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    FUSSBALL: TESTSPIEL

    Nach 0:1 in Ingolstadt: Der Konkurrenzkampf bei den Kickers

    Eine enge Angelegenheit war das Testspiel der Würzburger Kickers (rechts Enes Küc) beim FC Ingolstadt (links Marcel Gaus... Foto: Frank Kranewitter

    Wirklich freundschaftlich gestimmt war Kickers-Trainer Michael Schiele nach der Partie auf dem schmucken, ja wirklich erstklassigen Ingolstädter Trainingsgelände nicht. Vermeiden wir es also besser, von einem Freundschaftsspiel zu sprechen. Wirklich ärgern wollte sich über die 0:1-Test-Niederlage von Fußball-Drittligist FC Würzburger Kickers bei Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt niemand. „In diesen Spielen kommt es nicht auf das Resultat an“, sagte Würzburgs eingewechselter Kapitän Sebastian Schuppan: „Es geht um die Art und Weise des Auftretens. Und die war, finde ich, gut.“

    Das sah auch Schiele ähnlich. Bis auf das schlampige Verteidigungsverhalten, das Ingolstadts Siegtreffer durch Stefan Kutschke (19.) ermöglichte, war er mit dem Auftritt seines Teams zufrieden. „In der zweiten Spielhälfte haben wir den Gegner kaum noch aus seiner Hälfte gelassen“, so Schiele. Stimmt! Am Ende hatte Enes Küc mit einem Lattenschuss die beste Ausgleichschance (73.). In der ersten Hälfte hätten die oberbayerischen Gastgeber, so Schieles Urteil es mit ihrer rustikalen Gangart übertrieben: „Das war zeitweise ein Gemetzel.“ Die Hausherren dürften den ersten Sieg unter Neu-Trainer Alexander Nouri trotzdem als Erfolg verbuchen.

    Für die Kickers indes ging es auch darum, jene Spieler, die zuletzt nicht so oft zum Einsatz kamen auf die harte Probe zu stellen. Wie ist die Lage während der Länderspielpause? Welche Posten sind vergeben und wo hat Schiele, die Qual der Wahl? Ein Überblick:

    Tor

    Patrick Drewes, noch vor kurzem unangefochtener Stammkeeper, fehlte auch in Ingolstadt wegen seiner hartnäckigen Oberschenkelverletzung auf dem Aufstellungsbogen. „Für die Partie in Münster wird es knapp“, sagt Schiele über Drewes. Will heißen, beim nächsten Ligaspiel am Sonntag in einer Woche dürfte Drewes wohl allenfalls auf der Bank sitzen. Im Toto-Pokalwettbewerb am Dienstag (19 Uhr) bei Regionalligist Illertissen wird ohnehin wieder Leon Bätge im Kasten stehen. „Wir sind froh, dass er seine Sache so gut macht“, sagt Schiele über den 21-jährigen Bätge, der auch in Ingolstadt mit einer makellosen Leistung Werbung in eigener Sache machte. Inzwischen scheint Drewes' Rückkehr ins Kickers-Tor kein Selbstläufer mehr zu sein.

    Abwehr

    In der Innenverteidigung muss sich Schiele entscheiden, ob er Hendrik Hansen oder Daniel Hägele neben Kapitän Schuppan aufbietet. Hägele könne auch im defensiven Mittelfeld wichtige Impulse setzen, allerdings gibt es dort auch einen engen Konkurrenzkampf. Anthony Syhre konnte indes beim Test am Freitagmittag nicht die Chance nutzen, auf sich aufmerksam zu machen. Nach nur acht Minuten musste er mit einer Cutverletzung am Auge vom Feld.

    Auf der rechten Außenbahn hat sich indes Maximilian Ahlschwede zurückgemeldet. Der Routinier, der das Team in Ingolstadt als Kapitän aufs Feld führte, brennt auf sein Rückkehr in die Startelf, dürfte derzeit aber kaum an Patrick Göbel vorbeikommen. Auf dem linken Flügel leisten sich Kai Wagner und Peter Kurzweg einen engen Kampf um den Platz im Team.

    Mittelfeld

    Im Zentrum des Spiels kann Schiele aus einem Überangebot wählen. Dave Gnaase und Janik Bachmann konnten hier schon mehrfach überzeugen. Auch Hägele hat auch dieser Position schon gute Partien gemacht. In Ingolstadt durfte sich mit Florian Kohls 60 Minuten lang ein Akteur auf der zentralen Mittelfeldposition beweisen, der schon beinahe in Vergessenheit geraten war, dabei galt der Ex-Berliner nach seinem Kreuzbandris in der Vorsaison im Sommer etwas wie ein gefühlter Neuzugang.

    Auf den Offensivpositionen hatten zuletzt Fabio Kaufmann und Simon Skarlatidis die Nase vorn. Beim Testspiel in Ingolstadt wurde Skarlatidis geschont, Kaufmann machte nach einer Einwechslung viel Dampf über die linke Außenbahn. Dennis Mast wird sich steigern müssen, will er den Stammplatz, den er zu Saisonbeginn hatte, zurück. Enes Küc gilt als Versprechen auf spektakuläre Offensivaktionen. Der Deutsch-Türke besitzt eine tolle Schusstechnik und die nötige Frechheit im Dribbling. Trotz eines schwächeren Auftritts nach seiner Einwechslung beim 0:0 gegen Großaspach ist er nah dran an der Startelf

    Sturm

    Dominic Baumann durfte in Ingolstadt aussetzen. Sei etatmäßiger Sturmpartner Orhan Ademi kam erst nach 60 Minuten ins Spiel. Zeit also für die anderen Angreifer sich zu beweisen. Am nächsten ran an der Startelf dürfte derzeit Caniggia Elva sein. Der Kanadier mit Wurzeln in der Karibik, der vom VfB Stuttgart II nach Würzburg kam, sucht den Abschluss, ist schwer auszurechnen. Der ebenso nachverpflichtete Patrick Breitkreuz wirkte da – auch am Freitag – vergleichsweise unscheinbar.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Testspiel

    FC Ingolstadt – FC Würzburger Kickers 1:0 (1:0) Ingolstadt, erste Halbzeit: Heerwagen – Neumann, Gimber, Galvao – Ananou, Kerschbaumer, Krauße, Gaus – Röcher – Osawe, Kutschke. Zweite Halbzeit: Heerwagen – Neumann, Matip, Gimber – Pledl, Cohen, Leipertz, Gaus – Röcher - Lezcano (75. Otavio), Diawusie.

    Würzburg: Bätge – Ahlschwede (60. Göbel), Hansen (46. Hägele), Syhre (8. Schuppan), Kurzweg (46. Wagner) – Gnaase (60. Bachmann), Kohls (60. Bytyqi) – Küc (82. Langans), Mast (60. Kaufmann) – Elva (75. Ünlücifci), Breitkreuz (60. Ademi). Schiedsrichter: Schultes (Betzigau). Tor: 1:0 Kutschke (17.)

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