wieder in der Abwehrmitte sein.

    "Wir müssen hinten einmal die Null halten", formuliert der Vize-Kapitän ein Ziel für die nächsten Spiele: "Waldhof ist der Favorit. Wir können diesmal nur gewinnen." Und wenn es darum geht, dem Tabellenkeller zu entfliehen, könne man auch bei der Wahl der Mittel nicht allzu wählerisch ein: "Wenn es eng wird, müssen wir den Ball einfach einmal vorkloppen", fordert Hägele. Viele "einfache Passfehler", die in den letzten Wochen zu Gegentoren führten, seien resultierten auch daraus, "dass wir alles spielerisch lösen wollen", findet Hägele. Da hätten sich die Kickers immer wieder selbst in Schwierigkeiten gebracht. "Wir können trainieren, was wir wollen. Solange wir es nicht schaffen, die leichten Fehler abzustellen, wird sich nichts bessern."

    Die Aufgabe für die kommenden Wochen lautet nun, "wieder in die Spur zu kommen." Die nun zu Ende gehende Länderspielpause könnte dabei geholfen haben, hofft Hägele: "Wir haben uns gesagt, dass die Saison für uns nun von vorne beginnt." Warum nun vieles besser werden soll als in den sieben vorangegangenen Drittliga-Partien, bei denen es 21 Gegentore setzte? "Weil jetzt alle, wirklich alle, begriffen haben, was passiert, wenn nicht jeder immer ans Limit geht. Wir müssen das auf den Platz bringen, sonst geht es schnell in den Keller, und da wieder raus zu kommen, ist nicht einfach."

    Es sind schwierige Zeiten am Dallenberg. Umso bemerkenswerter, dass der Vize-Kapitän gerade jetzt seinen Kontrakt verlängert hat. Nach Vertragsende 2022 gibt es noch eine Option auf ein weiteres Jahr bei den Rothosen. Eine lange Zeit. Was also spricht dafür, sich zu diesem Zeitpunkt der Saison so eindeutig festzulegen. "Ich fühle mich hier wohl", nennt Hägele zunächst einen ganz einfachen Grund. Fragt man nach, wird deutlich, dass der 30-Jährige den Kickers, trotz der aktuellen Probleme, noch einiges zutraut: "Wir haben auch in dieser Saison eine richtig gute Mannschaft mit einer klasse Mischung aus Jugend und Erfahrung. Aber bei 14 Zu- und Abgängen kann das alles nicht sofort funktionieren."

    In den Vertragsgesprächen sei es auch um die Aussichten für die nächsten Spielzeiten gegangen. "Ich spiele jetzt schon lange in der Dritten Liga. Bis auf eine Saison habe ich es nie geschafft, wirklich oben mitzuspielen. Das zu schaffen, wäre schon noch einmal schön." In dieser Saison freilich, das sagt auch Hägele, sei das Ziel ein anderes: "Derzeit brauchen wir davon nicht zu reden." Nun heißt die Aufgabe erst einmal Waldhof Mannheim: "Das wird ein Riesenbrett."

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