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    HANDBALL: BAYERNLIGA

    Julius Weinhardt – der Helfer für die Jungen

    In einer Führungsposition im Team: Julius Weinhardt, 27-jähriger Rückraumspieler DJK Rimpar II Foto: Heiko Becker

    Wenn am Samstag in der Handball-Bayernliga die TG Heidingsfeld bei der SG DJK Rimpar II zu Gast ist (20 Uhr, Dreifachhalle), dann freut sich aufseiten der Gastgeber einer besonders auf das Derby. Nämlich Julius Weinhardt, der in der Saison 2017/18 noch das Trikot der TGH trug. "Es hat damals von beiden Seiten nicht gepasst. Es hatte nichts mit den Mitspielern zu tun, sondern mit dem Drumherum", erklärt der 27-jährige Rückraumspieler, warum er nach nur einem Jahr bei den "Bullen" zur Rimparer Zweitliga-Reserve wechselte. "Ich wollte einfach nur Handball spielen und Spaß daran haben."

    Schwieriger Saisonstart

    Von außen betrachtet macht es allerdings nicht den Eindruck, dass es derzeit besonders viel Spaß bereitet, für Rimpars Reserve zu spielen, schließlich hat die Mannschaft ihre ersten drei Saisonspiele verloren. Für Weinhardt allerdings nicht unerwartet: "Wir hatten einen Umbruch im Team." So stehen mit Felix Karle (aufgerückt in den Zweitliga-Kader der DJK) und Nicolas Gräsl (HT München) der beste Werfer und der zentrale Abwehrspieler der Vorsaison nicht mehr im Team. Zudem hat mit Stefan Schmitt und Stefan Kraus ein neues Trainerduo beim Dritten der Vorsaison seinen Dienst angetreten. Und zu allem Überfluss gab es auch noch Verletzungen: Bei der jüngsten Niederlage in Friedberg fehlte mit Maximilian Wirth– ebenfalls ein früherer Heidingsfelder – eine wichtige Kraft im Rückraum. 

    Deshalb ist es für die zweite DJK-Mannschaft in der gegenwärtigen Situation umso wichtiger, einen erfahrenen Akteur wie Julius Weinhardt in seinen Reihen zu haben. Coach Stefan Schmitt sagt: "Er ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen, weil ein guter Handballer ist, der auch schon Erfahrung in höheren Klassen mitbringt. Einer, der vorangeht. Ein intuitiver Spieler. Zum anderen, weil er ein Stimmungsmacher ist." Der durch lockere Sprüche auch einmal für gute Laune sorgen kann.

    "Das Potenzial ist auf jeden Fall da, nur werden Fehler in der Bayernliga eben anders bestraft als in der Jugend."
    Julius Weinhardt über die Möglichkeiten seines Teams

    Der so Gelobte weiß, was in der gegenwärtigen Situation, in der Spiele zum Teil durch die Unerfahrenheit von Nachwuchsspielern der DJK verloren gehen, von ihm erwartet wird: "Ich will den Jungen helfen. Das Potenzial ist auf jeden Fall da, nur werden Fehler in der Bayernliga eben anders bestraft als in der Jugend." Doch mit der Zeit werde sich das bessern, da ist sich Julius Weinhardt sicher.

    Ein Bild aus dem Jahr 2006: Julius Weinhardt als C-Juggendlicher bei seinem Heimatverein HSC Bad Neustadt Foto: Anand Anders

    Wie es einem helfen kann, wenn einem erfahrene Kräfte zur Seite stehen, weiß Weinhardt, der in Erlangen Wirtschaftsingenieurwesen studiert, aus eigener Erfahrung. Als Jugendlicher kam er von seinem Heimatverein HSC Bad Neustadt zum TSV Rödelsee, wo er fünf Jahre lang blieb und eine Saison in der Bayernliga und drei Spielzeiten in der Dritten Liga auflief. Dort spielte und lernte er an der Seite des langjährigen tschechischen Nationalspielers Michal Tonar. "Wenn du so jemand neben dir hast, kannst du als junger Spieler nur profitieren", gibt Weinhardt zu bedenken.

    Doch die Zeit in Rödelsee ging mit dem wirtschaftlich bedingten Rückzug des Drittligisten aus dem Weinort in die Bezirksoberliga zu Ende. Die Mannschaft zerstreute sich in alle Winde. Julius Weinhardt wechselte allerdings nicht zu einem neuen Verein, sondern begab sich mit bestandener Bachelor-Arbeit auf Weltreise. Ein Jahr Indien, Ostasien, Australien oder auch Peru. "Als leistungsorientierter Handballer ist dein Leben ganz eng getaktet. Wenn du auf so eine Reise gehst, merkst du, dass es im Leben auch etwas anderes gibt", berichtet der 27-Jährige.

    Nach seiner Rückkehr wollte er es daher sportlich auch etwas ruhiger angehen lassen. "Ich wollte nicht mehr so hochklassig spielen", so Weinhardt, für den der damalige Landesligist TG Heidingsfeld eine geeignete Adresse schien. Doch nach einer Saison mit drei verschiedenen Trainern und verpasstem Bayernliga-Aufstieg wollte er sich neu orientieren. "In Rimpar ist alles etwas entspannter", beschreibt er die Atmosphäre bei der Zweitliga-Reserve. Ein Wohlfühlfaktor ist auch, dass seine Freundin Ann-Kathrin Lang, mit der er seit Jugendzeiten zusammen ist, für die Rimparer Frauen-Mannschaft spielt.

    Fünf Fragen an Julius Weinhardt

    Gleichwohl betreibt er für seinen Sport immer noch einen hohen Aufwand, durfte die Saisonvorbereitung mit der Rimparer Zweitliga-Mannschaft bestreiten, in der Trainer Ceven Klatt sieben oder acht Einheiten pro Woche abhielt. "Da kriegt man viele Kleinigkeiten mit, die einem auch in der Bayernliga helfen", versichert Weinhardt. Vielleicht sind es ja die Kleinigkeiten, die am Samstag dabei helfen, dass es für seine Mannschaft eine Wende zum Besseren gibt.

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