• aktualisiert:

    RUDERN

    Julia und Sophia Wolf rudern zu zweit am besten

    „Wir sprechen viel miteinander, um uns auszutauschen und so herauszufinden, was wir noch besser machen können“, sagt Sophia Wolf (links), die mit ihrer Zwillingsschwester Julia (rechts) regelmäßig in einem Boot sitzt.
    „Wir sprechen viel miteinander, um uns auszutauschen und so herauszufinden, was wir noch besser machen können“, sagt Sophia Wolf (links), die mit ihrer Zwillingsschwester Julia (rechts) regelmäßig in einem Boot sitzt. Foto: Jürgen Sterzbach

    Feiern wollen Julia und Sophia Wolf auf jeden Fall, allerdings erst nach den Europameisterschaften im weißrussischen Brest. Schließlich ist es der erste internationale Wettkampf, bei dem die beiden Sportlerinnen vom Würzburger Ruderverein Bayern (WRVB) als Vertreterinnen Deutschlands im nationalen Leichtgewichts-Doppelvierer starten – und das an ihrem 20. Geburtstag. „Das ist schon ein Höhepunkt für uns“, sagt Julia Wolf.

    Am 1. September finden im Südwesten Weißrusslands die Vorläufe statt, einen Tag später stehen die Endläufe auf der Regattastrecke auf dem Programm. Mit den Wolf-Schwestern im Boot sitzen Eva-Lotta Nebelsieck aus Hamburg und Nina Öhlckers aus Karlsruhe. Seit Mitte August trainieren sie zusammen. „Durch die Wettkämpfe kennen wir uns bereits seit vielen Jahren und saßen auch schon gemeinsam im Boot“, sagt Sophia.

    Das Jahr verlief für sie und ihre Schwester, beides Geografie-Studentinnen, bislang erfolgreich. „Wir waren ziemlich viel unterwegs und haben insgesamt gute Leistungen erbracht“, findet Sophia.

    Bei den European University Games im portugiesischen Coimbra erreichten sie im Zweier und Vierer den zweiten Platz, nachdem sie zuvor im Vierer die deutschen Hochschulmeisterschaften gewonnen hatten. Bei den nationalen Großboot-Wettkämpfen ruderten sie im Vierer zudem auf den zweiten Platz. Bei den deutschen U-23-Meisterschaften wurden sie Dritter im Vierer. Zu einem Platz auf dem Treppchen reichte es im Zweier dagegen nicht. „Nach 1800 Metern waren wir Zweiter, aber wurden auf den letzten Metern noch überholt und am Ende nur Vierter“, berichtet Julia.

    Für eine weitere EM-Nominierung für den Zweier reichte das nicht mehr. „Danach waren wir schon etwas enttäuscht, aber umso mehr haben wir uns über die Nominierung für den Vierer gefreut“, sagt Sophia. Dabei ist der Leichtgewichts-Doppelzweier ihre Paradedisziplin. Seit sie sich vor acht Jahren am Deutschhaus-Gymnasium bei der Auswahl einer sportlichen Aktivität für das Rudern entschieden haben, treten sie zwar auch einzeln, aber doch am liebsten gemeinsam an. „Im Einer muss jeder ran, aber eigentlich sind wir im Zweier viel stärker“, sagt Julia und Sophia ergänzt: „Der Zweier ist unsere stärkste Bootsklasse, auch stärker als der Vierer.“ Kommandos gibt die hinten sitzende Sophia. Julia gibt vorne den Rhythmus vor.

    Warum sie zu zweit so stark sind, ist den Zwillingen bewusst: „Schließlich kennen wir uns in- und auswendig, können uns 100-prozentig aufeinander verlassen und wissen in jeder Situation, wie die andere reagiert.“ Eine Art Schwesternbonus also. „Wir sprechen viel miteinander, um uns auszutauschen und so herauszufinden, was wir noch besser machen können“, erklärt Sophia. Gerne wären die beiden auch bei den erst vor kurzem ausgetragenen U-23-Weltmeisterschaften dabei gewesen. „Die WM-Norm sind wir gefahren, aber es waren zu viele schneller als wir. Wir greifen nächstes Jahr an“, sagt Sophia. Schließlich könnte eine erfolgreiche Zeit noch vor ihnen liegen: „Mit Mitte 20 kommt man beim Rudern erst in die besten Jahre.“

    In einer gewöhnlichen Trainingswoche absolvieren die Wolfs sieben bis zehn Einheiten, gehen zum Ausgleich laufen, fahren Rad oder spielen Basketball. Bis sie am 30. August nach Weißrussland aufbrechen, steht ihnen nach einer Trainingswoche in Hamburg noch ein intensives Trainingslager am Ruderstützpunkt in Berlin bevor. „Dort trainieren alle Bootsklassen gemeinsam, da möchte sich jeder so gut wie möglich präsentieren“, vermutet Julia.

    Wie stark die internationale Konkurrenz bei der EM sein wird, können die beiden bislang nur vermuten. Jedoch würden sie sich selbst – dem Tag entsprechend – gerne mit einer erfolgreichen Teilnahme beschenken: „Wir kennen noch keine Meldeergebnisse und können deshalb noch keine Prognose abgeben. Aber einen Titel mit nach Hause zu nehmen, wäre eine tolle Sache.“

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!