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    FUSSBALL: DRITTE LIGA

    Wer wird der Chef im neuen Kickers-Team?

    Wird er die neue Kickers-Führungskraft: Neuzugang Daniel Hägele hier im Trikot der SG Sonnenhof Großaspach beim Spiel ge... Foto: Frank Scheuring, foto2press

    Fünf Wochen Sommerferien sind vorüber. Ab kommenden Montag wird es beim FC Würzburger Kickers wieder ernst. Dann starten die Rothosen mit der Vorbereitung auf die neue Fußball-Drittliga-Saison. Wir beantworten brennende Fragen vor dem Neustart.

    Wie läuft die Vorbereitung der Kickers?

    Um 10.30 Uhr bittet Trainer Michael Schiele sein neues Team am Montagmorgen zum ersten Mal auf dem Trainingsgelände am Sonnenstuhl in Randersacker zu einer Übungseinheit. Die offizielle Saisoneröffnung soll dann bereits am Freitag, 22. Juni, in der Flyeralarm Arena am Dallenberg steigen. Beim ersten Testspiel gegen Bayernligist TSV Großbardorf (17.30 Uhr) wollen die Kickers ihren Anhängern ein entsprechendes Rahmenprogramm bieten. Es folgen drei Partien gegen Regionalligisten: Am Dienstag, 26. Juni (18 Uhr), in Neubrunn im Landkreis Haßberge gegen die SpVgg Bayreuth und der Doppelpack am Freitag, 29 Juni, wenn die eine Hälfte des Rotohosen-Teams um 16 Uhr in Randersacker gegen den FSV Mainz 05 II antritt und eine andere Kickers-Elf um 18.15 Uhr in Lengfeld auf den VfB Stuttgart II trifft.

    Zum Trainingslager geht es diesmal nicht, wie in den vier Jahren zuvor, nach Bad Häring in Österreich, sondern ins Allgäu. Dort beziehen die Kickers vom 14. bis 18. Juli im Hotel des Weltmeisters von 1990, Karl-Heinz Riedle, ihr Quartier. Auf dem Hinweg macht das Schiele-Team freilich noch in Augsburg Stopp und testet am 14. Juni gegen den dortigen Erstligisten (Rosenaustadion, 14 Uhr). Eine Partie, bei der sicherlich eine besondere Atmosphäre herrschen wird. Mit den Anhängern des FCA verbindet die Kickers-Fans eine langjährige Freundschaft. Höhepunkt der Vorbereitung soll dann freilich nach der Rückkehr am 21. Juli (17 Uhr) nach Würzburg das Gastspiel von Erstliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg am Dallenberg sein.

    Wann startet die neue Drittliga-Saison?

    Die elfte Drittliga-Saison startet am 27. Juli. Der Spielplan soll in der ersten Juli-Woche veröffentlicht werden.

    Was ist neu in der kommenden Spielzeit?

    Das neue Drittliga-Montagsspiel erhitzt die Gemüter mancher Fans. In dieser Saison wird es an Wochenenden in der Dritten Liga stets ein Freitagsspiel (19 Uhr), sechs Samstagsspiele (14 Uhr), zwei Sonntagsspiele (13 und 14 Uhr) und eine Partie am Montagabend (19 Uhr) geben. Das Fanbündnis ProFans verschickte prompt eine Mitteilung und erklärte man sei „fassungslos über diesen abermaligen Affront gegenüber Fußballfans“. Der Deutsche Fußball-Bund begründete die Einführung der Montagspartien auch mit dem neuen Fernsehvertrag. Die Montagsspiele kann die Telekom exklusiv in ihren Bezahlsendern im Internet übertragen. Die Dritten Programme haben nur Zugriff auf die Live-Übertragung von insgesamt 86 Partien am Samstagnachmittag. Insgesamt fließen in dieser Spielzeit 1,25 Millionen Euro aus TV-Rechten und Liga-Vermarktung in die Kassen jedes Drittligisten.

