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    FUßBALL-BAYERNLIGA

    Der WFV bittet Öffentlichkeit um Hilfe

    Angesichts der finanziellen Misere wendet sich der Vorstand des Würzburger FV vor dem Samstagsspiel (14 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage) gegen den ATSV Erlangen an die Öffentlichkeit. „An alle Würzburger, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten des Würzburger FV! Zeigt mit Eurem Besuch am Samstag und bei den beiden letzten Heimspielen in diesem Jahr Eure Verbundenheit. Zeigt, dass höherklassiger Amateursport in dieser Stadt gebraucht wird“, schreibt Matthias Zink, der Vorstand-Marketing des Fußball-Bayernligisten in einer Nachricht an diese Redaktion. Und weiter: „Wir alle müssen nun versuchen, eine drohende Insolvenz abzuwenden. Es ist möglich!“

    50 Liter Freibier

    Sollten mehr als 650 Zuschauer zu der Partie an die Mainaustraße kommen, verspricht der Vorstand 50 Liter Freibier. „Als Dankeschön für eine Demonstration der Verbundenheit“, wie Zink schreibt. Aufgrund der finanziellen Probleme hatte der Würzburger FV die Eintrittspreise zu Beginn dieser Woche von acht auf zehn Euro – ermäßigt von sechs auf acht – erhöht. Auch daran wird deutlich, wie verzweifelt die Zellerauer, die nach wie vor auf eine Spende der Sparkassenstiftung in Höhe von 20 000 Euro warten inzwischen sind.

    „Dabei geht es bei uns gar nicht um Unsummen wie bei anderen Vereinen, die in den letzten Jahren insolvent gegangen sind“, sagt der ehemalige Finanzvorstand Roland Metz, der im Oktober 2017 zurückgetreten war, auf Nachfrage dieser Redaktion. Noch will er den Verein, für den er sich auch ohne offizielles Amt nach wie vor und schon seit Jahrzehnten engagiert, nicht aufgeben: „Theoretisch wäre es möglich, dass zwei bis drei Unterstützer die notwendigen 80 000 bis 100 000 Euro aufbringen. Darauf hoffen wir.“

    Reitmaier-Elf zeigt Charakter

    Trainer Marc Reitmaier und seine Mannschaft, die mit 37 Punkten und einem Spiel weniger als die direkte Konkurrenz auf dem dritten Tabellenplatz stehen und nach wie vor ihr September-Gehalt nicht bekommen haben, versuchen unterdessen, sich auf die Partie gegen den Aufsteiger aus Erlangen (10./26) zu fokussieren. „Natürlich ist die Situation in den Köpfen der Spieler und sie belastet. Aber ich habe alle aufgefordert, das am Samstag so gut wie möglich auszublenden“, sagt der Übungsleiter auf Nachfrage und erklärt sich auch zu seinem Schweigen zuletzt: „Ich habe aus Rücksicht auf den Verein nichts gesagt.“

    Reitmaier ist sich sicher, dass seine Elf auch trotz der Probleme im Umfeld auf dem Platz ihr Bestes geben wird: „Wir haben über Jahre eine Mannschaft geformt, die charakterlich einwandfrei ist. Wir werden uns 90 Minuten lang auf das Spiel konzentrieren und versuchen, dieses positiv zu gestalten.“ Er sei positiv überrascht gewesen wie gut das Training diese Woche – auch am Donnerstag nach Bekanntwerden der drohenden Insolvenz – gewesen sei: „Es hat richtig Spaß gemacht, und bis auf die verletzten Spieler waren alle da.“ Verzichten muss der Übungsleiter weiterhin auf Wojtek Droszcz (Verletzung an der Wade) und Andreas Bauer (Armbruch).

    40-Punkte-Marke im Visier

    Der ATSV wird ohne Defensivakteur Fabian Diesner (Kreuzbandriss) und Mittelfeldspieler Tim Ruhrseitz (Knöchelverletzung) anreisen. Außerdem muss Trainer Shqipran Skeraj ohne Kapitän Michael Kammermeyer auskommen. Der Innenverteidiger steht in diesem Jahr aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. „Das ist ein Verlust für die Erlanger“, kommentiert Reitmaier, erwartet aber dennoch einen starken Gegner. Er geht davon aus, dass die regionalligaerfahrenen Stürmer Ahmet Kulabas und Hakim Graine für Wirbel Sorgen werden. „Wir haben diese Woche nur auf uns geschaut und an unseren Stärken gearbeitet“, sagt der Trainer. Seine Motivation ist es, an diesem Spieltag die 40-Punkte–Marke zu knacken. Ist diese erreicht, wäre der Klassenerhalt so gut wie sicher. Ob dies angesichts der drohenden Insolvenz, die zu einem Zwangsabstieg in die Landesliga führen würde, dann noch eine Rolle spielt, sei dahingestellt.

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