    Sportlich entscheidender könnte freilich eine andere Änderung werden. Denn ab der kommenden Saison gibt es in der Dritten Liga einen Absteiger mehr. Vier Klubs müssen am Ende runter in die Regionalliga. Im Tabellenkeller könnte es eng werden. Und attraktiv ist die Liga wie wahrscheinlich nie zuvor. Insgesamt zehn ehemalige Bundesligisten, vier ehemalige Bundesliga-Meister, zwei ehemalige DDR-Meister und DFB-Pokalsieger spielen in dieser Spielklasse.

    Mit welcher Zielsetzung gehen die Kickers in die Saison?

    Im vergangenen Winter hatte der Aufsichtsratsvorsitzender der Kickers, Thorsten Fischer, darüber gesprochen, mit dem holprigen Motto „All in one“ in die Saison zu gehen. Er meinte wohl alles auf eine Karte, sprich den Aufstieg, setzen zu wollen. Ein Unterfangen, das die Kickers nun eher kleinlaut abgeblasen haben. Angesichts der Liga-Zusammensetzung ist dies freilich verständlich. Die Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig sowie die Aufsteiger 1860 München, KFC Uerdingen und Energie Cottbus dürften eher zu den Schwer- als zu den Leichtgewichten der Liga gehören.

    Die Kickers sind da allenfalls ein Außenseiter-Tipp, zumal der finanzielle Aufwand kleiner geworden ist. Der Spieleretat ist im Vergleich zur Vorsaison gesunken, bestätigt auch Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer auf Nachfrage.

    Wer ersetzt Sebastian Neumann?

    Den Verlust des nach Duisburg abgewanderten Kapitän und Abwehrchef werden die Kickers nur schwer kompensieren können. Allerdings haben sie mit Defensiv-Allrounder Daniel Hägele, zuletzt Kapitän beim Liga-Rivalen Großaspach, einen Mann mit Führungsqualitäten hinzugeholt. Er dürfte auf Anhieb eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft einnehmen. Wer Nachfolger von Neumann als Kapitän wird, darauf will sich Trainer Michael Schiele erst am Ende der Vorbereitung festlegen.

    Wer soll noch kommen?

    Hägele, Janik Bachmann (Chemnitzer FC) und Ibriham Hajtic (FC Heidenheim) – das sind drei neue Männer für die Defensive. Dazu mit Leon Bätge (Eintracht Frankfurt) ein neuer Torhüter Nummer zwei. Alle bisherigen Neuzugänge sind Männer für die hintere Abteilung. Nun sollen – im Idealfall – noch drei Akteure für die Offensive kommen. Gut möglich, dass zwei Planstellen noch bis zum Trainingsstart am Montag besetzt sind.

    Die Suche nach einer Sturmspitze gestaltet sich indes schwierig. Adriano Grimaldi (zuletzt Preußen Münster), an dessen Verpflichtung sich die Kickers auch interessiert gezeigt hatten, unterschrieb in dieser Woche einen Dreijahresvertrag bei 1860 München. Die Würzburger haben schon zu spüren bekommen, dass die Konkurrenz auf dem Drittliga-Transfermarkt groß ist.

    Wer soll noch gehen?

    Neumann, Emanuel Taffertshofer und Felix Müller (beide SV Sandhausen) konnten die Kickers nicht halten. Marco Königs (Hansa Rostock) und Franko Uzelc (noch ohne Verein) wollten sie nicht behalten. Jannis Nikolaou Wechsel nach Dresden brachte eine nicht offiziell bezifferte Ablöse. Joannis Karsanidis und Björn Jopek haben zwar noch einen laufenden Vertrag, ihnen würde man aber – genauso wie zuletzt Torhüter Wolfgang Hesl bei seinem Wechsel nach Kaiserslautern – keine Steine in den Weg gelegt.

    Wie läuft der Dauerkartenverkauf?

    2800 Saisontickets sind bereits vergeben. So viele Saison-Abos wurden verlängert. Am Mittwoch starteten die Kickers den Dauerkarten-Verkauf.

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